Patientenverfügung

Auf Bitten einiger Freunde stelle ich meine Patientenverfügung als Muster und Orientierungshilfe ins Netz. Ich rate übrigens jedem, in dieser Beziehung Vorsorge zu treffen.

Ich, …, geb. …, wohnhaft …,
bestimme für den Fall, daß ich vorübergehend oder dauerhaft außerstande bin, meinen Willen zu bilden oder verständlich zu äußern, daß

1. diese Verfügung für folgende Situationen gültig ist:

Wenn ich mich nach ärztlicher Diagnose aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozeß befinde.
Wenn ich mich im Endstadium einer tödlich verlaufenden oder unheilbaren Krankheit befinde, auch wenn der Todeszeitpunkt noch nicht abzusehen ist.
Wenn aufgrund einer Gehirnschädigung meine Einsichtsfähigkeit, Entscheidungen zu treffen und diese anderen mitzuteilen, nach Einschätzung zweier erfahrener Ärzte aller Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich verloren ist, auch wenn mein Tod noch nicht absehbar ist. Dies gilt für direkte Gehirnschädigung, z.B. durch Unfall, Schlaganfall, Entzündungen, Tumore, fortgeschrittenen Hirnabbauprozeß und indirekte Gehirnschädigung, z.B. nach Wiederbelebung, Schock oder Lungenversagen.
Es ist mir bewußt, daß in solchen Situationen die Fähigkeit zu Empfindungen erhalten sein kann und daß ein Aufwachen aus diesem Zustand möglich, aber höchst unwahrscheinlich ist.
Wenn ich aufgrund eines sehr weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses (z.B. Demenzerkrankung) auch mit dauernder Hilfestellung nicht mehr fähig bin, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise aufzunehmen.
Vergleichbare, hier nicht ausdrücklich erwähnte Erkrankungen mit entsprechenden Symptomen sollen in derselben Weise beurteilt werden.

2. In sämtlichen von mir unter Punkt 1 angeführten Situationen wünsche ich, daß folgende ärztliche und pflegerische Maßnahmen eingeleitet, unterlassen oder beendet werden:

Ich wünsche keinesfalls, daß alles medizinisch Mögliche unternommen wird, um mich am Leben zu erhalten und Beschwerden zu lindern.
Ich wünsche die Unterlassung aller lebenserhaltenden oder lebensverlängernden Maßnahmen, die lediglich den Todeszeitpunkt verzögern und dadurch mein Leiden unnötig verlängern würden, wie z.B. Infusionstherapie, künstliche Beatmung, Anlage einer PEG-Sonde.

Schmerz- und Symptombehandlung

Ich wünsche eine fachgerechte Schmerz- und Symptombehandlung, insbesondere lindernde pflegerische Maßnahmen wie Mundpflege zur Vermeidung des Durstgefühls sowie lindernde ärztliche Maßnahmen wie die Bekämpfung von Schmerzen, Atemnot, Angst, Unruhe, Übelkeit und anderen Krankheitserscheinungen.
Ich wünsche, wenn andere medizinische Mittel keine Linderung bringen, auch bewußtseinsdämpfende Mittel.
Eine dadurch evtl. bedingte Verkürzung meiner Lebenszeit nehme ich in Kauf.

Künstliche Ernährung

Ich wünsche keine künstliche Ernährung, weder enteral noch parenteral.

Künstliche Flüssigkeitszufuhr

Ich wünsche keine künstliche Flüssigkeitszufuhr.
Ich wünsche eine verminderte Flüssigkeitszufuhr nach ärztlichem Ermessen.

Künstliche Beatmung

Ich wünsche keine künstliche Beatmung, aber die Linderung von Atembeschwerden mit Medikamenten und pflegerischen Methoden.

Wiederbelebungsmaßnahmen

Ich wünsche keine Wiederbelebungsmaßnahmen.

3. Ich wünsche eine Sterbebegleitung

durch einen Hospizdienst,
durch einen Seelsorger der katholischen Kirche.

4. Ich besitze keinen Organspendeausweis.

Ich möchte weder Organe spenden noch Organspenden empfangen.

Weitere erklärende Bestandteile dieser Verfügung sind:
Erläuterungen zu meinen Wertevorstellungen

Die Patientenverfügung sollte dem Hausarzt vorliegen; sinnvollerweise wird sie auch von ihm bestätigt:

Ärztliche Bescheinigung

Ich bestätige, daß
…, geb. …, wohnhaft …
die Patientenverfügung vom … im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte verfaßt hat und einwilligungsfähig ist.