Mal wieder ein Sonett

In trüber Zeit

Herr, mach mich wieder froh mit Deinem Heil!
Befreie mich von Kleinmut und von Angst.
Gib Kraft und Mut zu tun, was Du verlangst –
Denn ich bin schwach und dieser Weg ist steil.

Ich fürchte so, daß ich Dir nicht genüge,
Und meine Tatkraft finde ich nicht mehr.
Die Arbeit, Dich zu preisen, fällt mir schwer.
Der Feind bedrängt mich, flüstert: Alles Lüge!

Seh ich Dein Licht auch wie durch trübe Scheiben,
Bist Du doch da und wirst Du ewig bleiben!
Herr, sei mir auch im Nebel zugeneigt.

Herr, Du bist wahr! Du hast Dich mir gezeigt
In Wort und Bild, im Griff nach meinem Herzen –
Du bist mein Licht, kein Dämon kann das schwärzen!

© Claudia Sperlich

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Tote Kinder

Im irischen Tuam gab es von 1925 bis 1961 ein von Nonnen betriebenes Heim für ledige Mütter. 2014 wurden dort Knochen von Kleinkindern entdeckt, die nicht auf dem Friedhof beerdigt, sondern auf dem Gelände des Heimes verscharrt wurden. Das Ausmaß kommt jetzt ans Tageslicht; es wird aber bereits seit Jahren untersucht. So berichtet orf.at heute:

Catherine Corless, eine Historikerin, hatte in jahrelanger Arbeit die Akten des Heims untersucht. Sie kam zu dem Schluss, dass 796 Kinder in den 36 Jahren, in denen das Heim betrieben wurde, gestorben sind. Angesichts der Kindersterblichkeit jener Zeit in Irland sei diese Zahl nicht übermäßig hoch. Allerdings gebe es keine Aufzeichnungen über Beerdigungen auf den umliegenden Friedhöfen, insofern war bereits angenommen worden, dass die Leichen andernorts „entsorgt“ wurden.

Über die Menge der kleinen Leichen gemessen an der allgemeinen Säuglingssterblichkeit schreibt allerdings The Journal ein wenig anders:

At 796 deaths, this means that one child died approximately every fortnight at The Home – a mortality rate far higher than the rate for other children in Ireland at the time.

(796 Todesfälle bedeutet: etwa alle vierzehn Tage starb in dem Heim ein Kind – das ist eine weit höhere Sterblichkeitsrate als die für andere Kinder in Irland zu jener Zeit.)

Von einem „Massenmord“ wird gesprochen; das ist allerdings nach dem Stand der Ermittlungen nicht erwiesen. Es muss wohl eher von einem Mangel an Liebe und Pflege ausgegangen werden, der tödlich wirkte, und von einem Mangel an Ehrfurcht vor den Toten. Was es kaum besser macht.

Ob die Sterblichkeitsrate in diesem und anderen katholischen Heimen Irlands tatsächlich höher war als anderswo, werden die Ermittlungen hoffentlich bald zeigen. Ob der Umgang mit ledigen Müttern und ihren Kindern anderswo als in diesen Heimen besser war, wage ich zu bezweifeln. Aber damit will ich die Heime nicht in Schutz nehmen. Eine christliche Einrichtung ist allein durch ihr Selbstverständnis als christlich bereits verpflichtet, ihren Schützlingen mit größter Liebe entgegenzukommen. Das geschah hier offenbar nicht. Vielen jungen Müttern wurden ihre Kinder weggenommen; Frauen wurden wohl teilweise wie Leibeigene gehalten.

Was mich besonders entsetzt, ist das Fehlen jeglicher Stellungnahme der Sisters of Bon Secours. Ich habe den Schwestern in Galway (zu Tuam gehörte) eine Anfrage gemailt, warum auf ihrer Homepage an keiner Stelle, auch nicht unter der Übersicht „History“, mit einem Wort darauf eingegangen wird. Denn auch wenn keine der Verantwortlichen mehr am Leben ist und die Schwestern heute gute und segensreiche Arbeit tun, darf dieser sehr dunkle Fleck nicht vergessen werden.

Ich trauere um die Kinder, um die betrogenen Mütter – erst von Männern verraten, dann von Schwestern, die ihnen helfen sollten – und um alle, die sich schuldig gemacht haben. Beten wir für sie alle.

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NGL-Verbesserung

Neues Geistliches Lied ist ein Genre, über das ich mich zuweilen echauffiere. Den Abschluss eines im übrigen sehr schön gestalteten Kreuzweg-Gottesdienstes bildete heute abend eines mit folgendem Text:

Wo Menschen sich vergessen,
die Wege verlassen,
und neu beginnen,
ganz neu,

Ref.
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken,
die Liebe bedenken,
und neu beginnen,
ganz neu,
Ref.

Wo Mensch sich verbünden, den Hass überwinden, und neu
beginnen, ganz neu,
Ref.

Da kommt schon auch Richtiges vor. Sich vergessen, sich verschenken, Hass überwinden, schon recht. Was mich aber stört, ist – Gott kommt nicht vor. Kein Vater, kein Sohn, kein Heiliger Geist, nur so ein der Erde gleichrangig gegenübergestellter Himmel, der diese „berührt“, wenn Menschen irgendwas Gutes tun.

Nun ist es zwar richtig, daß wir Gutes tun können und sollen. Aber nicht ohne Gott – und ohne Ihn wird’s auch nichts mit Himmel und Frieden. (Es wurde oft versucht, in meiner Jugend auch von mir, und glauben Sie mir: Es wird nichts.)

Aber die Melodie ist eingängig, das Lied ist beliebt, und man soll nicht nur meckern, sondern besser machen. Wozu bin ich Dichterin?

Für Hardliner:

Wo Gott uns kriegt zu packen
an unserm Nacken
und neu ausrichtet,
ganz neu,
kommt zum Himmel, wer sich nicht wehrte und Ihn verehrte, und nur Ihn,
kommt zum Himmel, wer sich nicht wehrte und Ihn verehrte, und nur Ihn.

Für Philosophen:

Wenn Gott sich uns will schenken,
gibt das zu denken
dem Augustinus
und Tom.
Ja dann denkt, doch denkt nicht zu lange und seid nicht bange, nicht vor Ihm,
Ja dann denkt, doch denkt nicht zu lange und seid nicht bange, nicht vor Ihm.

Für Charismatiker:

Wo Gottes Geist uns segnet
und uns beregnet,
da werden Herzen
ganz leicht,
und wir können Sein Wort erfassen und uns verlassen ganz auf Ihn,
und wir können Sein Wort erfassen und uns verlassen ganz auf Ihn.

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Meine Märzkolumne

auf kath.net ist da schon einige Tage lang – aber immer noch frisch genug.
Es geht um den Auftrag der Christen.

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Zwei Heilige namens Adrian

Der römische Hauptmann Adrian diente unter Kaiser Diokletian und mußte auf dessen Befehl an Christenverfolgungen teilnehmen. Um 300 wurde eine Gruppe von 23 Christen festgenommen; Diokletians Mitregent Maximinian ließ sie foltern. Adrian fragte sie, warum sie solche Qualen erduldeten, und bekam zur Antwort, sie täten das um der Seligkeit willen, die Gott denen versprochen hat, die um Seinetwillen leiden. Dieser Bekennermut beeindruckte ihn so, daß er seinen Namen auf die Liste setzen ließ, auf denen jene 23 schon standen. Er wurde unmittelbar darauf eingesperrt und ebenfalls gefoltert.
Seiner Frau Nathalia gelang es, ihn im Gefängnis zu besuchen, wo sie ihn und die anderen Gefolterten pflegte. Sie soll ausgesprochen froh reagiert haben auf sein Bekenntnis zu Jesus Christus. Ob sie mit den Christen lediglich sympathisierte oder selbst Christin war, ist jedoch nicht sicher.
Adrian und die 23 Christen starben am 4. März 305 unter der Folter; die Kirche spricht in seinem Falle von einer Bluttaufe, da er nicht getauft war, aber wegen seiner Hinwendung zum Christentum ermordet wurde. Nathalia kümmerte sich auch später um gefangene Christen.
Adrians Gedenktag wird in der katholischen Kirche am 8. September begangen, dem Tag der Übertragung seiner Gebeine nach Rom. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche gedenkt seiner an seinem Todestag, dem 4. März.

Über die Herkunft des schottischen Märtyrers Adrian von May wissen wir wenig. Möglicherweise war er als irischer Mönch, vielleicht bereits als Bischof von St. Andrews, nach Schottland gekommen. Andere Quellen beschreiben ihn als einen ungarischen Mönch adliger Herkunft. Einigkeit besteht darüber, daß er auf der Insel May ein Kloster gründete.
Historisch gesichert ist ein Wikinger-Überfall auf die Insel May im Jahre 875, bei dem die gesamte Bevölkerung (angeblich über sechstausend Menschen) abgeschlachtet wurde. Die Insel blieb bis ins 12. Jh. verwüstet, dann errichtete man dort wieder ein Kloster. Dies wurde im 16. Jh. vom protestantischen Bischof enteignet und verfiel.
Gedenktag des Hl. Adrian von May ist der 4. März.

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Fastensuppe

Fastensuppe

Heute bin ich mal wieder praktisch – ich habe den größten Topf genommen und darin eine gewaltige Menge Fastensuppe gekocht. Mein Grundrezept:

Gemüse, was gerade zu haben ist – hier: Möhren, Rosenkohl, Champignons, Kartoffeln, Zwiebeln, Kräutersalz, Oregano, Wasser – und sonst nichts.
Gemüse kleinschnippeln, alle Zutaten in einen Topf kippen, gar kochen und kochend heiß in Einmachgläser füllen. Sofort gut verschließen.

Man kann das natürlich auch in weniger fastengeeigneten Varianten machen. Es ist wirklich praktisch, sich seine Konserven selbst zu machen – ohne Konservierungsmittel zweifelhafter Herkunft.

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Mittwochsklub

Gestern, am Aschermittwoch, traf sich der Mittwochsklub zum ersten Mal.
Tobias und Suse Klein hatten diese Idee lange gewälzt. Der Kaplan der Gemeinde Herz Jesu in Tegel war ganz dafür, und es meldeten sich auch genügend Leute, um einen guten Anfang zu machen. Die Grundidee ist, beim gemeinsamen Kochen und Essen, Beten und Reden eine Graswurzelinitiative zu bilden, ein Netzwerk verschiedener Fähigkeiten, getragen vom katholischen Glauben, aber ohne Institutionalisierung und offen für Suchende.

Nach der abendlichen Messe trafen wir uns – die meisten mit Asche auf der Stirn – im Souterrain des Pfarrhauses. Dort gibt es einen Festsaal und eine Küche. Die Kleins hatten eingekauft, und wir schnippelten erst einmal Gemüse (denn passend zum Aschermittwoch sollte das Essen vegan sein; für die nicht ganz so Strengen gab es noch Käse zum Drüberstreuen) und deckten die Tafel. Für etwa zwanzig Menschen wurden Nudeln mit einer sehr wohlschmeckenden Gemüsesauce gekocht.

Von unter zwanzig bis über sechzig waren alle Altersgruppen vertreten, wobei – endlich einmal! – die Jugend in der Überzahl war. Der Kaplan sprach das Tischgebet, dann wurde das Essen verteilt, und jeder stellte sich mit wenigen Worten vor. Es wurde viel geredet, und es wurde kein Mal „todernst“. Am Schluß konnte man sich in eine Liste eintragen, in die man auch seine besonderen Fähigkeiten schrieb. Kochen, Website gestalten, Dichten, Mittelalter erklären… die originellste Fähigkeit ist aber unzweifelhaft: Weiß alles über Pinguine.

Wir wollen uns jeden ersten Mittwoch im Monat treffen; jedesmal wird gemeinsam gekocht, gegessen und aufgeräumt. Ich bin sehr gespannt, wie sich unser Mittwochsklub entwickelt.

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Reich beschenkt

… wurde ich, einfach nur weil ich Geburtstag habe, von lieben Menschen. Zudem wurde ich mit guten Wünschen überhäuft und weiß, daß viele auch im Gebet an mich denken. Ich bin sehr froh und sehr dankbar!

Geburtstagstisch
Geburtstagstisch

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An meinem 55. Geburtstag

Du hast mich im vergangnen Jahr
mit so viel Gnade übergossen!
Herr, ich bin Dein. So ists beschlossen,
denn Du allein bist gut und wahr.

Dir, Herr der Mächte und Gewalten,
hab frei ich treuen Dienst gelobt.
Wenn mich ein düstres Heer umtobt,
will ich trotzdem mein Wort Dir halten.

Aus Liebe will ich Dir nur leben.
Auf Deiner größren Liebe Wegen
wird mein Gelübde mir zum Segen,
wird mir der größte Schatz gegeben.

Dir geb ich, was ich bin und habe,
Herr Jesus, nichts will mein ich nennen,
will Dich allein als Herrn bekennen,
und Du gibst mir Dich selbst zur Gabe.

© Claudia Sperlich

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Kathedra Petri

Mein Beitrag zum heutigen Fest ist auf kath.net zu lesen.

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