Mauerblümchen

Ein sehr edles Mauerblümchen macht den Anfang – das Große Löwenmaul (Antirrhinum majus), hier in einer Zuchtform. Neben ihm ein Löwenzahn, schon abgeblüht und verweht. Fundort: Gleich neben dem Gertrauden-Krankenhaus.

Das Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) macht seinem Namen alle Ehre, es wächst an der Wand der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Wilmersdorf, ständig beobachtet von zwei Schraubenmuttern. Es ist leider kamerascheu. In all den Jahren, die ich hier wohne, ist mir heute das erste einigermaßen erkennbare Bild gelungen, aber von „gut“ ist es noch weit entfernt.

Hier ein blühender Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum officinale) an der Bundesallee, gegenüber einem Blumenladen. „Ätsch, ich werde photographiert und ihr nicht“, ruft er den edlen Schnitt- und Topfblumen zu.

An der evangelischen Kirche zum Guten Hirten in Berlin-Friedenau wächst das dem Löwenzahn ähnliche Gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata), für dessen Namen ich allerdings nichts kann. Im Englischen heißt es weit charmanter Cat’s Ear, wegen der leicht pelzigen Blätter. die Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus) – eine Biologin wies mich darauf hin, meine vorige Angabe stimmt nicht. Das ist mir sehr recht, „Ferkelkraut“ klingt so ökumenefeindlich.

Auf dem Grünstreifen mitten auf der Kreuzung vor der Kirche blüht ein rosiger Teppich, eine Art Storchschnabel – vielleicht eine der unzähligen ausgewilderten Sorten des Basken-Storchschnabels (Geranium endressii).

An der Einfriedung des Vorgartens meiner Nachbarn steht der Gundermann (Glechoma hederacea) in Reih und Glied.

Und vor „meinem“ Haus blüht, ebenfalls vor der Einfriedung des Vorgartens, der Gelbe Lerchensporn (Pseudofumaria lutea) – und dabei ist er, wie der wissenschaftliche Name zeigt, gar kein Lerchensporn, sondern tut nur so, wie die ganze Familie der Scheinlerchensporne. Ob Schein oder Echt – beide gehören der großen Familie der Mohngewächse an, und was sich da für Gestalten herumtreiben, weiß man ja.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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2 Antworten zu Mauerblümchen

  1. Tina S. schreibt:

    Schöne „Mauerblümchen!“ Ich sah neulich an einer Mauer eine Mohnblume herauswachsen, ohne dass erkennbar wäre, in welchem Substrat sie wurzelt – staunenswert. Vielleicht habe ich Glück und sie ist am kommenden Sonntag offen, wenn ich wieder diese Kirche dort besuche.

    Bitte erlaube mir, dein „Ferkelkraut“ hin zu Sonchus oleraceus (Gemüse-Gänsedistel) zu korrigieren. 🙂 *die Biologin winkt*

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