Weihe an Marien Herz – was bedeutet das?

Anlässlich der Weihe des Erzbistums Berlin an die Herzen Jesu und Mariä habe ich hier schon vor knapp zwei Jahren über den Sinn einer solchen Weihe gebloggt. Es sind die einzigen Herzen, die nie, unter keinen Umständen, „arglistig ohnegleichen und unverbesserlich“ (Jer. 17,9) sind.

Sich oder eine Gruppe oder ein Land (oder mehrere) in einem feierlichen Versprechen einem vollkommen liebevollen Herz anvertrauen ist sinnvoll. Zum „Herz“ – also zur mütterlich-fürsorglichen Liebe – der Gottesmutter können wir Zuflucht nehmen.

Heute wird der Heilige Vater und werden zahlreiche Bischöfe die Ukraine und Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen. Zum Weiheakt gehört dies betrachtende Gebet.

Für jeden, der mag, steuere ich einen Choral (mit drei Melodien zur Auswahl) und eine Andacht bei.

Unbeflecktes Herz Mariä
Melodie: GL 395 - Den Herren will ich loben 
418 – Befiehl Du Deine Wege
465 – Das Jahr steht auf der Höhe

Maria voller Gnaden, dein Herz in Gottes Licht
ist ohne jeden Schaden, die Sünde trübt es nicht.
Dein Herz ist voller Güte und ohne Dunkelheit,
wie eine Rosenblüte bewahrt in Ewigkeit.

Du hast dem Herrn gesungen als herzenstreue Magd.
Vom Leidensschwert durchdrungen blieb dein Herz unverzagt.
Als du den Sohn gefunden, hat dich Sein Wort berührt.
Sein Leid und Seine Wunden hat dein Herz auch gespürt.

Dein Herz voll Gottesliebe schlägt für die Christenheit.
Du bist wie Blütentriebe in kalter, dunkler Zeit,
du führst auf Blumenwegen uns ins gelobte Land:
Du Mutter voller Segen, zeig uns des Sohnes Hand.

* * *

V Das Herz Mariä ist von Anfang an Gott in besonderer Weise zugedacht und zugewandt. Der Ewige hat es von Ewigkeit her als das Herz gewollt, unter dem Er Mensch wurde.

L Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

V Maria fragt nach, vertraut und gehorcht. In diesem klugen Gehorsam wollen auch wir uns üben und beten:
Maria, vertrauensvoll, demütig und gehorsam,
A bitte für uns.

V Maria muss unter widrigen Umständen gebären und später mit Mann und Kind fliehen. In allen Schwierigkeiten dürfen wir uns an sie als mütterlich mitfühlende Freundin wenden und beten:
Maria, dein Herz ist voll Ruhe im Sturm, 	
A bitte für uns.

V „Was Er euch sagt, das tut“, sagt sie, als die Weinkrüge der Festgesellschaft in Kana leer sind. Ohne zu wissen, was Jesus tun wird, ist sie sicher: es wird das Richtige sein. Auch wir wollen Ihm so vertrauen lernen und beten:
Maria, dein Herz ist vertrauensvoll,	
A bitte für uns.

V „Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte ihnen: Meine Mutter und Meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.“ – Jesus hat sich von der Familie getrennt – nicht im Zorn, aber Seine Aufgaben liegen woanders. Aber Maria verlor Ihn nie ganz aus den Augen. Auch wir wollen Ihn nie aus den Augen verlieren und beten:
Maria, dein Herz hat nie aufgegeben, 	
A bitte für uns.

V Sie sah mit an, wie man ihren Sohn zu Tode folterte.
Wenn wir selbst leiden müssen, wenn wir unsere Lieben leiden sehen, dürfen wir beten:
Maria, dein Herz ertrug furchtbares Leiden.  	
A bitte für uns.

V Maria traf sich nach der Auferstehung ihres Sohnes mit den Jüngern regelmäßig zum Gebet. Sie empfing hier mit den anderen, und selbst zum zweiten Mal, den Heiligen Geist. Wir gehören zur Kirche, die damals entstand, und beten:
Maria, dein Herz schlägt für die Kirche,  	
bitte für uns.

V Herz Mariä, bewahrt vor aller Sünde,	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, demütig und gehorsam, 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, voll Jubel über den Heiland, 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, nach Jesus suchend, 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, voll Vertrauen in Jesu Macht, 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, verwundet vom Kreuzestod deines Sohnes 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, Mutterherz der Kirche, 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, stärker als jeder Drache, 	
A wir verehren dich.

V Herz Mariä, voll Liebe für alle Menschen, 	
A wir verehren dich.

V Vater im Himmel, Du hast Marias Herz vor der Sünde bewahrt.
Herr Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, Du hast unter Marias Herz gewohnt.
Heiliger Geist, Du hast Marias Herz mit Jubel erfüllt.
Dreieiniger Gott, wir danken Dir. Sei gepriesen in Ewigkeit.

A Amen.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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