Nikolaus Kopernikus: Katholik, Astronom, Arzt und Ökonom

Niklas Koppernigk wurde vor 549 Jahren in einem wohlhabenden, frommen Elternhaus geboren. Die ganze Familie wurde in den Dritten Orden der Dominikaner aufgenommen. Der Vater starb, als Niklas erst zehn Jahre alt war; sein Onkel mütterlicherseits, Domherr und ab 1489 Fürstbischof von Ermland, sorgte für ihn und seine drei Geschwister.

Sehr ausführlich und aufschlussreich ist der Artikel bei Wikipedia. Hier nur in aller Kürze, was ich besonders bemerkenswert finde:

Nikolaus Kopernikus – wie er sich als Gelehrter nannte – studierte an verschiedenen Universitäten und fing mit seiner bedeutenden Forschungsarbeit wohl bereits an, ehe er irgendeinen Abschluss hatte. Als 22Jähriger wurde er zum Kanoniker ernannt. Er wurde Arzt, obwohl er nie einen Abschluss in Medizin gemacht hatte (das war zu seiner Zeit noch nicht juristisch geregelt). Als Wirtschaftswissenschaftler leistete er Herausragendes zur Geldtheorie und organisierte die Neubesiedlung brachliegender Bauernhöfe. Astronomie trieb er mit Mitteln, die auch zu seiner Zeit recht primitiv waren, und bei dem oft diesigen Wetter in Weichselnähe, was Beobachtungen erschwerte. Dennoch stellte er eine bahnbrechende Theorie auf, die er mehr durch aristotelische Logik als durch Messungen und Beobachtungen untermauerte – die Erde dreht sich um die Sonne, überhaupt drehen sich die Gestirne ganz anders als das mittelalterliche Weltbild annahm.

Spätestens hier werden viele Leser denken: „Was, und das, obwohl er Katholik war? Und dann wurde das doch bestimmt verboten!“ – Kopernikus selbst wollte sein Werk über die Bewegung der Gestirne zunächst gar nicht veröffentlichen, sondern nur einem kleinen Kreis Gebildeter zugänglich machen. Aber gerade die Gebildetsten unter diesen – Johannes Dantiscus, Bischof von Kulm und Ermland, Tiedemann Giese, sein Amtsnachfolger, und Nikolaus Kardinal von Schönberg, der die Finanzierung anbot, drangen auf Veröffentlichung. Auch Papst Clemens VII. zeigte sich äußerst interessiert. Kopernikus ließ sich aber erst nach dem Tod von Nikolaus Kardinal von Schönberg überzeugen; bei der Finanzierung half sein Schüler Georg Joachim Rheticus. Die endgültige Fassung widmete er Papst Paul III.

Wer dem auch nach den katholischen Maßstäben seiner Zeit ganz und gar rechtgläubigen Kopernikus einen Ketzerprozess anhängen will, hat ganz einfach in Kirchengeschichte nicht aufgepasst. Allerdings wurde die astronomische Forschung des Kopernikus von vielen seiner Zeitgenossen – Katholiken wie Protestanten – ignoriert und wenige Jahre nach seinem Tod von dem sonst so klugen reformatorischen Humanisten Philipp Melanchthon aufgrund des heliozentrischen Weltbildes zunächst verworfen, dann immerhin als Denkmodell akzeptiert.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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2 Antworten zu Nikolaus Kopernikus: Katholik, Astronom, Arzt und Ökonom

  1. Hans-Jürgen Caspar schreibt:

    In Krakau gibt es ein schönes Denkmal von Nikolaus Kopernikus, das ihn als jungen Mann (Studenten) modelliert: http://www.hjcaspar.de/krakau.htm

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