Am Ende eines Sonntages

Ich liebe die Kirche, die Braut Christi. Und ich habe in der vergangenen Woche und heute, zu Beginn der noch frischen Woche, zu viele Äußerungen gelesen, die sich gegen die Kirche wenden. Äußerungen von Menschen, die sich für katholisch halten und den Papst (den sie despektierlich „Bergoglio“ nennen) verleumden, ebenso wie Äußerungen von Menschen, die sich für katholisch halten und seinen Amtsvorgänger (den sie despektierlich „Ratzinger“ nennen) verleumden. Äußerungen von Menschen, die sich für katholisch halten und eine Kirche wollen, in der in sexueller Hinsicht alles großartig gefunden wird außer sich an die kirchliche Sexualmoral zu halten (letzteres stets mit dem Beweis, daß sie den Katechismus nicht einmal ansatzweise verstanden haben).

Dazu kommen Nachrichten, in denen es um tödliche Unfälle, Morde und drohenden Krieg geht, wie Nachrichten halt so sind, sowie die ganz persönlichen Probleme, die auch nicht ohne sind.

So vieles Belastendes.

Aber… die Laudes, die ich mit Freude bete und die mich über so vieles trösten, was mich frühmorgens überfallen und kleinmachen will.

Die Küche, in der ich Eier und Zwiebeln einlege als leckere selbstgemachte Konserve, einfach weil ich gerade Lust und Zeit habe, ein bißchen feinen Vorrat anzulegen.

Die Messe, rite et recte gefeiert, mit einer Predigt, die zwar nicht hätte sein müssen, aber wenigstens nichts Falsches enthielt. Eine Messe, in der Gott sich den Gläubigen auslieferte aus reiner Liebe. Musik von einem heute besonders temperamentvollen Organisten (ey, bin isch alt! So schnell kann ich nicht singen! – aber ja, wir haben hervorragende Musik.)

Die Anbetung, in der ich dem Herrn mein Herz ausschütten konnte, in der Er mir so nah war und so liebevoll.

Die Freundin, mit der ich dank moderner Technik so sprechen kann, als säßen wir im gleichen Zimmer – auch wenn sie in einer anderen Stadt wohnt.

Dank für diesen Tag. Und Dank für die Kirche, die gerade so gebeutelt wird und doch selbst den Pforten der Hölle nicht weichen wird – wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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