Was am Katholizismus so klasse ist: Die Mission!

„Da ist Matthäi am Letzten“, hört man manchmal als Synonym für „Land unter“ oder „Alles aus“. Tatsächlich endet das Matthäusevangelium mit den Worten „… Ende der Welt“. Aber nicht, um ein möglichst katastrophales Ende vorauszusagen, sondern um uns die ständige Hilfe des auferstandenen Jesus Christus zuzusagen:

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor Ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu Meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was Ich euch geboten habe. Und siehe, Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Das Markusevangelium endet:

Später erschien Jesus den Elf selbst, als sie bei Tisch waren; er tadelte ihren Unglauben und ihre Verstocktheit, weil sie denen nicht glaubten, die Ihn nach seiner Auferstehung gesehen hatten. Dann sagte Er zu ihnen: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In Meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.“ Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde Er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und verkündeten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte das Wort durch die Zeichen, die es begleiteten.

Lukas
beschreibt ausführlicher, wie der Auferstandene die Jünger belehrt und aussendet – und die erste Konsequenz (Freude und beständiges Gebet):

Während sie noch darüber redeten, trat Er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte Er zu ihnen: „Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht Meine Hände und Meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei Mir seht.“ Bei diesen Worten zeigte Er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte Er zu ihnen: „Habt ihr etwas zu essen hier?“ Sie gaben Ihm ein Stück gebratenen Fisch; Er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte Er zu ihnen: „Das sind Meine Worte, die Ich zu euch gesprochen habe, als Ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über Mich geschrieben steht.“ Darauf öffnete Er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: „So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in Seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür. Und siehe, Ich werde die Verheißung meines Vaters auf euch herabsenden. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!“
Dann führte Er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob Er Seine Hände und segnete sie. Und es geschah, während Er sie segnete, verließ Er sie und wurde zum Himmel emporgehoben. Sie aber fielen vor Ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.

Im vorletzten Kapitel des Johannesevangeliums lesen wir:

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch.“ Nachdem Er das gesagt hatte, hauchte Er sie an und sagte zu ihnen: „Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.“

Der verschiedene Wortlaut ist nicht widersprüchlich. Ganz im Gegenteil! Der gegen jede Erfahrung, gegen alle Wahrscheinlichkeit auferstandene Herr ist plötzlich wieder bei den Jüngern – kein Wunder, daß Er das große Anliegen der Nachfolge mehrmals und in mehreren Formulierungen wiederholen muss. Er muss ihnen ja auch erst beweisen, daß Er tatsächlich Jesus und kein Gespenst ist – Er zeigt seine Wunden, an denen Er identifiziert werden kann, läßt sich berühren, und die letzten Zweifel verfliegen durch eine sehr un-gespenstische Sache: Er möchte etwas essen und isst „vor ihren Augen“. Er ist auferstanden, und Er stellt Seine lebendige Wirklichkeit unter Beweis, indem Er etwas ganz Normales tut: Er isst. Kein Zweifel, Er ist wirklich auferstanden.

Macht alle Völker zu meinen Jüngern!
Verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!
In Christi Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden!
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch!

Deutlicher geht es kaum. Alle sollen nach Jesu Lehre leben, die ganze Welt soll wissen, daß Jesu Leben, Tod und Auferstehung eine gute Nachricht ist, der Auftrag wird gelingen und das Leben aller Völker zum Guten ändern, und er ist göttlich.

Na dann:
Jesus folgen!
Froh sein!
Leben ändern!
Vertrauen und von Jesus reden, schreiben, singen, in Seinem Sinn handeln, furchtlos Rede und Antwort stehen. Das ist Mission, das ist göttlicher Auftrag.

Und wenn die heidnische Welt das gar nicht will? Na, dann erst recht. Überzeugen wird nur, wer Jesus genug liebt, einfach zu tun, was Er befiehlt. (Denn Er hat die Mission nicht empfohlen, sondern befohlen.)

Aber ist das nicht Zwang? Und hat die Kirche nicht schon sowieso immer mit Feuer und Schwert missioniert, und ist nicht bis heute Mission generell mit Gewalt (wenn auch subtiler als damals) verbunden?

Nein.
Zu den Gewaltvorwürfen bitte ich einfach mal in die Runde, sich eingehend mit Kirchengeschichte zu beschäftigen. Angenendt und Bordat sind gute Quellen, Dan Brown und Hochhuth sind es nicht.

Und Zwang? Wenn ich davon schreibe und rede, daß es mehr als alles andere lohnt, sich auf Jesus Christus einzulassen, so ist das kein Zwang. Niemand erleidet Nachteile, weil er meine Bücher und meinen Weblog nicht kennt oder blöd findet (außer man empfindet es als Nachteil, meine Bücher und meinen Weblog nicht zu kennen und zu lieben). Ich bin allerdings überzeugt, daß jeder Nachteile erleidet, der Jesus nicht kennt oder blöd findet. Das darf ich, solange ich mich nicht in Staaten wie Nordkorea oder Saudi-Arabien (oder einer der vielen anderen christenfeindlichen Diktaturen) befinde, öffentlich sagen. Ich werde das auch weiterhin tun – zum Beispiel auf diesem Blog, auf Radio Horeb, in X451, in kath.net, in der Tagespost, in der Arche Potsdam und in meinen Büchern.

Mission ist kein Zwang, sondern Information. Allerdings gibt es für Christen eine Verpflichtung zur Mission – der Herr hat sie ausgesprochen und bisher kein Wort davon zurückgenommen.

Mission hat viele Gesichter, auch Entwicklungshilfe, Pflege, Schulbildung. Das Herz der Mission muss aber immer das Gebet sein. Ohne Gebet und ohne Christus würde die Mission ein reiner Sozialverein. Mit Gebet und mit Christus bahnt sie vielen den Weg zum Himmel.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Was am Katholizismus so klasse ist: Die Mission!

  1. Nepomuk schreibt:

    Tatsächlich ist „Matthäi am Letzten“, das ja schon sprachlich so recht ungewöhnlich ist, vermutlich die Kurzfassung von „Evangelium Matthäi am Letzten Sonntag des Kirchenjahres“, d. h., wenn wir von einem katholischen und naturgemäß vorkonziliaren Ursprung der Redensart ausgehen, Mt 24,25-35 – was sich *in der Tat* sehr nach „Matthäi am Letzten“ anhört.

    (Die Protestanten hierzulande scheinen an diesem Tag das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen zu bevorzugen, ebenfalls Matthäus, ebenfalls Jüngstes Gericht, wenn auch nicht so „bildhaft“.)

  2. Bei Angenendt (Arnold ist sein Name) stimmt was mit den links nicht

    Th.

  3. Pingback: 2017-06-05 | Was am Katholizismus so klasse ist … | Gebetsgruppe St. Josef, Aachen

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