Was am Katholizismus so klasse ist: Die Heiligen!

Der katholischen Kirche wird gern vorgeworfen, polytheistische Kulte zu praktizieren, wenn sie die Heiligen verehrt. Nichts könnte falscher sein. Denn Heilige sind nur deshalb heilig, weil sie den einen Gott lieben und weil der eine Gott sie aufnimmt.

Heilige sind zunächst einmal Menschen, und damit Sünder. Es gibt auch nicht einen bestimmten Menschentyp, der eben heilig wird, sondern es sind ganz verschiedene unter ihnen – gebildete und ungebildete, sanfte und aufbrausende Heilige, einige, deren Weg zur Heiligkeit recht geradlinig war, und andere, die viele Umwege gingen. Viele Heilige kamen auf Umwegen zur Heiligkeit – wie Augustinus, der erst verschiedene ganz und gar nicht heilige Lebensmodelle ausprobierte, oder Ignatius, der vom jugendlichen Gecken und karrierebewußten Offizier zum Ordensgründer und treuen Diener der Kirche wurde. Es gibt kein Heiligkeitsgen.
Gemeinsam ist ihnen die große Liebe zu Gott, der Wunsch, mit Gott zusammen zu sein, Ihm ganz und gar zu gehören. Einig ist ihnen auch die Liebe zur Kirche, die grundsätzliche Bejahung kirchlicher Lehre.

Heilige werden auch nicht angebetet, wie ein häufiger Vorwurf lautet – Anbetung gebührt allein Gott, das ist Katholiken durchaus bekannt. Man kann aber zu Heiligen beten, d.h. sie um Fürbitte bei Gott bitten. Das ist gar nicht viel anders, als einen noch auf Erden lebenden Freund um ein Gebet zu bitten. Nur ist der Heilige ganz sicher nicht abgelenkt, zweifelt nicht an dem Sinn der Fürbitte und weiß, worum er bitten soll.

Die Kirche „macht“ auch keine Heiligen; eine Heiligsprechung bestätigt nur, daß jemand bei Gott ist. Die Sicherheit darüber erlangt die Kirche durch genaue Untersuchung vom Leben und Sterben des Betreffenden und durch Gebet.

Heilige sind keine Nebengötter – sie sind Menschen in dem Zustand, den jeder Christ anstreben soll. Es geht dabei nicht um besonders schwierige Taten; niemand kann sich die Heiligkeit erarbeiten! Es geht nur darum, den dreieinen Gott zu lieben. Die erstaunlichen Fähigkeiten vieler Heiligen sind nicht Bedingung zur Heiligkeit, sondern ihre Frucht – sie sind immer eine besondere Gnade.

Ohne Liebe zu Jesus kann niemand heilig werden. Aber durch die Liebe zu Jesus – und durch Gottes Gnade – kann es jeder.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Was am Katholizismus so klasse ist: Die Heiligen!

  1. Thomas Jakob schreibt:

    Dass das in der Theorie alles sauber ausgearbeitet ist, weiß ich. Was daraus aber zum Teil in Volksfrömmigkeit wird, ist für mich hier und da schon irritierend. Ich finde es da klarer, zu sagen: Heilige sind Glaubensvorbilder. Punkt.

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    • emhaeu schreibt:

      Stimmt, das ist manchmal schon rein optisch irritierend; ist mir öfters in Lateinamerika aufgefallen. Du kommst in eine Kirche herein und optisch stehen die Heiligen im Vordergrund. Das Kreuz verschwindet demgegenüber. Nur optisch, klar, aber …..

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  2. Pingback: 2017-06-05 | Was am Katholizismus so klasse ist … | Gebetsgruppe Aachen

  3. Herr S. schreibt:

    Sehr empfehlenswert ist die Lektüre der mittlerweile 8 Bände umfassenden Reihe Bücher aus dem Christiania-Verlag von Ferdinand Holböck bzw. Stefan Wirth „Die neuen Heiligen der katholischen Kirche“, welche die unter den Pontifikaten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. selig- und heiliggesprochenen katholischen Christen vorstellen. Die Reihe wird fortgesetzt, die ersten Bände sind m.W. allerdings nur noch antiquarisch erhältlich.

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