Alfonso de Liguori und die Eucharistie

Vor 230 Jahren starb der Heilige Alfonso Maria de Liguori. Ihm verdanken wir einen eucharistischen Hymnus von spätbarocker Süße:

O Pane del Cielo,
Che tutto il mio Dio nascond’in quelo velo,
Io t’amo, t’adoro,
Mio caro Tesoro.
O Amante Gesù,
Per darti a chi t’ama, qual pan ti dai Tu.

O cibo vitale,
Che ‚l pegno ne doni di vita immortale;
Io vivo, non io,
Ma vive in meDio,
Che vita mi dà:
Mi pasce, mi regge, beato mi fa.

O laccio d’Amore,
Che unisci col servo l’Amato Signore:
S’io vivo e non t’amo,
Più viver non bramo,
Né viver più so,
Se non per amare Chi tanto m’amò.

O Fuoco potente,
Che accender aneli ogni core, ogni mente,
Ti cerca il mio core:
Deh vieni, o Signore,
E accendi me ancor;
S’è grande il mio ardire, più grand’è’l tuo Amor.

O amabil Saetta,
Se offesi il mio Dio, Tu fa la vendetta:
Ferisci su via
Quest’anima mia,
Che muoia per Chi
Un dì per mio amore la vita finì.

Diletto mio Bene,
Che teco m’hai stretto con tante catene,
Ti dono il mio core,
O dolce mio Amore,
Tuo sempre sarò;
Te stesso m’hai dato, me stesso ti dò.

Già dunque, mio Amato,
Là in Cielo m’aspetti ad amarti svelato;
S’ì certo sper’io,
Mia vita, mio Dio.
E come mai può
Il Cielo negarmi chi Sé mi donò?

Edmund Vaughan (1827-1908)übersetzte den Hymnus ins Englische und brachte ihn in ein anderes Metrum; Henri Frederick Hemy (1818-1888) fand eine ebenso süße und liebliche Melodie dazu.

O bread of heaven, beneath this veil,
Thou dost my very God conceal;
My Jesus dearest treasure hail;
I love thee and adoring kneel
Each loving soul by thee is fed
With thy own self in form of bread.

O food of life, thou who dost give
The pledge of immortality
I live no, ‘tis not I that live;
God gives life, God lives in me
He feeds my soul he guides my ways
And every grief with joy repays.

O bond of love, that dost unite
The servant to his living Lord
Could I dare live and not requite
Such love then death were meet reward
I cannot live unless to prove
Some love for such unmeasured love.

Beloved Lord in heaven above,
Where Jesus thou awaitest me;
To gaze on thee with changeless love;
Yes thus I hope thus shall it be
For how can he deny me heaven,
Who here on earth himself hath given.

Dieses Lied ist das Lieblingslied unseres Pfarrers, und so bat er mich vor einigen Jahren, es nach der gleichen Melodie singbar ins Deutsche zu bringen. Das habe ich gerne getan!

In diesem Schleier, Himmelsbrot,
Verbirgst du meinen wahren Gott;
mein teurer Hort, ich liebe dich,
Mein liebster Jesus, du gibst dich
All jenen, die dich lieben, Gott,
In der Gestalt von schlichtem Brot.

O Lebensnahrung, du gibst mir
Das Pfand des ewgen Lebens hier;
Ich lebe nicht aus eigner Kraft,
Gott lebt in mir, der Leben schafft,
Ihm dank ich Nahrung und Geleit,
Er führt mich in die Seligkeit.

O Liebesband, vereine recht
Den lieben Herrn mit seinem Knecht:
Wenn ich nur lebe liebesleer,
Begehr ich nicht zu leben mehr,
Weil es für mich kein Leben gibt,
Lieb ich nicht den, der mich so liebt.

Du zündest, mächtger Feuerbrand,
Das Herz voll Sehnsucht, den Verstand,
Dich sucht mein Herz: Ach komm, o Herr,
Komm und entzünde mich noch mehr;
Brennt schon mein Feuer heiß und hoch,
Ist deine Liebe stärker noch.

O holder Blitz, wenn meinen Gott
Ich kränkte, tut Vergeltung not:
Auf, schlage meine Seele wund,
Sie sterbe für des Lebens Grund.
Du selber gabst dein Leben hin,
Weil du mich liebst mit Herz und Sinn.

Geliebtes Gut, du bandest mich
Mit vielen Ketten fest an dich.
O süße Liebe, dir allein
schenk ich mein Herz, dein will ich sein
Für immer, denn du gabst dich mir,
Nun will ich selbst mich geben dir.

Geliebter, du erwartest mich
Im Himmel, daß ich liebe dich
Ganz unverstellt. So wird es sein,
Das hoff‘ ich, Gott und Leben mein!
Verwehren kann der Himmel nicht,
Was er mir gibt und was er spricht.

aus: Hymnarium, tredition 2016

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Alfonso de Liguori und die Eucharistie

  1. Sharela K. schreibt:

    Liebe Claudia,
    diesen Monat betrifft das Gebetsanliegen des Papstes Künstler. Durch sie sollen wir die Schönheit in Gottes Schöpfung entdecken und immer näher zum Himmel finden. Als ich das Gebetsanliegen las, musste ich gleich an Dich und Deine wunderschöne Poesie denken. Danke dafür!
    Viele Grüße
    Sharela

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