Kann das mal jemand komponieren?

Von der Frau, die beim Krankenhaus-Besuchsdienst mitmachen will und dafür ein Führungszeugnis braucht

1. Satz (allegro ma non troppo): Wie sie einen Termin bei einem weit entfernten Bürgeramt bekommt, dort einen kostenpflichtigen Antrag stellt, zahlt und wieder nach Hause fährt.
2. Satz (largo): Wie sie wartet und mehrfach von der Leiterin des Besuchsdienst gefragt wird, ob sie überhaupt noch Interesse habe, und wie sie das Nachfragen hinausschiebt.
3. Satz (vivace): Wie sie mit der Besuchsdienstgruppe einen Ausflug macht und so tut, als gehöre sie schon ganz dazu, dabei aber ein schlechtes Gewissen hat.
4. Satz (allegro furioso): Wie sie telephonisch vom Bundesamt für Justiz erfährt, daß kein Antrag vorliege und sie nochmal beim Bürgeramt vorsprechen müsse. Wie sie die Quittung nicht findet.
5. Satz (adagio): Wie sie über die Schlechtigkeit der Welt im Allgemeinen und die Sinnlosigkeit deutscher Bürokratie im Besonderen sowie das Scheitern ihres Lebens nachdenkt.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Kann das mal jemand komponieren?

  1. Gerd schreibt:

    Kenn ich. Mein Personenbeförderungsschein musste verlängert werden. Ich musste u. a. drei mal unterschreiben, dass mir keine Körperteile fehlen. Das ging soweit, dass ich bei der Morgentoilette schon nachzählte. Insgesamt dauerte das 7 Wochen und kostete ca. 300 Euro.
    Sarkasmus: Jeder Asylantrag geht schneller.

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  2. Gerd schreibt:

    Ich habe auch im Sarkasmus Modus gesprochen und mich daran erinnert wie ein Reporter sich als Inder ausgegeben hat, obwohl er Europäer war und einen Asylantrag stellte dem stattgegeben wurde. Und das alles umsonst. Oder an einen Syrer, der sich nach erfolgreichem Asylantrag zwölf mal registrieren lies und 45000 Euro an Staatshilfe einkassierte. Und und und…..
    Tief Luft holen und atmen, immer ruhig atmen Gerd………

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Nun, ich schreibe jetzt mal ganz unsarkastisch:
      In dem Posting geht es weder um Flüchtlinge noch um Betrug. Wunderbarerweise sind das aber Deine ersten Assoziationen.
      Bitte bedenke: Du liest etwas über Probleme einer Deutschen, ein Führungszeugnis zu bekommen. Sofort äußerst Du, daß Asyl bekommen schneller geht (was nicht einmal ansatzweise stimmt). Meinen durch Erfahrung sachkundigen Einwand konterst Du mit dem Hinweis auf mehrere Betrüger in Sachen Asylrecht.
      Ja, ruhig atmen, Gerd. Tief Luft holen und nachdenken, ob es wirklich gut, freundlich, wahr und nützlich ist, was Du schreibst. Oder ob es doch vielleicht ein wenig klingt wie „Ich nehme jede Gelegenheit wahr, etwas gegen Asylsuchende zu sagen, ob es zum Thema passt oder nicht“.

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  3. Gerd schreibt:

    Du hat ja recht. Ich sollte meinen Sarkasmus zügeln und weiter atmen. Sonst steht das noch in meinem Führungszeugnis. 😉

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