Was am Katholizismus so klasse ist: Maria!

Himmelskönigin, Mutter der göttlichen Liebe, Heil der Kranken, Unbefleckte Empfängnis, Königin der Apostel, Mutter der Kirche… die Titel der Mutter Jesu sind schier unzählig. All diese Titel beschreiben und ehren die Jungfrau Maria, aber sie ehren noch mehr den, der sie und alles andere erschaffen hat.

Die Marienverehrung treibt manchmal seltsame Blüten, die aus der wunderbaren, liebevollen, mächtigen Mutter eine Art Halbgöttin machen. Das gilt es zu bekämpfen, und die Kirche ist im Katechismus-Kompendium klar genug über die Position der Gottesmutter:

196. In welchem Sinn ist die selige Jungfrau Maria Mutter der Kirche?

Die selige Jungfrau Maria ist Mutter der Kirche in der Ordnung der Gnade, weil sie Jesus geboren hat, den Sohn Gottes, das Haupt des Leibes, der die Kirche ist. Der am Kreuz sterbende Jesus hat sie dem Jünger als Mutter gegeben mit den Worten: „Siehe, deine Mutter“ (Joh 19, 27).

197. Wie hilft die Jungfrau Maria der Kirche?

Nach der Himmelfahrt ihres Sohnes steht die Jungfrau Maria den Anfängen der Kirche mit ihren Gebeten zur Seite. Auch nach ihrer Aufnahme in den Himmel fährt sie fort, für ihre Kinder einzutreten, allen ein Vorbild im Glauben und in der Liebe zu sein und einen heilsamen Einfluss auf sie auszuüben, der aus dem Überfluss der Verdienste Christi hervorströmt. Die Gläubigen sehen in ihr ein Bild und eine Vorwegnahme der Auferstehung, die sie erwarten, und sie rufen sie an als Fürsprecherin, Helferin, Beistand und Mittlerin.

198. Welche Art der Verehrung wird der heiligen Jungfrau entgegengebracht?

Die Marienverehrung ist eine einzigartige Verehrung, die sich aber wesentlich vom Kult der Anbetung unterscheidet, der allein der heiligsten Dreifaltigkeit dargebracht wird. Diese besondere Verehrung findet ihren eigenen Ausdruck in den der Gottesmutter gewidmeten liturgischen Festen und im marianischen Gebet, etwa im Rosenkranz, der Kurzfassung des ganzen Evangeliums.

199. In welcher Weise ist die selige Jungfrau Maria die eschatologische Ikone der Kirche?

Indem die Kirche auf Maria blickt, die ganz heilig und schon mit Leib und Seele verherrlicht ist, betrachtet sie an ihr das, was sie selbst auf Erden zu sein berufen ist und was sie in der himmlischen Heimat sein wird.

Maria ist ganz und gar Mensch – und kommt im Credo vor. Sie, die von Gott Bewahrte, hat Gott geboren. Der unendlich große Gott macht sich zum Menschen, durchläuft alle Stadien des Menschseins vom befruchteten Ei an. Und Er zwingt Maria nicht, darauf einzugehen. Er schenkt sich ihr, und sie nimmt das Geschenk an mit ihrem Wort „Siehe, ich bin des Herren Magd“. Kleiner konnte Er nicht werden und sie nicht größer.

Maria hat, wie jeder Mensch, Leben, Wert und Sinn aus Gott (und das heißt: aus der Liebe). Anders als andere Menschen ist sie als die Gebärerin des Erlösers schon von vorneherein erlöst. Sie ist so, wie Menschen ursprünglich gewollt waren – und wie andere Menschen durch die Erbsünde nicht mehr sind.

In der Marienverehrung ehrt die Kirche Gott, durch den Maria ist, was sie ist, und Gott gibt Seiner Tochter, Mutter und Braut die Macht, zu antworten als Helferin, Heilerin und Lehrerin.

Marienleben – XIV

Du Gottesmutter und du Gotteskind,
Durch die sich Gott zum kleinen Menschen machte,
Und die gebärend den Erlöser brachte –
Durch deren Sohn allein wir Menschen sind,

Als Gott Sein Feuer in der Welt entfachte,
Die Menschenliebe durch den Geisteswind,
Daß sieht und hört, wer vorher taub und blind,
Da nährtest du die Flamme stark und sachte.

Maria, Königin des Friedens, bitte
Den Sohn, den Vater, allen Lebens Mitte,
Daß Er ein Ende mache böser Zeit.

Er komme bald in Seiner Herrlichkeit!
Denn allen ist um Seinen Frieden bang,
Voll Sehnsucht harrte Israel schon lang.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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