Ein Sonett zur Reformation

Am 2. Juli 1519 schrieb Johannes Eck einen Brief an Georg Hauer. Ich habe den Brief ein wenig kürzer gefasst.

Eck an Hauer, Leipzig 1519

Hier gibts nur ungenießbar bittre Biere,
Es regnet auf dem Wege ohne Ende.
Bewaffnete erfüllen das Gelände,
Häretiker und Spalter die Reviere.

Auf Leipzigs Märkten ist der Tratsch behende,
Daß ich, der Römling, den Disput verliere.
Der Karlstadt, gegen den ich opponiere,
Begreift so viel wie dieses Raumes Wände.

Der Karlstadt spickt, notiert, kann sich nichts merken.
Den freien Willen nennt er unerheblich,
Und seiner ists! Doch Luther macht mir Grauen.

Der Glaube lebt zwar auf in guten Werken,
Doch diesen Irrenden lehr ich vergeblich.
Das einzig Schöne hier sind Leipzigs Frauen.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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