Was am Katholizismus so klasse ist: Das Frauenbild!

Ja, genau. Denn von keiner anderen Religion und keiner Weltanschauung werden Frauen so hoch geachtet.

Kürzlich sagte mir jemand, die katholische Kirche verbiete Frauen doch den Mund. Nein, tut sie nicht! Vielmehr lehrt der Katechismus der Katholischen Kirche:

Mann und Frau sind erschaffen, das heißt gottgewollt in vollkommener Gleichheit einerseits als menschliche Personen, andererseits in ihrem Mannsein und Frausein. „Mann sein“ und „Frau sein“ ist etwas Gutes und Gottgewolltes: beide, der Mann und die Frau, haben eine unverlierbare Würde, die ihnen unmittelbar von Gott, ihrem Schöpfer zukommt [Vgl. Gen 2,7.22.]. Beide, der Mann und die Frau, sind in gleicher Würde „nach Gottes Bild“. In ihrem Mannsein und ihrem Frausein spiegeln sie die Weisheit und Güte des Schöpfers wider.

Die Kirchenlehrerinnen Hildegard von Bingen, Katharina von Siena, Teresa von Avila und Thérèse de Lisieux werden gehört – und die „Kleine Thérèse“ ist Kirchenlehrerin, obwohl sie von staatlichen Stellen niemals zur „Lehrerin“ hätte ernannt werden können.

Und das Priesteramt? Ist es nicht absolut skandalös, daß es keine katholischen Priesterinnen gibt? Nein, ist es nicht.

Nicht zuletzt ist die Gottesmutter Maria mit so großen Ehren überhäuft wie kein anderer Heiliger. Ich sag nur: Himmelskönigin! Und Patronin Bayerns!

Frauen sind von Anfang an nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht als aktive Christinnen, die in Wort und Tat die Gemeinde unterstützen, für christliche Erziehung sorgen, seelsorgerliche, lehrende, missionarische und organisatorische Aufgaben wahrzunehmen. Es gibt mehr Frauen- als Männerorden.

Meine Erfahrung als katholische Autorin ist, daß so richtig erzkatholische Medien und Einrichtungen mich unbedingt hören wollen. Ich bin Mitarbeiterin bei Radio Horeb, kath.net und der Arche Potsdam – das heißt: ich werde dort gehört und gelesen. In meiner Heimatgemeinde gibt es ein gemeindeeigenes Gesangbuch; zehn Lieder und eine Nachdichtung habe ich beigetragen, und zwar nicht, weil ich mich darum gedrängt habe, sondern weil ich zu allen beauftragt wurde. Nicht zuletzt publiziere ich Bücher, deren Katholizität außer Zweifel steht. Und da soll ich mich unterdrückt fühlen?

Das weltliche Frauenbild, mit dem ich täglich konfrontiert werde, ist in der Tat abscheulich. Frauen müssen nach säkularer Ansicht ständig funktionieren, schön sein, Kinder und gut bezahlte Vollzeitarbeit vereinbaren, begehrenswert und verfügbar sein, aber trotz aller Verfügbarkeit natürlich selbstbewußt. Sie müssen, wenn man sich die omnipräsente Reklame anschaut, sexy Luder mit Habilitation sein, polyglotte Küchenfeen mit BMI 18, stolze, unabhängige Konsumentinnen und Konsumierte zugleich.

Die katholische Kirche gibt mir die Freiheit, ich zu sein. Keine andere Organisation tut das.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Was am Katholizismus so klasse ist: Das Frauenbild!

  1. Gerd schreibt:

    „Kürzlich sagte mir jemand, die katholische Kirche verbiete Frauen doch den Mund.“

    Es ist manchmal, ganz unabhängig vom Geschlecht erforderlich, den Mund verboten zu bekommen. Wenn unsere Generalreferentin predigt…….Aber das nur als polemisches Randplätzchen. Mein erstes und einzig prägendes Frauenbild habe ich allerdings nicht von der katholischen Kirche sondern, wie kann es anders sein, von meiner Mutter. Sie hat sich weder von der katholischen Kirche noch von ihren Kindern den Mund verbieten lassen. Sie wollte allerdings auch nicht Priesterin werden, (obwohl ich mich an so manche Strafpredigt erinnere) keine Idealfigur erreichen, nicht konsumieren oder konsumiert werden. Sie sah sich als Geschöpf Gottes, der es vorbehalten war, Kinder zu bekommen, mit dem Mann den sie liebt und so von ihrem Schöpfer eine existenzielle Aufgabe zur Weitergabe des Lebens auszufüllen.

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  2. Pingback: 2017-06-06 | Was am Katholizismus so klasse ist … | Gebetsgruppe Aachen

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