900 Jahre Kloster Riechenberg

Anno Domini 1117 wurde das Kloster Riechenberg gegründet. Seine wechselvolle Geschichte ist in dem verlinkten Wikipedia-Artikel gut beschrieben.

In der ersten Zeit lebten die Mönche von Riechenberg nach der Benediktsregel, bald aber wurde es als Stift der Augustiner-Chorherren geführt. Das Kloster gewann an kultureller und wirtschaftlicher Bedeutung. In der Frühzeit der Reformation war es 74 Jahre lang evangelisch und wurde 1673 rekatholisiert. Im 18. Jh. wurde Wilhelm de la Tour Propst und bewirkte durch seinen aufwendigen Lebensstil den moralischen und wirtschaftlichen Niedergang des Klosters. 1794 wurde das Kloster aufgelöst.

Im 19. Jh. wurde das säkularisierte Kloster erst preußischer und dann hannoverscher Besitz. Die Klosterkammer Hannover verwaltete den Bestand gut, richtete das Kloster nach einem Brand wieder her und überließ es 1980 einer evangelischen Bruderschaft.

Das Evangelische Gethsemane-Kloster trat die Nachfolge der Augustiner-Chorherren an, und wenn man sich den Internetauftritt der Bruderschaft anschaut, fragt man sich, warum die Brüder nicht einfach wieder katholisch werden. Denn sie leben dort als Mönche, äußerlich durch den weißen Habit erkennbar, mit Stundengebet und Stille, zölibatär und kompromisslos. Fehlt nur die gültige Messe. Wer weiß – Riechenbergs wechselvolle Geschichte läßt mich auf eine Rückkehr hoffen!

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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