Was am Katholizismus so klasse ist : Die Beichte!

Da nicht nur in Berlin viele Menschen befremdet reagieren, wenn man sich als Katholik outet, will ich auf diesem Weblog in ganz persönlicher Weise – ohne Anspruch auf dogmatische Vollständigkeit und in der Reihenfolge, wie es mir gerade einfällt – einige „typisch katholische“ Inhalte vorstellen.

Über die Beichte habe ich schon einmal auf kath.net geschrieben. Jetzt gerade komme ich von der Beichte. Da war diesmal nichts Dramatisches, keine Felsenlast (aber immerhin ein mittlerer Sandsack) meinerseits. Die Wartezeit vor dem Beichtstuhl gefüllt mit Gebet um Erkenntnis und Führung. Das Gebet des Priesters, mein Schuldbekenntnis, einige hilfreiche Worte des Priesters und die Lossprechung. Zur Beichte ein Gebet, das ich noch nicht kannte, das ich hilfreich finde.

Dann leichten Herzens ganz normal einkaufen, dabei fertigbringen, auf Süßkram zu verzichten, und nach Hause fahren.

Und plötzlich, noch in der U-Bahn, trifft mich mit aller Wucht der Gedanke: Ich bin freigesprochen! Ich bin mit Gott versöhnt! Und: Gott liebt mich, vor- und nachher gleich, nämlich unendlich, wie jeden einzelnen Menschen, aber jetzt steht nichts zwischen Seiner Liebe und mir. Eine halbe Stunde vorher stand da noch eine schmuddelige Wand aus Sünde, die Er zwar mit Leichtigkeit durchschaute, ich aber nicht. Jetzt ist da nichts mehr, Er hat diese Wand weggerissen, ohne Lärm und Staub, nur durch die priesterlichen Worte „So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Ich strahle über das ganze Gesicht, bin so randvoll Freude, daß ich am liebsten durch die U-Bahn rufen würde: Jesus lebt, Halleluja! (Ich lasse es doch lieber.) Auf dem letzten Stück Weges fällt mir auf, daß jemand ein verlorenes Babymützchen ordentlich auf eine Hecke gelegt hat, damit es unbeschadet wiedergefunden werden kann. Und daß die Sonne ganz außergewöhnlich schön durch das Kastanienlaub scheint.

Das Sakrament der Versöhnung ist einfach grandios. Wie alle Sakramente. Wie die ganze, heilige, katholische und apostolische Kirche. Yeah.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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