1000 Jahre Kloster Kaufungen

Im Mai 1017 hielt die Kaiserin Kunigunde sich in Kaufungen auf. Sie erkrankte dort schwer und gelobte, im Falle ihrer Genesung ein Kloster zu stiften. Und so geschah es!

Der Grundstein zum Benediktinerinnenkloster wurde im folgenden Jahr gelegt. Es war eine Reichsabtei, das heißt, die Äbtissin unterstand direkt dem Kaiser (und in diesem Falle wohl ohne Umweg über ihn der Kaiserin, denn Kunigunde war nicht nur Gattin Heinrichs II., sondern selbst eine fähige Herrscherin).

Heinrich der IV. hob die Reichsunmittelbarkeit 1189 auf; nun war das Kloster dem Bischof von Speyer unterstellt. Im darauffolgenden Jahrhundert wurde es in ein freiweltliches Damenstift (also eine ordensähnliche Gemeinschaft ohne Gelübde zur Versorgung adliger Frauen) verwandelt.

Im Zuge der Reformation wurde das Stift 1527 zu einer Versorgungsanstalt für Protestantinnen der Upper Class. Bis heute wird das Ritterschaftliche Stift Kaufungen – nun eine gemeinnützige Organisation, die u.a. bedürftige Frauen unterstützt – ausschließlich von Geschlechtern der Althessischen Ritterschaft betrieben.

Auch wenn ich in der geistlichen und organisatorischen Entwicklung einen kontinuierlichen Niedergang sehe – Kloster Kaufungen, die katholische Gründung, ist bis heute in Betrieb. Tausend Jahre lang.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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