Das Recht auf Selbstverletzung

Die Forderung nach einem Recht auf Abtreibung ist der Kampf darum, legal einen in engstem Abhängigkeitsverhältnis stehenden Menschen töten zu können. Man muss nicht Christ sein, um das zu verstehen, sondern nur im Biologieunterricht aufgepasst haben.

Aber aus irgendeinem Grund ist dies Argument, so schlüssig es ist, sehr unbeliebt. Vielleicht klingt es zu krass? Gut, ich versuche, es weniger krass zu sagen. Ich lasse das Kind einmal außen vor, so unlogisch das ist. Frauen, die für ein Recht auf Abtreibung kämpfen, versuchen ein Recht auf schwere Selbstverletzung zu erstreiten.

Es wird ja im Zusammenhang mit Abtreibung immer wieder von Frauenrechten gesprochen. Was aber hat es mit meinem Recht als Frau zu tun, wenn mir gestattet wird, meinen Körper auf höchst gesundheitsschädliche Weise so zu manipulieren, daß ein bereits empfangenes Kind nicht oder nicht lebend geboren wird? Ich sehe darin das genaue Gegenteil von Frauenrechten.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Abtreibung, medikamentös oder operativ. Das heißt, entweder schluckt die Frau Gift (das Wort „medikamentös“, von medicamen, Heilmittel, ist irreführend, da eine Schwangerschaft keine Krankheit ist), wodurch das Kind getötet und sie selbst verletzt wird, und muss das tote Kind gebären. Oder sie läßt sich in Narkose versetzen, und jemand popelt mit medizintechnischem Gerät in ihrem Unterleib herum, bis alle Teile des Kindes entfernt sind.

Es ist kein emanzipatorischer Akt, sich krank machen oder verletzen zu lassen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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13 Antworten zu Das Recht auf Selbstverletzung

  1. Herr S. schreibt:

    Ich verstehe Ihre Intention und Ihre wirklich ehrenwerte und wohlmeinende Absicht, irregeleitete Frauen von dem verderblichen Weg der Forderung nach einem „Recht auf Abtreibung“ als angeblichem Akt der Selbstbestimmung abbringen zu wollen.

    Man möchte mit Christus beten “ Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

    Leider werden arg verbildete Frauen, wie z.B. die bekannte ehemalig prominente Grünenpolitikerin Jutta Ditfurt sich kaum beeindrucken und von ihrem eingeschlagenen Kurs abbringen lassen.
    Für sie ist zumindest eine frühe Abtreibung lediglich die Entfernung „störenden Fremdgewebes“, nichts weiter.

    Sie werden Ihnen vielleicht bzgl. Ihrer Einlassungen bzgl. Gifteinnahme bei einer chemisch vorgenommenen Abtreibung entgegenhalten, dass auch andere Medikamente wie z.B. Cytostatika vergiftende Wirkungen aufweisen und trotzdem Medikamente sind.

    Bei jedem chirurgischen Eingriff muss andererseits ebenfalls mit medizinischen Instrumenten der Körper auch in gewissem Maße verletzt werden; Sie bezeichnen das im Fall einer chirurgisch vorgenommenen Abtreibung mit dem despektierlichen Begriff „herumpopeln“, was man allerdings eher auf Kurpfuscherei (durch z.B. sog. Engelmacherinnen) beschränken sollte.

    Ich verstehe, worum es Ihnen geht, aber mit der von Ihnen gewählten Schicksale werden Sie m.E. die betroffenen Frauen eher nicht wirklich erreichen: Aktivistinnen eh nicht und andere in solch einer wirklich schweren Situation stößt das eher noch zusätzlich vor den Kopf.

    Ich halte da den Weg von Lebensschutzorganidationen wie z.B. die überkonfessionelle Aktion 1000plus mit ihrem Angebot kompetenter und einfühlsamer gut geschulter Beraterinnen auch z.B. über das Internetportal „vorabtreibung.net“ für betroffene Frauen hilfreicher.

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    • Herr S. schreibt:

      Sorry, statt „Schicksale“ sollte es „Wortwahl“ heißen.

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      • Suse schreibt:

        Dennoch ist auch diese Argumentation wichtig, z.B. damit unbeteiligte Dritte nicht auf die Argumente der Abtreibungslobby hereinfallen und durch ein sich entsprechend wandelndes gesellschaftliches Bewusstsein eine größere Sensibilität für das Thema entsteht – wodurch dann durchaus auch Frauen in Schwangerschaftskonflikten einfach länger nachdenken, ab es vielleicht doch mit Kind geht.

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        • Herr S. schreibt:

          Frauen in Schwangerschaftskonflikten kann man nach unserer Erfahrung am besten durch kompetente Fachberatung durch geschulte Beraterinnen beistehen, wie es vorbildlich – ohne Beratungsscheinausstellung – durch die rein spendenfinanzierte überkonfessionellen Schwangerenberatungsinitiativen 1000plus, pro femina und andere erfolgreich praktiziert wird.

          Z.T. findet das über die Internetplattform „vorabtreibung.net“ – auf Wunsch der Betroffenen anonym – statt.
          1000plus wurde erst vor wenigen Jahren gegründet – damals mit dem Ziel, wenigstens 1000 und mehr Frauen pro Jahr im Schwangerschaftskonflikt für ein Leben mit dem Kind zu beraten.
          Im vergangenen Jahr hat 1000plus bereits über 3500 Beratungen im Schwangerschaftskonflikt durchgeführt, für 2017 liegt das Ziel bei 4500. Man möchte für etwa 2020 auf rd. 10000 Beratungen jährlich kommen.

          Die pro life Organisation „Stiftung Ja zum Leben“ dokumentiert als einer der Träger von 1000plus in ihren Stiftungsbriefen immer wieder eindrucksvolle Fälle solcher oft sich über längere Zeit hinziehender Beratungsgespräche. Ich empfehle auch, sich selbst mal ein Bild von den anonymen Beratungen auf vorabtreibung.net zu machen. Man kriegt einen Eindruck davon, wie mühsam aber auch wie lohnend diese Arbeit für den Schutz des Lebens ist.

          Ich selbst kann das nur bewundern und nach unseren Möglichkeiten persönlich vor allem finanziell unterstützen.

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        • Claudia Sperlich schreibt:

          Ich mache bei einer geschlossenen Facebook-Gruppe mit, die pro life eingestellt ist und die Frauen in Not berät. Selbstverständlich gehört zu unserer Arbeit, Links zu Kaleb, 1000 plus, Die Birke und ähnlichen Organisationen weiterzugeben. Außerdem weisen wir Frauen auf andere in ihrer Nähe bestehende Hilfsmöglichkeiten hin – viele wissen nicht einmal, daß es ein Mutterschutzgesetz gibt. Der Erfolg ist sichtbar – viele Frauen entscheiden sich dann für ihr Kind.

          Zu den Aufgaben dieses Weblogs gehört aber weniger Beratung als Aufklärung. Wenn man Aufklärung von vornherein für sinnlos hält, hat man mit diesem Blog ein Problem, das ist klar.

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        • Herr S. schreibt:

          Liebe @Claudia Sperlich, ich habe an sich kein Problem mit ihrem Blog – auch nicht mit Ihrer Intention, über Abtreibung aufzuklären.
          Das finde ich sogar, wie ich schon ausführte, ehrenwert und wirklich wohlmeinend.

          Ich fürchte nur, dass bei der Wahl mancher Worte bei nicht wenigen der Zielgruppe statt eines Nach- oder gar Umdenkens, einfach nur buchstäblich „die Schotten runtergehen“.
          Haben wir ja kürzlich bei einem Poster in diesem Blog miterleben können. Schade dann um die Ihrerseitige Mühe…

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  2. Gerd schreibt:

    „Man möchte mit Christus beten “ Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

    Ja, aber nur wenn sie wirklich nicht wissen was sie tun. Wenn jemand ein Recht auf Abtreibung fordert, er dann aufgeklärt wird, dass bei der Abtreibung ein Mensch getötet wird und er nicht von seiner Haltung lässt, dann weiß er sehr wohl was er tut.

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    • Herr S. schreibt:

      @Gerd, die Frage ist, ob die Betreffenden den den Sie Informieren Glauben schenken, dass es sich hier wirklich von Anfang an um einen Menschen hsndelt, der getötet wird.

      Das ist nicht so einfach, denn wie wollen Sie beweisen, dass bereits im ersten Zellstoff eine vollständige Beseelung vorhanden ist?

      Sie und ich glauben das aber ein Ungläubiger?

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      • Gerd schreibt:

        Es geht, zumindest beim Thema Abtreibung, überhaupt nicht darum, was wir glauben oder nicht glauben. Die Fakten liegen auf der Hand. Abtreibung tötet Menschen. Wer das nicht wissen will, dem ist nicht zu helfen, sondern zu widersprechen.

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  3. Claudia Sperlich schreibt:

    Herr S., es gibt in Amerika eine Aktion „Atheists against abortion“. Man muss nicht einmal an eine unsterbliche Seele glauben, um einzusehen, daß Abtreibung ein schweres Unrecht ist.
    Abgesehen davon: Mein Blog richtet sich an alle, die ihn lesen, sei es, weil sie ihn gut oder zumindest diskutabel finden, sei es, weil sie diese katholische Ziege mal so richtig durch den Kakao ziehen wollen.
    Ich habe schon erlebt, daß eine Frau mir wutentbrannt die Freundschaft gekündigt hat, weil ich Abtreibung ein Unrecht nenne. Andererseits habe ich auch schon Menschen nachdenklich gemacht, die in dieser Frage nicht ganz entschieden waren. Jedenfalls werde ich weiter bloggen – auch zu den Themen Abtreibung und Lebensschutz. Wenn niemand mehr etwas dagegen schreibt, wird niemand mehr etwas dagegen lesen.

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  4. Claudia Sperlich schreibt:

    Was die Eingriffe angeht, so bleibe ich bei meinem Tonfall. Ein tödliches Gift ist kein Medikament, und ein Kind mit Geräten zerreißen und dann die Einzelteile irgendwie herausholen ist kein medizinischer Eingriff. Nochmals: medicamen heißt Heilmittel, und Schwangerschaft ist keine Krankheit. Ein Kind ist kein Geschwür.

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  5. Herr S. schreibt:

    Ich bin völlig Ihrer Meinung, was das ungeborene Kind oder z.B. die Abtreibung selbst angeht.

    Ob Sie allerdings Andersdenkende so ÜBERZEUGEN können, bleibt für mich dahingestellt.

    Viel Glück und Erfolg – mein Weg in dieser Angelegenheit ist halt ein anderer.

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