1400 Jahre Kloster Weltenburg

Ob die Gründung der Benediktinerabtei St. Georg in Kelheim an der Donau wirklich 617 durch zwei iroschottische Mönche geschah, ist nach heutigem Forschungsstand nicht sicher. Aber die Gegend war damals schon christlich, und die Zeit der Klostergründung mag wenigstens so ungefähr stimmen. Die Benediktinische Regel ist seit etwa 740 für Weltenburg verbindlich.

Während der Ungarnstürme im 10. Jh. mussten die Mönche fliehen – aber Weltenburg wurde nicht aufgegeben. 1123 bis 1328 lebten dort Augustiner-Chorherren. Die Klosterbrauerei ist 1050 zum ersten Mal erwähnt (sie besteht bis heute und produziert ausgezeichnetes Dunkelbier). 1191 wurde eine neue Klosterkirche errichtet.

Plünderungen im Schmalkaldischen Krieg und im Dreißigjährigen Krieg überlebte das Kloster Dank umsichtiger Führung. Leider mußten dazu Teile der Bibliothek verkauft werden.

Im Spätbarock erhielt das Kloster seine heutige Gestalt. Wer mich kennt, versteht, daß ich darüber etwas bekümmert bin, Romanik gefällt mir einfach besser – andererseits muss man sagen: Wenn Barock, dann bitte so! Die Architektur ist so wundervoll klar!

1821 fiel das Kloster der Säkularisation zum Opfer, wurde aber 29 Jahre später wieder, was es war – ein Benediktinerkloster.

Das Kloster Weltenburg betreibt neben der Brauerei ein Gästehaus, Feldwirtschaft und Schweinemast, einen Klosterladen und ein breites Kursangebot. Aber das Wichtigste ist, wie in jedem Benediktinerkloster, das Gebet – und selbst wenn ich nie nach Weltenburg komme und keinen der Mönche persönlich kenne, darf ich davon ausgehen, daß dort auch für mich gebetet wird.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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