Rückblick voll Dank und Freude

Das vergangene Jahr war für mich von so vielem Schönem und Gutem geprägt und bereichert, daß daneben alle auch erlittene Unbill eher lächerlich wirkt.

In der Karwoche pilgerte ich mit Freunden nach Rom und brachte von einer wundervollen Woche mit Abstecher nach Assisi Bilder und Gedichte mit.

Im Mai nahm ich eine jesidische Flüchtlingsfrau auf. Das bedeutete eine große Umstellung für eine alternde Eigenbrötlerin, ist keineswegs ununterbrochen leicht – und es bedeutet einen Gewinn für beide. Ich bin froh und dankbar, gewissermaßen eine jüngere Schwester zu haben.

Ich durfte Trauzeugin meiner besten Freundin sein. Das und die Freundschaft mit Suse und Tobias ist mir eine bleibende Freude! Gott schenke ihnen haufenweis Nachkommen – das wünsche ich mir so sehr wie ihnen, da ich gerne die irgendwie unverzichtbare liebe Patentante sein möchte.

Nach einer Art Weckruf vor etwas über drei Jahren und langer Suche nach meinem Platz in der Welt habe ich am ersten Adventssonntag ein Gelübde abgelegt. Daß ich das kann und darf, daß ich dorthin gefunden habe, ist jeden Tag von neuem ein Grund zur Freude und zum Dank. Selbst wenn ich an wirklich bedrückende Dinge denke, reißt mich der bloße Gedanke an mein Gelübde aus der trüben Stimmung und lässt mich neu vertrauen.

Die Katholische Charismatische Erneuerung ist mir sehr wichtig geworden als ein besonders schönes Land auf meiner geistlichen Landkarte. Nightfever  und Praystation sind mir wichtige Gottesdienste, und auch einem Gebetskreis habe ich mich angeschlossen. Ich bin glücklich, daß ich diese Möglichkeiten habe und daß trotz der Minderzahl der Kirchgänger in Berlin ein ganz reges geistliches Leben zu finden ist, wenn man es finden will.

Literarisch war es auch ein gutes Jahr. Publiziert habe ich das Hymnarium und die Zyklischen Sonette sowie, als kleinen dichterischen Scherz, das Bändchen Gut Nacht. Weitere Bücher sind in Vorbereitung. Dankbar bin ich auch, daß ich schreiben kann und darf – und daß der Kreis meiner Leser wächst.

Meine wichtigsten Lektüren waren in diesem Jahr Benedikt XVI., Letzte Gespräche mit Peter Seewald; Adrienne von Speyr: Die Welt des Gebetes; Frank Sheed: Theologie für Anfänger. (Die letzten beiden Bücher werde ich hier demnächst vorstellen – sie werden mich noch im neuen Jahr begleiten; vorerst sage ich nur: Lest sie.) Die Gespräche bekam ich über einen gewonnenen Büchergutschein, Speyr und Sheed wurden mir geschenkt – noch ein Grund zum Dank!

Eine Woche vor Weihnachten wurde Berlin Ziel eines Terrorangriffs. Ich bin traurig und entsetzt – und zugleich dankbar, daß meine Freunde alle unverletzt und am Leben sind, und vertrauensvoll, daß Gott stärker ist als der Tod. Die Weihnacht ist nicht „überschattet“ von Terror und Unglück, wie hundertfach geschrieben wird, sondern Terror und Unglück werden überstrahlt von der Geburt des Erlösers.

Dank sage ich meinen Freunden, Lesern und Bloggerkollegen. Ich hoffe, auch im kommenden Jahr in fruchtbarem Austausch mit Euch zu stehen.

Dank sei Gott für das vergangene Jahr und alle Jahre.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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