Die Religion des Konsums

Das sogenannte „Schloss“, ein sich barock gebendes Einkaufszentrum, das ich nur deshalb manchmal betrete, weil die Stadtbibliothek im gleichen Gebäude ist, und das ich grauenvoll finde – und bei dessen Bau das Gerüst in solcher Hast errichtet wurde, daß ein Bauarbeiter abstürzte, als ich gerade auf der anderen Straßenseite war, weswegen ich hier auch fürder nicht einkaufen werde -, dies Schloss für Bürger, die lieber Adlige wären, hat eine Besonderheit: Barockisierende Becken zu beiden Seiten eines Eingangs.

Was für ein Zeichen macht man, wenn man den Tempel des Konsums betritt? Ich schlage vor: Luft aus dem besagten Becken schöpfen und mit derselben Hand vor der Stirn den Gestus des Geldzählens machen.

Weihwasserbecken?

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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