Gaudete

„Freut euch“ heißt der dritte Adventssonntag.

An diesem Sonntag warfen Terroristen einen Sprengsatz in die koptische Kirche St. Peter und Paul in Kairo. Es gab mindestens 25 Tote und zahlreiche Verletzte.
Christ sein ist in Kairo dem Vernehmen nach weit weniger gefährlich als z.B. in Aleppo oder Nordkorea. Obwohl ab und zu Christen ermordet werden, weil sie Christen sind. Aber eben nicht so oft. Deshalb sagt der Spiegel:

Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit im Land ist größtenteils friedlich, immer wieder aber sieht sich die Minderheit gewaltsamen Übergriffen ausgesetzt. Dschihadisten-Gruppen werfen den Kopten in Ägypten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi Mitte 2013 unterstützt zu haben.

Größtenteils friedlich, immer wieder gewaltsame Übergriffe gegen Christen. Glasklar, Spiegel.

In Uyo, einer Großstadt im Südosten Nigerias, stürzte heute das Dach der noch im Bau befindlichen evangelikalen Reigners‘ Bible Church ein. Die Behörden sprechen von 160 Toten.
Zu möglichen Gründen schreibt die Süddeutsche:

in Nigeria stürzen immer wieder Bauwerke ein. Im Baugewerbe herrscht Korruption. Bei der Abnahme von Gebäuden werden Gutachter bestochen oder beim Material wird gepfuscht.

Am Sonntag Gaudete sind mindestens 185 Menschen umgekommen, nur weil sie Gott ehren wollten. Ich stehe davor und frage: Wie kann das sein? Warum lässt der Ewige das geschehen?

Als einzige Antwort finde ich die Freiheit des Menschen. Freiheit, die auch mißbraucht werden kann, um andere Menschen zu ermorden oder um auf Kosten der Sicherheit Geld zu raffen und zu pfuschen. Mißbrauchte Freiheit, die von anderen mit dem Leben oder mit der Gesundheit oder mit schrecklicher Trauer bezahlt wird.

Herr, nimm die Toten auf in Dein Reich, lass sie Dich schauen in Ewigkeit. In vollkommener Freiheit, ohne Leid, ohne Angst. Amen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Gaudete

  1. Gerd schreibt:

    Und dann ist da noch Kardinal Marx der behauptet: „Außerdem könne man davon ausgehen, dass besonders im Orient weder Muslime noch Juden eine Vorstellung vom Christentum und der Bedeutung des Kreuzes hätten. Dieses werde in erster Linie als Dominanz der Kreuzfahrer gesehen.“
    (Kath net vom 12.12.2016 )
    Ergo: Alle Kreuze in Ägypten verstecken und Ruhe ist.

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  2. Gerd schreibt:

    Seufz, ich weiß nicht was so manchen Zeitgenossen, mit oder ohne Kreuz, rauchen. Gesund ist das nicht. Das schreib ich als Pfeifenraucher. 😉

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