Eine Begründung des Dogmas

Die Bewahrte

Allmacht hätte Christus, den Herrn,
Gott den Gott in Person des Sohnes,
unversehrt können wachsen lassen
in einer Frau mit verwüsteter Seele.

Er tat es nicht. Er bewahrte Maria
vielleicht nicht so sehr um des Sohnes willen
als um der Mutter des Heiligen willen.

Welche in noch so geringe Schuld
verstrickte Frau hätte tragen können
dies Kind, das von aller Sünde blieb frei,
göttlich und menschlich, verheißner Messias?

Welche Mutter, mit Erbschuld belastet,
hätte den Gruß des Engels ertragen,
hätte das Kind ohne Grauen gesehen,
Grauen vor ihrer eigenen Seele?

Nur die Bewahrte konnte bewahren
in ihrem Herzen, unter dem Herzen,
an ihrem Herzen, dem schon durchbohrten,
diesen göttlichen Sohn und Heiland.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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3 Antworten zu Eine Begründung des Dogmas

  1. Chris schreibt:

    Danke! Es tut so gut dieses Gebet, dieses Gedicht zu lesen.

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  2. Chris P. schreibt:

    Ich kenne mich mit den Mariendogmen nicht so gut aus, aber es ist ein berührender Gedanke, den Sie in diesen Versen formulieren.

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