Verletzte Braut, geschändeter Leib

Es geht der Kirche, der geheiligten Braut Christi, dem mystischen Leib Christi, nicht gut.

Zwischen dem Heiligen Vater und vielen Kardinälen herrscht Unfrieden. Viele Priester und selbst Bischöfe entfernen sich von der kirchlichen Lehre. Das alles ist nichts Neues, geschieht seit knapp zweitausend Jahren immer mal wieder. Allerdings sieht es für den, der Unfrieden erlebt, immer so aus, als sei es noch nie so schrecklich gewesen.

Die Katechese ist mangelhaft, die religiöse Bildung Erwachsener beschränkt sich häufig auf feministisch angehauchte Teekränzchen mit Bibellektüre und Nachfragen, was dieser Text mit uns macht.

In unserer Zeit der raschen Information (auch der raschen Desinformation) scheint mir aber das Kirchenvolk ganz besonders zickig. In den sozialen Medien wird auf Papst, Kardinälen und der ganzen Geistlichkeit von Katholiken jeder Couleur eingedroschen – von „Sozi“ und „Freimaurer“ über „Feigling“ bis „Verräter“ ist jede Anschuldigung vorhanden. Versucht man zu mäßigen, wird man als Häretiker bezeichnet. Auf der anderen Seite sind die Weichen, Lieben, die dem Papst und bei den Fürbitten auch dem Herrn Masterpläne zur Dekatholisierung der Kirche vorlegen, auf daß sie endlich vernüftig werde.

Wenn das die ganze Kirche wäre, träte ich aus.

Aber die Kirche ist nicht nur der irdische Zusammenschluss von Himmelsbürgern, die sich zuweilen wie das Gegenteil benehmen. Sie ist auch der mystische Leib Christi, die Braut des Lammes, die in der Offenbarung des Johannes 19,6-7 so herrlich beschrieben ist.

Halleluja! Denn König geworden ist der Herr, unser Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung. Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre erweisen. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes und seine Frau hat sich bereit gemacht.

Es ist die Kirche, die ich liebe und in der und von der und für die ich lebe, weil ich in, von und für Christus lebe.

In ihr und für sie bete ich. Sie ist unzerstörbar – das hat der Herr versprochen.

… die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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22 Antworten zu Verletzte Braut, geschändeter Leib

  1. Chris P. schreibt:

    Tja, die Kirche ist groß und hat Platz für viele Richtungen, das eben macht sie katholisch. Ich denke, was die Krise der Kirche heutzutage im Wesentlichen ausmacht ist, dass sie in einer (faktisch, nicht unbedingt normativ) multikulturellen Gesellschaft eben nur als eines von vielen Angeboten wahrgenommen wird, dass sie es mit deutlich mündigeren Menschen zu tun hat als im Großteil ihrer Geschichte (mit allen Folgen, sowohl positiv als auch negativ), und eben auch, dass jede theologische Debatte außerhalb engster Grenzen gleich zur Kirchenspaltung hochgeredet wird. Timothly Radcliffe OP, ehemaliger Generalmagister und heute im Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, hat in einem seiner Bücher mal (sinngemäß) beobachtet, vor der Reformation habe man so gut wie alles mit theologischen Argumenten vertreten können – danach wurden selbst theologische Details lange Zeit zu einer Frage von Leben und Tod. Dabei wurden wirklich große Abweichungen auch schon vorher scharf bekämpft, man denke an Katharer, Hussiten oder auch schon die Valentinianer. Ich denke es würde vielen in der Kirche heute gut tun, ein wenig offener für andere Strömungen zu sein, sie als Teil der Kirche zu sehen, ohne dabei zwangsläufig von der eigenen Überzeugung abzurücken. Muss ja nicht gleich zu feministischer Theologie und Wohlfühl-Okkultismus führen. 😀

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  2. Gerd schreibt:

    Den Satz: „Tja, die Kirche ist groß und hat Platz für viele Richtungen, das eben macht sie katholisch.“, ist so abgedroschen, dass er nur noch falsch sein kann. In der katholischen Kirche, so habe ich es gelernt und nehme es für wahr, gibt es nur eine Richtung. „Niemand kommt zum Vater, außer durch mich!“ Und: „Getrennt von mir, könnt ihr nichts vollbringen!“ Nehmen wir die Worte des Herrn ernst, und das sollten wir endlich, ist der von Chris gebrachte Satz ziemlicher Unsinn und bedarf einer genaueren Interpretation. Natürlich gibt es so viele Wege zu Gott wie es Menschen gibt, so hat Papst Benedikt es richtig fest gestellt, allerdings endet der Weg in einer Sackgasse, wenn er nicht mit Jesus Christus beginnt und/oder weitergeht. Dann ist man eben nicht mehr katholisch und richtungsweisend. Zu der Feststellung, dass es der Kirche gut tut, ein wenig offener für „andere Strömungen“ zu sein und sie als Teil der Kirche zu sehen: Das kann man vielleicht gut mit dem Zustand einer Familie vergleichen, wo der Vater Alkoholiker und der Rest der Familie einen gesunden Umgang mit dem Genussmittel Alkohol hat. Nun akzeptiert der Rest der Familie das Alkoholproblem des Vater, dessen Gesundheit rapide Schaden genommen hat, mit der Begründung der kranke Vater vertrete halt nur eine andere Richtung mit dem Umgang von Spirituosen. Sie stellt sich dann vielleicht als eine für andere Strömungen offene Familie dar, negiert allerdings, dass diese Familie aufgehört hat zu existieren, weil der Vater alles in Grund und Boden säuft.

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    • Chris P. schreibt:

      Gerne, nehmen wir diese Worte ernst. Dann kommen wir automatisch zu der Frage, welcher Weg es denn ist, der durch Jesus zum Vater führt und kommen in eine theologische Debatte über den Willen des Herrn, die eben, da wir nur Menschen sind, durchaus unterschiedliche Ergebnisse haben kann. Oder aber wir nehmen einfach unseren eigenen Weg und behaupten ohne Argumente, der allein sei der Richtige. Das ist dann natürlich einfacher.
      Und sich andere Meinungen nur mit einer Krankheit erklären zu können sagt meines Erachtens mehr über die eigenen Ansichten aus als über diese Meinungen. Dass Alkoholismus kein gesunder Umgang mit einem Suchtmittel ist, ist jedem vernünftigen Menschen einsichtig, in der Kirche dagegen gibt es Kontroversen, in denen auf beiden Seiten gut argumentiert werden kann.

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      • Gerd schreibt:

        Ich komme, für meinen Teil, nicht automatisch zu einer theologischen Debatte über den Willen des Herrn, wenn er zum Beispiel klare Aussagen über seinen Leib und sein Blut macht, den und das wir essen und trinken müssen, um das ewige Leben zu erhalten. Jesus selber fordert dazu auf zu gehen oder zu bleiben, ohne eine Diskussion über seine Worte zu führen. Ebenso wenig ist es sinnvoll theologisch eine Debatte zu führen, um ein anderes Beispiel zu nennen, dass Jesus die von Gott gestiftete und vereinte Ehe als unauflöslich bezeichnet, egal was die Menschen daraus machen. Wenn wir nun darüber debattieren, wie Jesus das wohl gemeint hat und zum Ergebnis kommen, dass die Ehe doch nicht so unauflöslich ist, wie Jesus das behauptet, dann ist etwas faul an der Debatte. Immer im Hinterkopf, dass wir die Worte Jesu gerne ernst nehmen. Uns Christen steht es besser an, über die Worte des Herrn gerne nachzudenken, sie zu betrachten und gläubig anzunehmen. Letztendlich ist die Frage Jesu an die Schwester von Martha an uns alle gerichtet: „Glaubst du das?“ Nicht: „Debattierst du darüber?“
        Dass eine theologische Debatte Formen einer Krankheit annehmen kann, die über den Alkoholismus hinausreicht und das ewige Leben bedroht, sollte allen Christen klar sein. Wenn Theologen unter dem Deckmantel ihre Lehrerlaubnis einer Generation von Priestern „gelehrt“ hat, dass Jesus wohl nicht von den Toten auferstanden ist, dann machen sie den Glauben sinnlos und die Christen sind, um Paulus zu zitieren, ärmer dran als alle Menschen. Ich kenne solche Priester……. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich mit solchen „Lehrern“ nicht debattieren musste. Mein Fazit: Weniger Debatte, mehr Glaube! Wenn wir die Worte des Herrn gerne ernst nehmen.

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        • Chris P. schreibt:

          Ich denke, Ihre Argumentation geht da fehl, wo Sie ignorieren, dass jede noch so lapidare Aussage über den Inhalt eines Satzes bereits eine Interpretation ist. Sie nehmen also Ihre Interpretation von den Worten Jesu und erklären sie (möglicherweise ohne es zu merken) zur einzig Möglichen. Wann immer dann jemand anderer Meinung ist, muss er demnach falsch liegen, weil er dem Willen des Herrn zuwiderhandelt – Und fertig ist der Zirkelschluss. (Wobei ich nicht mal denke, dass wir in allen Punkten die Worte Jesu oder die Aussagen der Bibel unterschiedlich interpretieren würden – bei dem was Sie oben zur Stiftung des Abendmahls oder zur Auferstehung schreiben würde ich Ihnen zum Beispiel kaum widersprechen.)
          Dass es auch zu viel theologische Debatte geben kann, versteht sich von selbst, meinem Eindruck nach würde die Kirche allerdings derzeit eher von mehr Offenheit profitieren – überlegen Sie mal: Ich hab‘ lediglich angeregt, dass man offen debattieren sollte, ohne sich gegenseitig auszugrenzen, und schon schmeißen Sie mich fröhlich in einen Topf mit Leugnern der Auferstehung. Ist das ein Klima, das Sie gerne in der Kirche haben? Ich nicht.
          Allzu oft erinnert mich der Umgang mit anderen Deutungen in der Kirche an das Pharisäerhafte, das Jesus so scharf kritisiert hat.

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  3. Gerd schreibt:

    Wenn wir schon zumindest bei der Einsetzung des Abendmahles und bei der Auferstehung einer Meinung sind, haben wir eigentlich nur die Worte Jesu und können da nix mehr hinein interpretieren. Eine Debatte würde sich da um sich selbst drehen. Und ja, wenn jemand die Auferstehung des Herrn leugnet, liegt er immer falsch und handelt zuwider. Und wenn er die Unauflöslichkeit der Ehe leugnet oder relativiert, liegt er immer falsch und handelt, wenn er die Ehe bricht zuwider. Egal ob das ein Briefträger oder ein Kardinal sagt. Offen debattieren und dabei niemand ausgrenzen ist Wunschdenken und in der Praxis bzw. in der Realität nicht umsetzbar. Jesus hat es abgelehnt mit gespaltener Zunge zu reden und zu handeln. Hier noch mal das Wort des Herrn: Wollt auch nicht ihr gehen? Und wenn sie denn gehen, dann grenzen sie sich erstmal aus. So ist das. Zu dem Vorwurf an mich, ich würde wie ein Pharisäer argumentieren. „Tut alles was sie euch sagen, aber nicht wie sie handeln.“ Da Sie mein Handeln nicht kennen, sollten sie mit solchen versteckten Anschuldigungen vorsichtig sein. Und wo ich Sie mit den Leugnern der Auferstehung in einen Topf werfe, weisen Sie mir sicher nach.

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    • Chris P. schreibt:

      Sie verweisen darauf, dass Jesus seine Überzeugungen klar vertrat. Und wieder gehen Sie dabei ganz automatisch davon aus, Sie hätten eine objektive Vorstellung von dessen Willen und jemand, der anderer Auffassung ist als Sie, nicht. Als Menschen sind wir aber eben grundsätzlich nur zu einer subjektiven Vorstellung davon fähig.
      Ich würde allerdings sagen, nehmen wir uns doch, jeder Einzelne, Jesus hier zum Vorbild, denn wenn alle ihre Überzeugungen klar vertreten, dann kommen wir vielleicht zu einer freien Debatte…

      Wir haben übrigens mehr als nur und ausschließlich Jesusworte. Wir haben auch, nicht mit dem gleichen Stellenwert, aber für den Katholizismus von großer Bedeutung, Worte von Aposteln, Päpsten, von Heiligen, wir haben zweitausend Jahre alte Tradition und Sitte, wir haben biblische Tatsachenberichte und biblische Bilder aus zwei Testamenten, außerbiblische Überlieferungen, wir haben wissenschaftliche Hermeneutik. Es wird Ihnen schwerfallen, da überall eine unumstrittene, ununterbrochene Logikkette zu anerkannten Worten Jesu zu ziehen. Jesus konnte gar nicht zu jedem denkbaren Sachverhalt eine Aussage treffen.
      Und dann sind die Worte Jesu auch ganz offensichtlich nicht immer wörtlich zu nehmen, auch der Herr bediente sich Metaphern, Bildern, Gleichnissen.
      Soll heißen: So eindeutig, wie Sie behaupten, ist die Lage nunmal nicht immer.

      Wo Sie mich mit Leugnern der Auferstehung zusammenwerfen? Also… wenn Sie als einziges Beispiel für die offene Debatte, die ich anrege, Theologen nennen, die die Auferstehung leugnen, dann haben wir einen Vergleich von mir mit diesen Theologen. Sie übertragen die Wertung für die auf mich. Ich behaupte nicht, dass Sie mich selbst einen Leugner der Auferstehung genannt haben. Aber Sie weisen mir erkennbar einen Platz bei diesen zu, und den Schuh ziehe ich mir nicht an.

      Nun zu Ihnen – wo ich Sie persönlich einen Pharisäer genannt habe, weisen dann Sie bitte wiederum mir nach. Ich habe vom allgemeinen Umgang mit anderen Perspektiven gesprochen. Und um noch zu präzisieren, was ich gemeint habe: Heuchelei würde ich der innerkirchlichen Diskussion nicht per se attestieren. Jesus hat aber auch etwas mehr über Pharisäer gesagt als die von Ihnen zitierte Stelle. Gemeint habe ich das eher in die Richtung, in die das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner weist. Was ich kritisiere, ist demnach sich selbst nicht hinterfragende Rechthaberei. Wohl gemerkt, nicht bei Ihnen persönlich, es sei denn, Sie geben mir einen guten Grund dafür.
      Was Ihr Handeln angeht, halte ich Sie für einen Menschen, wie mich auch. Keine versteckte Anschuldigung enthalten. Damit dürfte hoffentlich dazu alles gesagt sein.

      Noch etwas zu der Idee, eine offene Diskussion ohne Ausgrenzung sei eine Wunschvorstellung: Ich denke, in demokratischen Staaten haben wir da grundsätzlich andere Erfahrungen gemacht. Nun ist die Kirche kein demokratischer Staat, aber auch in ihr findet Diskussion statt. Ich denke daher, wir sollten die Frage der Machbarkeit nicht im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung von Anfang an ausschließen.

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  4. Claudia Sperlich schreibt:

    Interessante Diskussion.
    Ich stelle fest, daß der erste Satz „Tja, die Kirche ist groß und hat Platz für viele Richtungen, das eben macht sie katholisch.“, stünde er unerklärt da, tatsächlich in eine ungute Richtung der Beliebigkeit weisen könnte. Nun hat Chris ihn ja aber gleich erklärt und sich eindeutig von relativierendem Unsinn abgegrenzt. Da meine ich, man muss nicht gleich Schaum vor dem Mund bekommen.
    Auch wenn ich Gerds Aussagen vor dem Hintergrund, daß an allen Ecken und Enden die Beliebigkeit wuchert, verstehen kann: Chris hat die legitime Vielfalt in der Einheit der Kirche beschworen, nicht den Relativismus.

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    • Chris P. schreibt:

      Danke für diese moderierenden Worte, Frau Sperlich. In der Tat wollte ich nicht auf Beliebigkeit hinaus. Ich vermute trotzdem stark, dass ich „liberaler“ als viele hier eingestellt bin.
      Ich habe diesen Blog bisher gerne verfolgt, weil ich die Ausführungen zum katholischen Brauchtum interessant finde und meine eigene Überzeugung gelegentlich auch gerne einer Überprüfung unterziehe, wenn ich mir unbekannte Argumente höre. Ich nahm bisher an, dass die Kommentarspalte hier die Möglichkeit auch zu abweichender Äußerung gibt, solange die Höflichkeit gewahrt ist und alle Beteiligten prinzipiell bereit wären, sich in gewissem Umfang selbst als Lernende zu sehen.
      Aber es ist Ihr Blog, und ich frage daher lieber für die Zukunft: Ist eine höflich geführte Diskussion – auch über heiße Eisen – erwünscht, wenn der Beitrag sie aufwirft? Falls nein, halte ich mich zurück. Ich wüsste im Zweifelsfall viel Besseres mit meiner Zeit anzufangen als, wie man heute im Netzjargon sagt, ein Blog zu trollen. 🙂 Dass man mir allerdings für eine simple Beobachtung über die Kultur der Auseinandersetzung in der Kirche mit Bewertungen wie „Unsinn“ und der Gleichsetzung mit Auferstehungsleugnern kommt, hätte ich nicht erwartet.

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      • Gerd schreibt:

        Frau Sperlich steht es frei, meine Kommentare zu veröffentlichen oder nicht. Wenn sie meine Kommentare gesperrt hätte, wären wir noch immer anderer Meinung, nur Sie wüssten nix davon. Mehr ist das nicht. Sollte man nicht immer erwarten, dass man für scheinbar simple Beobachtungen auch mal Widerspruch erntet?

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        • Chris P. schreibt:

          Sie haben vielleicht übersehen, dass ich mich nicht an der Tatsache des Widerspruchs störe, sondern dass mich bestimmte Unsachlichkeiten dabei überrascht haben. Genauso wenig habe ich ein Problem damit, dass Sie anderer Meinung sind als ich, ich habe ja gerade eine Lanze für die Meinungsvielfalt gebrochen. Wer redet denn bitte davon, Ihre Beiträge zu sperren?? *kopfschüttel*

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    • Gerd schreibt:

      Das ich Schaum vor dem Mund habe, wird mir der öfteren vorgeworfen. Aber das passierte in knapp 2000 Jahren immer mal wieder dem ein oder anderen Christen. Und für mich persönlich ist das nix Schreckliches.
      Ich zitiere nochmal Chris: „Ich denke es würde vielen in der Kirche heute gut tun, ein wenig offener für andere Strömungen zu sein, sie als Teil der Kirche zu sehen, ohne dabei zwangsläufig von der eigenen Überzeugung abzurücken.“
      Der Satz, entschuldigt bitte, ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Ich frage: Wie offen? Welche anderen Strömungen? Zu welchem Teil der Kirche sollen die dann gehören? Wie lange soll man debattieren. ohne das irgendwann das Wort Relativismus im Raum steht? Gibt es da einen Zeitraum? Ab wann ist z.B. die gültig geschlossene katholische Ehe nicht mehr unauflöslich, um zu einer aktuellen Diskussion zu kommen? Deswegen ja auch der Streit zwischen Bischöfen und Kardinälen und dem schweigenden Papst. Mal ganz davon abgesehen, dass die geschiedenen, wieder verheirateten Eheleute in unseren Gefilden, offen die Kommunion vor der Gemeinde empfangen, ohne auch nur daran zu denken, die neue Beziehung zu beenden. Das schändet u.a. auch den mystischen Leib Jesu Christi, wo wir ja wieder beim Titel dieses Beitrages sind.
      @dilettantus in interrete: Ich habe meditiert, bin gelassen und sende schaumfreie Grüße in die katholische Vielfalt.

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      • Chris P. schreibt:

        Ich habe den Satz, den Sie als weder Fisch noch Fleisch kritisieren, recht allgemein gefasst, ich hatte nicht vor das Thema in Richtung irgendeiner Detaildiskussion, die nicht auch im Ursprungsbeitrag vorkommt, umzubiegen.
        Es geht mir außerdem um eine Anregung zu einer bestimmten Grundhaltung, nicht darum, Sie von meinen Ansichten zu einem bestimmten theologischen Thema zu überzeugen.

        Aber bitte, wenn Sie unbedingt ein Beispiel haben wollen, nehmen wir doch die Diskussion um den Pflichtzölibat so um 2008. Ich hätte es gut gefunden, wenn Befürworter einer Lockerung nicht den Vorwurf bekommen hätten, mit der Anregung der Diskussion allein bereits die Kirche und Jesus Christus beleidigt zu haben, wie das damals ein Kardinal formulierte. Es ginge doch auch deutlich weniger existenziell… Hier wurde versucht, die eigene Position durch einen Blasphemievorwurf zu immunisieren, und nicht lediglich, sie würdig zu vertreten.
        Ich würde den Mangel an Debattenkultur allerdings nicht ausschließlich in diesem Teil der Kirche verorten. Wenn man, wie ein paar Beiträge früher in diesem Blog, zum Beispiel nicht mehr in einer öffentlichen Diskussion in einer katholischen Kirche höflich auf einen wahrgenommenen Widerspruch zwischen vertretenen Frauenrechten und einem ebenfalls vertretenen, behaupteten Recht auf Abtreibung hinweisen kann, ohne niedergebrüllt zu werden, läuft auch etwas verkehrt. Das nur als Beispiel aus der anderen Windrichtung.

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  5. „Das alles ist nichts Neues, geschieht seit knapp zweitausend Jahren immer mal wieder“

    Laßt uns diesen Satz meditieren und in den gelassenen Streit ziehen.

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  6. Claudia Sperlich schreibt:

    @alle:
    Ich finde es nach wie vor richtig, Diskussionen zuzulassen. Zumal ich persönlich Gerds letzte Äußerung zu Chris durchaus bedenkenswert finde. Man merkt, ich gebe in dieser Diskussion keinem völlig Unrecht.
    Keiner der Diskutanten in diesem Strang ist bislang von mir gesperrt. Ich sehe auch gar keinen Grund dazu. Die Mahnung zur Gelassenheit ist aber zu beherzigen.

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    • Gerd schreibt:

      Es geht ja gar nicht darum, jemandem Unrecht zu geben oder nicht. Zumindest mir nicht. Oder eine Lanze für Meinungsvielfalt zu brechen, wie Chris das wohl angedeutet hat. Wenn wir Meinungsvielfalt haben, dann ist das erst mal ein Zustand der noch gar nix aussagt. In unserem Pfarreirat herrschte auch Meinungsvielfalt, bis ich den Mund aufgemacht habe. Dann hatte ich zur allgemeinen Vielfalt meine Vielfalt hinzugesellt und da war dann ganz schnell Schluss, mit Vielfalt und Toleranz und das andere Gedöns. Die Mahnung zur Gelassenheit hilft auch nur bedingt. Wenn Jesus das Feuer auf die Erde geworfen hat und sich danach sehnt, dass es endlich brennt, ist er mal Schluss mit lustig und Vielfalt und Debatte und Dialog und was es sonst noch so gibt. Dann geht es Mutter gegen Tochter, Vater gegen Sohn und Hausgenossen gegen Hausgenossen. Dann geht es, wie oben beklagt, Bischof gegen Bischof, Papst gegen Kardinal und Priester gegen Gläubige. Schwarzmalerei? Dialogverweigerung?
      Noch mal die Frage an Chris (wenn er noch will): Zitat: „Ich denke es würde vielen in der Kirche heute gut tun, ein wenig offener für andere Strömungen zu sein, sie als Teil der Kirche zu sehen, ohne dabei zwangsläufig von der eigenen Überzeugung abzurücken.“

      Wie offen? Welche anderen Strömungen? Zu welchem Teil der Kirche sollen die dann gehören?

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      • Chris P. schreibt:

        Jesus ist der Sohn Gottes. Er darf Feuer auf die Erde werfen. Sie sind nur ein Mensch, also lassen das Feuerwerfen bitte bleiben. Die Welt leidet nicht gerade an zu wenigen Bränden.

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        • Gerd schreibt:

          Als Jesus auf Erden wandelte, hat das Feuer, nach seinen Angaben, noch nicht gebrannt. Seine Absicht war wohl, (meine Interpretation) dass sein Bodenpersonal zündeln sollen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Frau Sperlich hat z. B. kräftig gezündelt als sie das Thema Abtreibung in einer katholischen Einrichtung angesprochen hat. Was für Frau Sperlich gilt, nehme ich für mich ebenfalls in Anspruch. Zum Thema Pflichtzölibat, das sie gebracht haben. Nun denn, sie plädieren für einen offenen Umgang in der Kirche für andere Strömungen. (hier wohl die Abschaffung des Pflichtzölibats?) Nun hat die katholische Kirche allerdings entschlossen, keine Frauen zu Priestern zu weihen, mit dem Hinweis, dass sich alle Gläubigen an diesen Entschluss zu halten haben. Da nützt es leider nix, auf eine gepflegte Debattenkultur zu verweisen, wenn eine Debatte eigentlich schon beendet ist und keine neue gewünscht wird, sonst hätte man ja nicht entschieden. Wenn dann die Befürworter des Pflichtzölibats die Nerven verlieren und mit Blaspemievorwürfen kommen, dann ist das bedauerlich, auf eine gewisse Art allerdings auch verständig. Man ist es einfach satt über Dinge zu palavern, die längst entschieden sind. Und nein, wir werden nicht, wie sie es wünschen, zu einer bestimmten Grundhaltung gelangen, wenn wir Diskussionen anstoßen die nicht mehr einer Diskussion würdig sind. Bei Rot bleibt man stehen, bei Grün kannst du gehen. Niemand käme auf die Idee über den Sinn und Unsinn von Ampelanlagen eine Debatte zu führen,
          Sie sehen und lesen, es wird kräftig gezündelt. Der Herr wollte es so. Nicht mit Brandbomben und Sprengstoffgürtel, sondern mit der Wahrheit, die jeder hat, der auf seine Stimme hört. Nun könnte man mit Pilatus die Wahrheitsfrage stellen. Machen wir es wie Jesus: Schweigen wir wenn es nötig ist und reden wir wenn es nötig ist. Der Rest ist das Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachfolgen.

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  7. Chris P. schreibt:

    Pflichtzölibat und Frauenordination sind erstmal zwei verschiedene Themen, und die Zölibatsdebatte wurde nicht offiziell und für alle Zeiten beendet, der Pflichtzölibat ist kein Dogma und nicht so eindeutig wie Rot oder Grün auf einer Ampel – und auch, wenn es Ihnen nicht gefallen wird, diese Frage wird garantiert wiederkommen.
    Aber lassen Sie’s gut sein, einig werden wir uns hier ohnehin nicht mehr. Ihnen wird schon immer irgendein Grund dazu einfallen, warum es ok ist, andere Leute ausgrenzen, und warum Sie selbst kräftig zündeln dürfen. Den grundlegenden aussagenlogischen Unterschied zwischen der Wahrheit Jesu und ihrer subjektiven Sicht darauf, sowie die damit einhergehende Grundhaltung von gegenseitigem Respekt können oder wollen Sie nicht verstehen.
    Leider gehört es aber nunmal zu den Paradoxa der freien Diskussion, dass man den Unkonstruktiven nur sehr begrenzt tolerieren kann, ohne dass das Ganze leidet. Und daher klinke ich mich an diesem Punkt aus dem Gespräch mit Ihnen aus. Ihnen steht es natürlich frei, weiter zu zündeln, Leuten Dinge unterzuschieben, die sie nicht gesagt haben, sie mit Suchtkranken zu vergleichen oder ihre Beiträge als Unsinn abzubügeln, und sich dann zu fragen warum Sie damit anecken wie in Ihrem Pfarreirat, aber das wird dann voraussichtlich ein Monolog. ;-D

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  8. Gerd schreibt:

    Mit ihnen hab ich zumindest keinen Monolog geführt, sondern sie haben mir fleißig geschrieben um sich nun aus der Diskussion auszuklinken. Dass Christen anecken liegt in der Natur der Sache und ist nix besonderes. Die Frage ist für mich längst beantwortet.

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  9. Herr S. schreibt:

    Völlig richtig hat @Gerd im Kommentar wiederholt darauf hingewiesen, was Jesus Christus bzgl. der Ehe, Unauflöslichkeit und Bruch derselben gelehrt hat.
    Gerade dieses heiße Eisen ist seit Monaten in der römisch-katholischen Kirche ein Streitpunkt; sogar zwischen dem Papst und einigen Bischöfen.
    4 Kardinäle, darunter die deutschen Kardinäle Brandmüller und Meissner, haben 5 gravierende Zweifel an bestimmten Lehrauslegungen des päpstlichen Schreibens Amoris laetitia formuliert und offenbar Anfang September zunächst vertraulich an den Papst geschickt.
    Nachdem der Papst auch nach über 2 Monaten nicht geantwortet hat, haben die 4 Kardinäle ihr Anfrageschreiben kürzlich öffentlich gemacht.
    Seitdem geht es u.a. in den online-Medien hoch her: Kakophonie.
    Aber eine Antwort auf Ihre meiner Meinung nach berechtigten Fragen haben sie bisher vom Papst immer noch nicht bekommen.
    Was ist das eigentlich für ein Stil?
    Will oder kann der Papst nicht antworten?
    Er sollte doch kraft seines Amtes seine Brüder stärken und nicht ignorieren.
    Wundert man sich da noch, dass in der Kirche derzeit schlechte Stimmung herrscht?

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  10. Claudia Sperlich schreibt:

    Ich habe diesen Artikel geschrieben, weil ich die Kirche liebe.
    Aus demselben Grund schließe ich die Diskussion, da ich befürchte, sie wird sonst allzu feindselig.

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