Monica – eine heilige Mutter

Ohne Monica von Tagaste gäbe es keinen Augustinus von Hippo Regio. Ohne ihre drängenden, Gott bestürmenden Gebete wäre ihr Sohn vielleicht nur als spätantiker Philosoph und liederlicher Frauenheld, der sich aus dem spirituellen Überangebot seiner Zeit griff, was gerade passend schien, noch einem ganz kleinen Kreis von Gelehrten bekannt.
Aber sie hat nicht aufgehört, für ihn zu beten, immer wieder, unter Tränen, zuweilen wohl fast verzweifelt – hat das so sinnlos scheinende Gebet beibehalten, bis Augustinus sich bekehrte. Auch ihre Gebete für ihren religiös indifferenten, groben Mann wurden erhört.

Monica
Melodievorschlag: Befiehl du deine Wege

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Monica – eine heilige Mutter

  1. Sabine R. schreibt:

    Ich finde Ihre Gedichte und Texte – kathnet inbegriffen – immer erfrischend anders und persönlich. Warum veröffentlichen Sie nur über „self publishing“. Es müsste doch einen Verlag geben, der diese immerhin ausgereiften Texte publiziert…

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