Habe ich Angst vor Islamisten?

Selbstverständlich habe ich Angst um meine Glaubensgeschwister in Nigeria, Saudi-Arabien, Mali, Irak, Iran, Syrien, Frankreich und einer Menge anderer Länder. Und um die Jesiden, und um die zahllosen anderen, die den Islamisten nicht in den Kram passen. Und um die Seelen der Täter.
Diese Angst wird auch nicht eben gedämpft durch die Ereignisse der letzten Wochen und auch nicht durch einen Artikel in der Tagespost, der die Terrorwerbung des IS-Hochglanz-Magazins Dabiq vorstellt. In diesem Magazin wird ausdrücklich gesagt und gut gefunden, daß Islamisten Christen hassen, und zwar deshalb, weil sie an den Dreieinen Gott glauben. Also weil sie Christen sind. Islamisten zeichnen sich dadurch aus, daß sie versuchen, alles umzubringen, was nicht genau ihre Lesart des Korans bejaht.

Ich merke zwar, daß ich inzwischen auch schon mal einen Terroranschlag übersehe und mich erst verzögert die Nachricht einer gewissen Anzahl Ermordeter erreicht. Aber dadurch wird meine Angst nicht geringer. Trauer, Zorn und Angst vermischen sich in mir, dazu kommt Mitleid – aber eines wird kein Terrorist damit erreichen: Mich vom Glauben und von der Kirche abzuhalten.

Im Gegenteil. Immer deutlicher wird die Notwendigkeit, genau das zu tun, was IS, Boko Haram und ähnliche Mörderbanden nach eigenem Bekunden hassen: In die Kirche gehen, zum Dreieinen Gott beten, Ihn verehren, Ihn um Hilfe anflehen, Seinen Geist anrufen, daß Er die Islamisten erleuchte und bekehre. Maria und alle Heiligen um Fürbitte angehen, den Rosenkranz beten. (Höhnisch mitlesende Kampfatheisten dürfen gerne überlegen, ob es in den letzten Jahrzehnten schon auf längere Sicht effektivere Maßnahmen gab.) Die Bibel als Gottes Wort lesen und zu verstehen suchen, den Glauben weitergeben.
Auf jede Gefahr hin – wie Jacques Hamel, wie die einunzwanzig koptischen Märtyrer und wie viele andere.

Sanguis martyrum semen est Christianorum. Und wenn ich Märtyrer sage, meine ich nicht Mörder, sondern ihre Opfer.

Macht Ihr mir Angst, Ihr Terroristen?
Ja, zweifelsohne.
Bringt Ihr mich damit zum Abfall vom Glauben?
Ganz im Gegenteil.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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