Hörnchen ohne Beweisbild

Ich schlafe im Sommer gern bei offener Balkontür. Heute wachte ich von hektisch trappelnden Schritten auf: Ein Hörnchen war ins Zimmer gekommen! Der Futternapf auf dem Fensterblech war leer, da musste es nach dem Rechten sehen.
Es wuselte durchs Zimmer, sprang auf den Schreibtisch und fraß einige Sonnenblumenkerne, die innen auf der Fensterbank lagen. Weitere sah es nur an – die lagen zwischen den beiden Fensterscheiben.
Irgendwann akzeptierte es, daß die innere Fensterscheibe seinem bohrenden Blick nicht weicht (es handelt sich um garantiert eichhörnchensicheres Spezialglas). Es huschte wieder nach draußen.

Ich stand auf und füllte ihm reichlich die Futterschale, und ich hoffe, daß es gelegentlich wieder hereinkommt. Warum es übrigens die meisten Sonnenblumenkerne auf dem inneren Fensterbrett hat liegenlassen, bleibt sein Geheimnis. Stattdessen nur gucken, an welche es nicht herankommt, ist fast menschlich.

Wenn es warm genug ist, mache ich das Fenster auf. Das ist der eigentliche Grund für die bei geschlossenem Fenster unerreichbaren Kerne. Und ich irgendwann habe ich dann auch ein Beweisphoto von Hörnchen in der Wohnung.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Hörnchen ohne Beweisbild

  1. Olet lucernam! schreibt:

    Wir füttern jetzt das zweite Jahr einen Igel durch. Der kommt fast jeden Abend und verputzt das Katzenfutter. Ins Haus kommt er aber (noch?) nicht.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Hörnchen und Blümchen | Katholisch? Logisch!

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