Termin um 10.30 Uhr

Wegen Sanierungsarbeiten im Lageso Turmstraße sind Teile der Verwaltung ins ICC Berlin ausgelagert.

Wer dort um 10.30 einen Termin hat, kann folgendes erleben.

Zunächst wird man „nach vorne“ geschickt, von dort zurück an einen Schalter, an dem man die Auskunft bekommt: Es ist zwar richtig, daß man im ICC ist, denn die Organisation findet derzeit hier statt. Man muss aber nach dem Ankunftsvermerk und dem Versehen mit einem blauen Armband zur Turmstraße. Dort darf man aber nicht mit den Öffentlichen hinfahren, was eine halbe Stunde dauert, sondern man muss in einem Wartesaal auf den Zubringerbus warten. Auf die Frage, wann der kommt, erntet man ein wortloses Schulterzucken. Gegen 13.15 Uhr wird man dann tatsächlich zum Bus geleitet und kommt nach weiterem Herumstehen und einer immerhin bequemen Fahrt um 14.00 Uhr in der Turmstraße an. Dort sitzt man eine weitere Stunde in einem Zelt herum, dann noch eine ganze Weile in einer Blechbaracke und schließlich noch ein halbes Stündchen auf dem Flur vor der Tür, durch die man dann endlich gehen darf. Der Dolmetscher spricht einen Dialekt, den man nicht versteht; bis die passende Dolmetscherin kommt, ist noch einmal eine Viertelstunde vergangen, in der die Begleiterin immerhin einiges Wichtige bezüglich Meldepflicht geklärt hat.

Dann geht es – immerhin – freundlich, sachlich und flott, man bekommt wichtige Informationen und eine Karte, mit der man im Erdgeschoss Geld holen kann, allerdings muss man dort wieder einmal anstehen, und zwar an einer richtig langen Schlange. Die Begleiterin geht, sie wird ja hierbei nicht mehr gebraucht.

Es ist 16.15 Uhr, als sie das Lageso-Gelände verlässt.

Arme Seve. Arme Begleiterin.

Aber als Begleiterin bin ich nun doch sehr froh. Es ist ein großes Stück Bürokratie abgehakt. Das nächste Stück ist das Meldeamt – und die kuriose Auskunft, daß Seve keinesfalls Montag, am frühestmöglichen Termin, ihrer Meldepflicht nachkommen darf, sondern erst, wenn da mal ein Termin frei ist – vielleicht im August. Oder später. Mal sehen.

Nun, darum kümmere ich mich Montag. Denn so geht es ja nicht. Sie muss ja gemeldet sein.

ABER SAG MAL, STAAT – BIST DU EIGENTLICH TOTAL IRRE GEWORDEN? HÄ?

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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