Corpus Christi – Fronleichnam

Fron lichnam, Herrenleib, heißt das Fest auf Mittelhochdeutsch, oder eben Corpus Christi, Leib Christi, auf Lateinisch.

Heute abend werde ich auf dem Gendarmenmarkt meiner Religion frönen! Es geht bei diesem Fest um die Eucharistie, um die Realpräsenz Christi in der Hostie. Wenn ich schreibe „in der Hostie“, so heißt das nicht, daß Jesus Christus irgendwo in der Hostie ist, nein – die Hostie ist Er in der Gestalt des Brotes, und die heutige Feier soll uns das besonders bewusst machen.

Mein Gedichtband Zyklische Sonette wird irgendwann in diesem Sommer erscheinen. Für heute gibt es daraus den Anfang des Sonettenkranzes Eucharistie.

Herr Jesus, Du läßt Dich von mir verzehren.
Du selbst wirst mir, mein Gott, was Du mir gibst,
Du läßt Dich von mir essen, weil Du liebst,
Du läßt es zu, Du willst Dich nicht verwehren.

Daß Du verdunstest nicht und nicht verstiebst!
Ist Brot und Wein, geschaffen Dir zur Ehre,
Nicht Schöpfer, nur Geschöpf, ist Erdenschwere,
Wie ich, wie was Du kelterst, was Du siebst.

So seh ich Dich, mein Gott, den Überreichen:
Du gibst Dich selbst in den geschaffnen Zeichen.
Du teilst das Brot, schenkst vielen reichlich ein.

Du bist der Gastfreund und bist Trank und Speise.
Ich nehme, esse, trinke – und ich preise.
Du lieferst Dich mir aus in Brot und Wein.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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