Anbetung

Zu Dir, Herr, jeden Tag.
Denn ich bin Dein. Du Mein.
Nichts will ich Dir vorziehen.

Die Hostie, Du, Dein Leib im Tabernakel –
vor Dir, Herr, will ich jeden Tag
anbetend knien. Und scheint zu kostbar mir
mein bißchen Zeit, will ich es trotzdem tun.
Setz mir das Herz in Brand, zieh mich zu Dir!

Und dann, am Ende, werd ich vor Dir knien,
und keine kluge Rede wird mich retten,
nur Deine Liebe und mein Flehn: Verzeih!

Dann darf ich ohne Zweifel, ohne Angst
und ohne widerstrebende Dämonen
Vor Dir, dem Herrn, vor dem verklärten Leib,
und selbst verklärt, und so, wie Du mich wolltest,
nach meinem größten Wunsch für immer knien,
dann darf ich Dir, mein Herr, die Füße küssen
und keine bürgerliche Scham vor Kleinheit,
kein stolzer Anflug wird mich daran hindern.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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