Karfreitag

Kreuzweg

Vom Holz bedrückt, geht barfuß Er auf Steinen.
Ein Stolpern, Fallen, mühsam Weitergehen.
Verstummt und bleich sieht Er die Mutter stehen.
Ein Fremder stützt Ihn, macht die Last zur seinen.

Auf Seiner Stirn ein Tuch, wie sanftes Wehen.
Die jähe Schwäche in geschundnen Beinen.
Die Frauen, die in Angst und Mitleid weinen.
Und wieder stürzt Er, sieht die Welt sich drehen.

Die Blöße ist zu sehn. Die Gaffer kommen.
In Unterarmen reißen Nagelwunden.
Ersticken und Verbluten und Vergehen.

Mit Leiter, Zange, Seil vom Kreuz genommen.
Im Grab verborgen, von der Welt geschwunden.
Gebrochen ist das Recht, um zu erstehen.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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