Mittwoch der zweiten Fastenwoche

An Gott

Ich bitte nicht um Wunder, nicht um Gaben –
es reicht ja, daß Du bist und lebst, mein Leben!
Du wirst mich einst in deinen Frieden heben –
mehr braucht kein Mensch. Mehr muß auch ich nicht haben.

Ich bitte nicht, daß Du den Lauf der Dinge
zu meinen oder andrer Gunsten wandelst
und dem geschaffnen Lauf zuwider handelst –
es wär mir kein Gebet, wenn ich Dich zwinge.

Ich mühe mich um meine kleinen Werke –
wenn es gelingt, tat das nur Deine Stärke.
Aus eigner Kraft kann ich nur gehn, nicht schweben.

Gib mir die Klugheit, Gutes zu erkennen
und laß mich Schlechtes frei beim Namen nennen.
Von dem, was Du mir gibst, laß gern mich geben.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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