Und wo bleibt die Bitte um Entschuldigung?

Das frage ich den „Humanistischen“ Pressedienst und den weitaus größeren Teil der Presse, das frage ich Scharen von Nutzern der sozialen Medien, besonders facebook-Gruppen mit so klangvollen und großspurigen Namen wie Die Atheisten.

Wie ich berichtete, kursiert ein Gerücht, der Erzbischof von Toledo habe häusliche Gewalt gegen Frauen gebilligt, zumindest den Frauen eine Mitschuld zugeschrieben. Das ist eine Lüge; er hat genau das Gegenteil gesagt, und er hat es in einer Klarheit gesagt, die jede Fehlinterpretation ausschließt.

Ausführliche Richtigstellungen kommen zur Zeit nur von katholischen Medien. (Leider lassen gebührende Bitten um Entschuldigung für vorherige Übernahme der Falschmeldung hie und da noch auf sich warten.) Andere Zeitungen zeigen die Lüge weiterhin, verweigern Diskurs und Dementi und machen sich damit der fortgesetzten Rufschädigung schuldig – von einem unbegreiflichen Mangel an Professionalität ganz zu schweigen.

Dabei brauchen die schuldigen Medienfuzzis nur ein paar andere Medien zu lesen. Sie müssen gar nicht weiter als bis zum nächsten katholischen Blog recherchieren, denn wir sind ja nette Leute und übernehmen die Recherche für lau, wenn bezahlte Journalisten das nicht machen.

Also, liebe Medienfuzzis (das ist meines Wissens keine justiziable Beleidigung, und wenn doch, tut es mir auch nicht leid) – guckt mal die inkriminierte Predigt an – hier auf Spanisch und Deutsch, übersetzt von Anna Diouf.
Und dann lest
Anna Diouf
Tobias Klein
Heike Sander, Heike Sander und nochmals Heike Sander
Echo Romeo
Alipius Müller
Domradio Köln
und nicht zuletzt
auch mal was Älteres (keine Angst, die Bibel ist es nicht).

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Und wo bleibt die Bitte um Entschuldigung?

  1. Jürgen Niebecker schreibt:

    Knigge ist immer zu empfehlen.

    »…Die Frauenzimmer finden ein gewisses Vergnügen an kleinen Neckereien, mögen selbst den Personen, die ihnen am teuersten sind, zuweilen unruhige Augenblicke machen. Auch hiervon liegt der Grund in ihren Launen und nicht in Bösartigkeit des Gemüts. Wenn man sich dabei vernünftig, duldsam, nicht stürmisch beträgt, noch durch eigne Schuld den kleinen Zwist zu einem wirklichen, feierlichen Bruche heranwachsen läßt, so löschen sie in einer andern Stunde die Beleidigung, so sie uns erwiesen, durch verdoppelte Gefälligkeit aus, und man erlangt dabei oft ein Recht mehr auf ihre Zuneigung…«

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Gestern: Auf facebook eine atheistische Gruppe gefunden, die von Thomas ausschließlich ein Zitat kennt, das frauenverachtend klingt (und nicht weiß, daß eine Widerlegung desselben folgt).
      Heute: Unter sachlichem Artikel mit Hinweis auf die Nützlichkeit anständigen Benehmens eine der eher weltfremden Bemerkungen Knigges gefunden.
      So fügt sich alles zum Ganzen.

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