Eine Orgel bittet um Hilfe

Die Feith-Orgel (Baujahr 1925) der Kirche St. Marien in Berlin-Friedenau muß dringend saniert werden.

Eine Besonderheit dieser Orgel ist, daß sie aus zwei von vornherein zusammengehörigen, übereinander hängenden Orgeln besteht, jede mit ihrer eigenen Mechanik. Für den Organisten ist das eine besondere Herausforderung, weil er den Klang der unteren Orgel von vorn und direkt hört, den der oberen aber etwas zeitversetzt und aus der Apsis, weil er vom Kirchenraum zurückgeworfen wird. Die Gemeinde hört den genauen Zusammenklang der Zwillingsorgel.

Die Orgel ist über viele Jahrzehnte eingestaubt, der Staub sitzt in den Pfeifen und beeinträchtigt den Klang. Bei der Renovierung der Kirche war die Orgel zwar so gut wie möglich abgedeckt, aber wer einmal seine Wohnung renoviert hat, weiß, daß es keinen hundertprozentigen Schutz gegen Baustaub gibt. Auch andere Schäden machen sich langsam bemerkbar – bislang wohl nicht vielen außer dem Organisten, aber es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Schäden jedem Zuhörer deutlich wären.
Die Renovierung wird etwa 100.000,00 € kosten und drei Monate lang dauern. Denn jede einzelne Orgelpfeife muß herausgenommen und innen wie außen gründlich gereinigt werden, dann wieder eingesetzt und neu gestimmt. Auch die Elektrizität muß erneuert werden, da sie modernen Sicherheitsvorschriften nicht entspricht. Der hohe Preis ist also gemessen an den Arbeitsstunden hochqualifizierter Handwerker so teuer auch wieder nicht. (Tatsächlich werden Orgelbauer beschämend schlecht bezahlt, ebenso Organisten. Auch daran darf man ab und zu im Gebet denken oder vielleicht, wenn man z.B. Rendant ist, auch in anderer Hinsicht.)

Gemeinsam mit dem Organisten Dr. Robert Knappe bitte ich: Helft unserer Orgel, noch lange und schön zu Gottes Ehre zu klingen!

Bankverbindung:
Kath. Kirchengemeinde Maria unter dem Kreuz
IBAN DE57 3706 0193 6000 7380 32
Verwendungszweck „Orgelsanierung St. Marien“
Pax Bank eG
Eine steuerabzugsfähige Zuwendungsbestätigung wird zugeschickt, wenn zusätzlich eine Adresse im Feld Verwendungszweck bei der Überweisung angegeben wird.

Feith-Orgel - Orgelprospektwächter
Feith-Orgel - Orgelprospekt
Feith-OrgelFeith-Orgel
Feith-Orgel
Feith-OrgelFeith-Orgel

Der Blasebalg ist mit Ziegelsteinen beschwert; auf diese Weise wird der Druck erhöht. Der Organist kann so die Klangfülle „seiner“ Orgel regulieren.
Feith-Orgel - Blasebalg

Die Luft strömt durch Bleirohre, die wie dicke Kabel aussehen.
Feith-Orgel

Glockenspiel
Feith-Orgel - Glockenspiel

Feith-OrgelFeith-Orgel

Feith-Orgel

Das geknickte Rohr zerbricht Er nicht, haben wir heute in der Lesung gehört. Im Falle einer Orgel ist dieser Knick dem Platzmangel geschuldet; Orgelpfeifen werden auf diese Weise gar nicht so selten unter einer eigentlich zu niedrigen Decke aufgestellt, und den Klang beeinträchtigt das nicht.
Feith-Orgel

Feith-OrgelFeith-Orgel

Die Bemalung des Schwellkastens sieht man von unten nicht. Auch der Organist kann sie kaum bewundern – der muß sich ja auf sein Spiel konzentrieren. Sie ist dort eigentlich nur Gott sichtbar – nur für Ihn hat sich ein Maler ins Zeug gelegt.
Feith-Orgel - Orgelprospekt

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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6 Antworten zu Eine Orgel bittet um Hilfe

  1. Andreas schreibt:

    Wollte ich die Klangfülle „meiner“ Orgel regulieren, dann aber tunlichst nicht durch Entfernen oder Draufpacken von Balggewichten. Das ist nämlich sehr unpraktisch während des Spielens. Und außerdem wäre die Intonation der gesamten Orgel im Eimer … 😉

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Natürlich nicht „während“, ich dachte, da wäre ich deutlich genug gewesen. Im Übrigen – einfach zuhören, wie die vorgestellte Orgel klingt. Danach urteilen.

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      • Andreas schreibt:

        Das meinte ich nicht. Die Gewichte auf dem (Magazin-) Balg dürfen überhaupt nicht weggenommen oder vermehrt werden. Ein Tor der Organist, der dies leichtfertig täte! Sie sind für den Winddruck maßgeblich; jede Orgel ist auf einen bestimmten Winddruck eingestellt (ein wichtiger Aspekt der „Intonation“), wird dieser geändert, ist entweder eine totale und nicht ganz einfache Neuintonation fällig … oder die Orgel würde herumheulen.
        Die Klangfülle muss anders variiert werden: Durch die Wahl der Register vor allem oder mit – bei dieser Orgel ja üppig vorhandenen – Schwellwerken. Und einfach nach dem Smiley urteilen … 😉

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        • Claudia Sperlich schreibt:

          Nun, da die Orgel wunderbar klingt, der Organist mir erklärt hat, daß und warum und mit welchem Effekt er hier den Winddruck durch das Beschweren erhöht hat und noch vieles mehr – und da ich sein Orgelspiel kenne – gehe ich einfach davon aus, daß er etwas richtig gemacht hat.

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        • Andreas schreibt:

          Das ist ein interessantes Phänomen. Könnte ich mir nur erklären, daß man bei der „Klangaufhellung“, die wohl mal, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, vorgenommen wurde, auch den Winddruck verringert hat – was in der Regel, siehe oben, aber keine gute Idee ist, von wegen Intonation etc. Frage doch noch mal nach, wenns recht ist – das würde mich interessieren.

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        • Claudia Sperlich schreibt:

          OK, bei nächster Gelegenheit sprech ich den Organisten noch mal drauf an. Nun will ich es ja auch wissen!

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