Die Sache mit dem Pfarrer von Willehad

… hat der Kingbear ja ausführlich beschrieben. Ich kenne zwar Nordenham, Butjadingen und Willehad nur aus seinen Beschreibungen, aber den Kingbear kenne ich persönlich und habe keinen Grund, an der Wahrheit der geschilderten Situation zu zweifeln, die man kurz mit „Pfarrervergrämung durch einen Teil der Gemeinde und vergeblicher Versuch, diese rückgängig zu machen, durch den anderen, größeren Teil der Gemeinde“ beschreiben kann.
Leider gibt es derlei Geschichten nicht nur in Willehad – aber immerhin ist mir in meiner Umgebung jetzt gerade keine aktuelle bekannt.

Als Willehad den Pfarrer wechselte

O Willehad! Was soll nun daraus werden?
Was da begann mit Zank im Gotteshaus,
Das wuchs sich zum Gemeindekriege aus
Mit – pun intended – mancherlei Beschwerden.

Die einen ekelten den Pfarrer raus.
Die andern suchten, hilfreich ihm zu werden.
Man stritt in Wort und Schrift mit Zorngebärden.
Ja, manchmal ist Gemeinde kalter Graus.

Es ward bekannt und wuchs wie junge Kresse,
Und Deutschland schrieb! Ein Blogger und die Presse!
Man reiste gar, beim Bischof vorzusprechen.

Half alles nichts. Der Sieg gehört den Frechen.
Und doch – auch du bist Teil der Gottesstadt!
Sei hundertfach gesegnet, Willehad.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Die Sache mit dem Pfarrer von Willehad

  1. Wolfram schreibt:

    Pfarrer sind Diener. An Wort und Sakrament. Aber kein Besitzstand einer Gemeinde. Sondern der Gemeinde für eine gewisse Zeit zur Seite gestellt.

    Ich kenne die Lage in Willehad nur aus dem, was ich gerade gelesen habe. Aber der nun gegangene Pfarrer hat m.E. das einzig Mögliche getan, um dem Evangelium zu dienen: er ist gegangen. Denn sein Verbleib in dieser Pfarrei hätte die Versöhnung der Parteien verzögert oder gar dauerhaft verhindert.

    Die „Schuldfrage“ ist ein ganz anderes Thema. Das muß zwischen dem Pfarrer, dem Pfarrgemeinderat und der Aufsichtsbehörde geklärt werden – allein schon, um dem Pfarrer die Möglichkeit zu geben, mit dieser Krise fertig zu werden. Aber es gehört nicht coram publico sondern coram Deo.

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