Siebzehnte Tür

Gustav Schüler
Zuversicht

Herr, du wolltest mich behüten,
Bis der Sturm vorüber ist.
Bis du seinem blinden Wüten
Doch der große Meister bist. –

Doch wie auch die Wipfel brausen,
Was kann mir denn Leids geschehen!
Mitten in den wirren Grausen
Wie auf Blumen werd‘ ich gehen.

Herr, du wolltest mich beschützen,
Bis die Wetter ausgegrollt.
Ätherferne über Blitzen
Groß dein Sonnenwagen rollt. –

Wer will mir mein Herz berauben,
Daß es kümmernd müßte sorgen!

Träum‘ ich still und wohlgeborgen.

Kämen alle grausen Schrecken
Hagelwolkig auf mich ein,
Wirst du mich mit dir bedecken,
Und ich werde sicher sein.

Eingebracht in treue Hütten,
Wenn die Wölfe lauernd streifen,
Seh‘ ich in des Jammers Mitten
Meine letzten Früchte reifen.

Anm. Ich habe dies Gedicht in einer Bibliothek im Internet gefunden – leider nur in einer, und es fehlt offensichtlich ein Vers.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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