Sanguis martyrum semen est Christianorum

Jetzt hört mal genau zu, Ihr Terroristen!

Was die Überschrift heißt, könnt Ihr ergoogeln, dazu wird es bei Euch ja wohl noch gerade langen.

Daß Ihr Josef Bordat und seine Familie mit Mord bedroht, weil er glaubt und schreibt, was Ihr nicht glaubt und schreibt, ist niederträchtig, zivilisationsfern – und unfassbar dämlich.

Ja, ich habe Angst – um Josef und die Seinen, um sich irgendwie christlich äußernde Menschen überhaupt, und um Eure Seelen. Ihr tut gerade alles dafür, in die Hölle zu kommen, und ich kann Euch versichern, das ist nicht im Sinne der Christen. Tatsächlich werde ich überaus glücklich sein, sollte ich Euch irgendwann im Himmel treffen – weil das bedeutet, daß Ihr Euch mit Gott versöhnt habt. Was ja einstweilen nicht abzusehen ist.

Um die Kirche habe ich keine Angst.

Die Kirche ist zu allen Zeiten überall dort, wo sie verfolgt wurde, gewachsen. Das Martyrologium Romanum ist ein dickes Buch, in dem Menschen aufgelistet sind, die zum spirituellen Wachstum der Kirche ebenso beigetragen haben (und nach meinem Glauben immer noch beitragen) wie zum messbaren Wachstum. Ich hoffe und bete zwar, daß Josef nicht im Martyrologium Romanum landet, sondern seine segensreiche Arbeit noch mindestens vier (besser fünf oder sechs) Jahrzehnte lang von der Erde aus tut. Aber wenn Ihr Terroristen tatsächlich schafft, ihn oder andere Christen umzubringen, dann wird das für Euch die größte Pleite des Lebens.

Ihr Terroristen werdet die Kirche nicht zerstören, wenn Ihr Gläubige umbringt. Und Ihr werdet die Kirche auch nicht zerstören, wenn Ihr es bleiben lasst. Verstanden? Bringt Ihr ihn um, wird die Kirche wachsen, weil sie durch das Blut der Märtyrer wächst. Lasst Ihr ihn leben, wird die Kirche wachsen, weil sie durch gute, gescheite Apologeten wächst. Ihr habt in dieser Hinsicht nicht den Hauch einer Chance!

Christus ist der Herr.
Christen sind Knechte und Mägde des Herrn. Das heißt: Sie sind bereit, für diesen Herrn zu sterben – weil Er das für sie auch schon getan hat, weil Er ewig und allmächtig ist.
Christen sind Knechte und Mägde des Herrn – und keines anderen. Wir Christen sind nicht Eure Untertanen. Ihr könnt einzelne Christen physisch vernichten, aber sie werden ewig leben. Genau wie die Kirche.

Ihr seid mit ziemlicher Sicherheit zu bescheuert, um das zu verstehen. Aber vielleicht langt es noch gerade, um zu sehen, daß wir Christen uns nicht einschüchtern lassen.
Wir sind nämlich nicht feige.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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6 Antworten zu Sanguis martyrum semen est Christianorum

  1. DieTheologin schreibt:

    Hat dies auf Tagebuch einer ehemaligen Pfarrerin rebloggt und kommentierte:
    Würde manches vielleicht anders sagen, aber inhaltlich gebe ich der Autorin absolut Recht.

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  2. DieTheologin schreibt:

    Ob „die“ das überhaupt lesen? Egal. Ich habe es trotzdem reblogged. Was solche ernsten Fragen betrifft, darf zwischen konservative und liberale Christen oder Christen unterschiedlicher Konfessionen kein Blatt Papier passen. Vielleicht wird die Einheit der Christen eine Einheit in Verfolgung. Anders wäre es zwar netter, aber manchmal geht’s eben nicht „nett“.

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  3. DavidH schreibt:

    Herzlichen Dank für diesen Artikel! Ihre Gemeinde kann sich glücklich schätzen, Heimat einer so klugen und leidenschaftlich für Christus bloggenden Stimme zu sein!
    @DieTheologin: Auch Sie sprechen mir aus dem Herzen: Die Ökumene der Märtyrer, „ist vielleicht am überzeugendsten. Die Gemeinschaft der Heiligen spricht mit lauterer Stimme als die Urheber der Spaltung.“ (Hl. Papst Johannes Paul II., Enzyklika Tertio Millennio Adveniente)

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Dank für diesen freundlichen Kommentar.
      Aus der Gemeinde kamen ja gerade Stimmen, die die Ansicht äußern, ich locke mit diesem Artikel die Selbstmordattentäter in unser Kirchlein. Aber das wage ich dann doch zu bezweifeln, bzw. werde ich, wenn sie doch kommen und das gute Dutzend Anwesende umbringen, noch beim letzten Atemzug nicht glauben, daß das meine Schuld war.

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