Dämonen

Sie hängen sich an deine Angst,
Begehren das, wovor du bangst
Und können doch nicht wahrhaft lieben.
Sie rauben Kraft, besetzen Zeit,
Sind geil auf Macht und bringen Leid -
Doch Einer hat sie fortgetrieben!

Sie sagen dir: "Dein Herz ist schlecht,
Und Not und Schuld geschieht dir recht -
Wir haben Recht, bei dir zu wohnen!"
Der aber alle Welt bewegt
Und sich in deine Hände legt,
Ist Sieger über die Dämonen.

Wenn dich das wüste Heer bedroht,
Hilft Er dir aus der Seelennot,
Wird auf dein Bitten es vertreiben.
Er ist der Heiland. Er versteht,
Was dir Verstand und Sinn verweht.
Mit Jesus kann kein Unheil bleiben.

Er hört dich immer. Bitte Ihn,
Dann müssen die Dämonen fliehn,
Dann wird Er Frieden in dich gießen.
Die bösen Scharen bleiben nicht
Vor Seinem Namen, Seinem Licht,
Und Liebe wird dich ganz umfließen.

© Claudia Sperlich
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Männer! Hört auf, mich über meine Rechte zu belehren!

Nein, es ist nicht „mein Recht“ oder das Recht irgendeines Menschen, einen anderen Menschen umzubringen. Das gilt auch gegenüber Menschen im frühesten Stadium des Lebens. (Und ja, Leben beginnt mit der Zeugung. Fragt einen Biologielehrer, Grundschule langt.) Selbst das Umbringen eines Schuldigen ist nur in sehr, sehr engen Grenzen straffrei (Notwehr und Nothilfe, wenn sanftere Möglichkeiten versagen). Gut ist es auch dann nicht – nur vielleicht weniger schlecht als der Mord an einem Unschuldigen, der z.B. durch den „finalen Rettungsschuss“ verhindert wird. Aber bloßes Halbtotnerven meiner Person rechtfertigt keine finale Notwehrhandlung. Seid froh, Männer!

Es muss auch nicht „jeder Frau überlassen werden“, ob sie ein Kind abtreibt oder nicht. Tatsächlich ist es leider beinahe so: In den meisten Schwangerschaftskonflikten wird der Frau eingeredet, daß sie zu Ungunsten des Kindes entscheiden wollen muss. Weil sonst der Freund sie verlässt, der Ehemann sich scheiden lässt, die Eltern oder Schwiegereltern sie nie mehr sehen wollen, ihre Ausbildung oder Arbeitsstelle gefährdet ist usw. Sehr viele Frauen treiben ab, weil ihnen – und nur ihnen – diese Entscheidung „überlassen wird“, sprich: weil sie in existenzieller Not sitzengelassen werden. Die Behauptung, die Entscheidung für oder gegen Abtreibung müsse der Frau überlassen werden, ist rotzfrech und frauenfeindlich.

Jaaa, aber wenn es behindert ist! – Ach, ableistisch könnt Ihr auch, Ihr kirchenfernen Männer? Klasse, sag ich als Epileptikerin mit kaputten Knien, und wann darf man mich endlich entsorgen?

Ja, aber ich könne doch als Kinderlose gar nicht ermessen, wie existenziell die Sorgen einer ungewollt Schwangeren sind! (Solche und ähnliche Sätze hab ich schon von schwulen Männern gehört. Ernsthaft. Finde den Fehler.) Und es gehe doch auch nicht an, daß Frauen von einem alten Mann Vorschriften gemacht bekommen darüber, was sie mit ihrem Unterleib machen. – Zunächst mal hat mir das ein nicht mehr junger Mann (weiß, wohlhabend) in sehr autoritärer Weise gesagt (wieder: Finde den Fehler). Sodann habe ich keine Lust mehr, alphabetisierten Menschen mit Internet das gesamte Kirchenrecht (und das säkulare Recht meiner Heimat auch) zu erklären. Wer will, kann es selber lesen. Und schließlich geht es bei einer Abtreibung wesentlich um den Leib eines anderen Menschen als der Mutter. Und der ist dann hinüber.

Und „es“ ist ja auch noch kein Leben! Ja, das ist so ein Lieblingsargument. „Es“ ist zwar mit doppeltem Chromosomensatz ausgestattet und entwickelt sich rasant vom Menschen im Zellstadium bis zum geburtsreifen Menschen (und danach, wenn alles gut geht, noch achtzig, neunzig Jahre oder mehr). Aber erstmal ist „es“ über eine undefinierte Zeitspanne „kein Mensch“. Ab wann ist es denn dann ein Mensch? Ach ja, ich sagte es – undefiniert.

Nehmen wir an, zwei Frauen sind im zweiten Monat schwanger. Die eine will das Kind nicht, die andere freut sich darauf. Die eine lässt eine Abtreibung vornehmen, die andere erleidet eine Fehlgeburt. Die eine verliert keinen Menschen, die andere verliert ein ersehntes Kind. Und das ersehnte Kind sieht genau so aus wie „kein Mensch“.

Ich habe mich an Männer gewandt. Frauen dürfen sich mitgemeint fühlen. Ich muss allerdings gestehen, daß ich gegenüber Frauen, die auf ein „Recht auf Abtreibung“ pochen, außer Zorn und Trauer auch Mitleid empfinde. Männer, die mir armem, unwissendem, gehirngewaschenem Weiblein erklären wollen, was Frauenrechte sind, fördern mein Mitleid nicht. Obwohl sie’s wohl sollten.

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Choralmelodie gesucht!

Nachdem mir gestern beim Radfahren (für alle, die jetzt romantische Gedanken an schöne Natur haben: nahe der Föhrer Brücke in Berlin-Moabit, bei starkem Verkehr) ein Choral einfiel, brauche ich noch eine Melodie.

Das Problem ist: die einzige Melodie, die so ungefähr passt – auch nur, wenn man die zweite Strophe als Refrain wiederholt – ist „Von guten Mächten“, und die ist noch nicht frei. Ich brauche eine alte Melodie, eine deren Komponist deutlich über siebzig Jahre tot ist. Kann einer meiner Leser helfen?

In Deinen Wunden, Herr, bin ich geborgen,
all meine Wunden berge ich in Dir.
Du sorgst für mich und endest meine Sorgen.
Du bist der Weg und führst mich heim zu Dir.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben,
Du bist mein Heiland und mein Bräutigam.
Du hast mir durch Dein Blut das Heil gegeben,
Du, der für mich als Mensch zur Erde kam.

Du bist der Weinstock, und wir sind die Reben.
Du bist das Licht, wir stehn in Deinem Schein.
Du gibst mir alles. Nimm dafür mein Leben,
es ist ja schon seit Ewigkeiten Dein.

© Claudia Sperlich

edit: Es geht auf diese Melodie – die allerdings nicht ganz leicht ist. Vielleicht findet noch jemand etwas für die durchschnittliche Kirchengemeinde Geeigneteres.

edit 2: Heureka! Diese Melodie ist gut singbar und passt!

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Mauerblümchen

Ein sehr edles Mauerblümchen macht den Anfang – das Große Löwenmaul (Antirrhinum majus), hier in einer Zuchtform. Neben ihm ein Löwenzahn, schon abgeblüht und verweht. Fundort: Gleich neben dem Gertrauden-Krankenhaus.

Das Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) macht seinem Namen alle Ehre, es wächst an der Wand der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Wilmersdorf, ständig beobachtet von zwei Schraubenmuttern. Es ist leider kamerascheu. In all den Jahren, die ich hier wohne, ist mir heute das erste einigermaßen erkennbare Bild gelungen, aber von „gut“ ist es noch weit entfernt.

Hier ein blühender Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum officinale) an der Bundesallee, gegenüber einem Blumenladen. „Ätsch, ich werde photographiert und ihr nicht“, ruft er den edlen Schnitt- und Topfblumen zu.

An der evangelischen Kirche zum Guten Hirten in Berlin-Friedenau wächst das dem Löwenzahn ähnliche Gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata), für dessen Namen ich allerdings nichts kann. Im Englischen heißt es weit charmanter Cat’s Ear, wegen der leicht pelzigen Blätter. die Gemüse-Gänsedistel (Sonchus oleraceus) – eine Biologin wies mich darauf hin, meine vorige Angabe stimmt nicht. Das ist mir sehr recht, „Ferkelkraut“ klingt so ökumenefeindlich.

Auf dem Grünstreifen mitten auf der Kreuzung vor der Kirche blüht ein rosiger Teppich, eine Art Storchschnabel – vielleicht eine der unzähligen ausgewilderten Sorten des Basken-Storchschnabels (Geranium endressii).

An der Einfriedung des Vorgartens meiner Nachbarn steht der Gundermann (Glechoma hederacea) in Reih und Glied.

Und vor „meinem“ Haus blüht, ebenfalls vor der Einfriedung des Vorgartens, der Gelbe Lerchensporn (Pseudofumaria lutea) – und dabei ist er, wie der wissenschaftliche Name zeigt, gar kein Lerchensporn, sondern tut nur so, wie die ganze Familie der Scheinlerchensporne. Ob Schein oder Echt – beide gehören der großen Familie der Mohngewächse an, und was sich da für Gestalten herumtreiben, weiß man ja.

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Bitte

Selbst wenn ich Dich nicht bemerke,
Bist Du, Vater, immer hier.
Voller Gnade, voller Stärke
Wache über meine Werke
Daß ich lebe nur aus Dir.

Gib, daß meines Geistes Bahnen
Niemals gehn von Dir getrennt.
Lass im Heil'gen und Profanen
Immer mich Dein Wesen ahnen,
Gib, daß Dich mein Herz erkennt.

© Claudia Sperlich
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Aus meiner Küche

Gestern und heute war ich mal wieder, wie mein Vater gesagt hätte, von der wilden Hausfrau gebissen. Gestern: etwa acht Liter Suppe aus Kichererbsen und Gemüse gekocht und eingeweckt, Brotteig angesetzt, Keksteig zubereitet. Beschlossen, heute nicht (wie sonst am Samstag) bei Freunden und bei der Essenrettung zu sein, sondern einen Tag für mich zu haben – eigentlich für Papierkram. Dachte ich.

Heute: Brot gebacken (und zwar noch vor den Laudes, ich war früh wach). Nach Kirche und Frühstück mal eben beim Edeka im Kiez geschaut, ob sie wieder billiges Obst und Gemüse haben – die haben meistens ein Regal mit Sachen, die nicht mehr taufrisch sind, für Beträge unter einem Euro (woran sich jeder Edeka-Laden ein Beispiel nehmen darf). Sie hatten etwas Gemüse und massenhaft Weintrauben. Ich beschloss, alles zu nehmen und Konfitüre und Linsensuppe zu kochen. Jetzt habe ich vier Kilogramm Konfitüre und noch knapp acht Liter Linsensuppe. Eine Portion gab es heute, war sehr gut, bei zwei Gläsern sind die Deckel hochgeploppt, die muss es in der kommenden Woche geben – und der Rest ist Konserve.

Traubenkonfitüre habe ich noch nie gemacht. Einige Gläser sind unten Gelee und oben Konfitüre, weil die Trauben viel Flüssigkeit haben und starken Auftrieb. Aber das kann ja nichts schaden.

Bei der Suppe habe ich zum ersten Mal den Rat einer Freundin befolgt und das Gemüse nur sehr gründlich gewaschen, aber nicht geschält. Also fast gar nichts weggeworfen.

Dann hatte ich noch die Idee, mal wieder Eier sauer einzulegen. Seit ich das gelernt habe, habe ich immer welche im Vorratsschrank – auch das ist eine sehr gute Konserve.

Irgendjemand (entweder ich oder die Untermieterin) hatte den Kühlschrank versehentlich zu kalt gestellt – man kommt allzuleicht an das Stellrädchen. Erfolg: der Keksteig, den ich heute vormittag verarbeiten wollte, war steinhart. Am Abend hatte er dann die richtige Konsistenz. Shortbread! Auch wenn das zweite Blech eine Spur zu dunkel geworden ist: sehr lecker.

Und hier meine Küchenerzeugnisse – in Wirklichkeit sind es natürlich viel größere Mengen.

Natürlich ist es nicht meine Schuld, daß ich etwas auch Wichtiges statt etwas noch Wichtigerem getan habe. Es ist erstens gut, daß ich wirklich mal einen Tag für mich hatte (nach sehr arbeitsreicher Woche). Zweitens denkt man ja in diesen Zeiten viel darüber nach, was man eigentlich macht, wenn man mal weder Strom noch Gas hat. Und da sind Konserven, die man auch kalt essen kann, gut zu haben. Also, wenn ich heute andere Dinge, die nun bis Montag warten müssen, nicht getan habe, ist allein Putin schuld.

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Was man kurz vor Schluss unbedingt tun sollte

Sich mit Menschen versöhnen, mit denen man lange in bitterem Clinch liegt. (Kann, muss aber nicht, die Familie sein.)

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gleichzeitig anwenden – und auch auf beide bestehen.

Alles weiter tun, was auch sonst gut und wichtig war: Beten, Glauben, Hoffen, Lieben. Wenn es mit dem Hoffen nicht mehr klappt, sich auf den Rest beschränken.

Sich freuen an allem, was irgend zum Freuen ist.

Weinen mit den Weinenden.

So verantwortungsvoll leben, als wäre das noch tausend Jahre lang wichtig.

So verschwenderisch freundlich sein, als gäbe es kein Morgen mehr.

Und für den Fall, daß das Ende doch noch auf sich warten lässt – die gute Arbeit weitermachen. Mit dem Verleger Kaffee trinken am Tag, an dem die Literatur verboten wird. Am Tag, an dem der Strom abgeschaltet wird, mit der Feder weiterschreiben. Und drüber lachen, daß die alte Luftschutztür kürzlich durch eine Holztür ersetzt wurde.

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Ein alter Vortrag in neuer Form – und es gibt immer noch keine römisch-katholischen Priesterinnen.

Auf Radio Horeb ist mein Vortrag „Warum gibt es keine Priesterinnen?“ schon seit längerer Zeit auch in der Mediathek. Nun ist er endlich auch zum Nachlesen auf der Internetpräsenz der Initiative Neuer Anfang – in überarbeiteter Form, theologisch noch genauer als der ursprüngliche Vortrag.

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Rosenkranz-Atelier in Luxemburg

Maryse Fritsch-Thillens fertigt in Luxemburg seit vielen Jahren kunstvolle Rosenkränze – und der Erlös geht vollständig an Kirche in Not. Nun aber berichtet sie:

„Im Mai dieses Jahr werden es 20 Jahre dass ich angefangen habe Rosenkränze zu machen. Von Anfang an habe ich den Erlös an Kirche in Not gespendet als Messintentionen für die Armen Seelen im Fegfeuer. Mein Ziel war und ist es, jedes Jahr genug Rosenkränze zu verkaufen damit die Armen Seelen jeden Tag eine Messe bekommen. Das hat auch jahrelang geklappt.

Seit einigen Monaten aber sind meine Verkäufe auf etsy eingebrochen. Das liegt einerseits an einer Änderung des Algorithmus der Käufern vorwiegend gelikte Shops und solche aus ihrem eigenen Land anzeigt, was für mich natürlich von großem Nachteil ist, da Luxembourg nun mal sehr klein ist und ich quasi 100% ins Ausland verkaufe.

Andererseits schränkt Facebook die Reichweite meiner Seite stark ein wegen “religiösem und politischen Inhalt”. Letzte Woche wurde eine Werbeanzeige für den etsyshop nicht erlaubt, da Facebook Werbung für diese religiöse Inhalte nicht mehr unterstütze. Gestern bekam ich eine Nachricht dass die Reichweite meiner Seite vorübergehend auf 10% limitiert werde bis ich diese Inhalte herausnehme und dass meine Seite gelöscht werden könne ohne weitere Warnung wenn ich weiterhin solchen Content poste. Daher meine Bitte, falls überhaupt jemand das hier sehen kann: bitte fügt meine Seite zu euren Favoriten hinzu und falls ihr jemand kennt dem meine Seite gefallen könnte, empfehlt sie bitte weiter. Bitte teilt diesen Post auch in katholischen Gruppen. Und betet bitte für mich und mein Rosenkranz-Atelier!“

Es kann doch nicht angehen, daß religiöse Kunst verboten wird – oder daß Aussagen zu religiösen Themen mit Schließung des Facebook-Accounts geahndet werden!

Nun kann ich gegen die Hausregeln bei Facebook nichts tun – es ist ein Privatunternehmen, und wenn die sich an „religiösen Inhalten“ so sehr stören, daß sie angesichts von Rosenkränzen ausflippen wie die Vampire, so fürchte ich, muss man diese Eigenheit hinnehmen. Man darf aber sagen, wie man das findet (hysterisch, unreif, ahnungslos, miesepetrig, zu blöd um wirklich boshaft zu sein…).

Auch gegen den Algorithmus bei etsy (nicht religionsfeindlich, nur unpraktisch für kleine Länder) bin ich machtlos – kann aber hier und anderswo darauf aufmerksam machen, wie wunderbar Maryses Arbeiten sind.

Man darf Maryses Atelier leerkaufen (keine Angst, sie wird nachproduzieren). Man darf für Maryses segensreiche Arbeit beten, z.B. den Rosenkranz.

Hier und hier und hier kann man Maryses Arbeiten sehen und auch kaufen. Rosenkränze sind zwar die Hauptsache, aber auch Ohrringe, Halsketten, Anhänger und Buchzeichen findet man bei ihr. Alles ist perfekt gearbeitet. Glasperlen stellt sie selbst her. Die von ihr verarbeiteten Kruzifixe und Heiligenmedaillons sind zu einem bedeutenden Teil Antiquitäten.

Übrigens: Mein Gedichtband „Rosenkranz-Sonette“ ist mit Photographien von Maryses Arbeiten illustriert.

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Und wie lief das Fastenprojekt „kein Essen kaufen“?

Spannend war es. Und bereichernd.

Auch hatte ich mir vorgenommen, von Montag bis Samstag auf tierische Produkte und auf Zucker zu verzichten. Eine Ausnahme machte ich mit süßem Senf und der zuckerhaltigen Lake, die ich zum Einlegen und später zum Würzen benutze.

In der ersten Woche habe ich ein bisschen gemogelt: Olivenöl war aus. Einen Moment überlegte ich, ob ich mich mit dem Rapsöl begnüge, das ich zum Braten benutze. Aber das wollte ich dann doch nicht! Also kaufte ich eine Flasche Olivenöl – und das war es dann auch an Lebensmittelkäufen. Einmal war ich zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Bei einer spontanen Einladung bei Nachbarn gab es Süßigkeiten. Und einen Samstag war ich wie fast immer samstags bei Freunden und konnte beim allgemeinen Schokoladeessen nicht zugucken. Jedesmal aber beschränkte ich mich auf wenig und fand das nicht schwierig – was mir zeigt, daß man Maßhalten auch ganz gut einüben kann. (Nichts Neues – aber doch immer wieder wie neu.)

Jeden Samstag war ich bei der Ausgabestelle der Essenrettung. Ich bekam dort immer reichlich Brot, Obst und Gemüse und in aller Regel auch Wurst und Milchprodukte (mein Sonntagsessen). Ein einziges Mal verpasste ich die Ausgabe – da hatte ich gedacht, ich schaffe noch, vorher um den Tegeler See zu fahren. Dann war es zu spät, der See ist größer, als ich ahnte. Ich nahm es mit Humor. „Weniger essen, mehr radfahren“ ist zuweilen ganz gut.

Meine zahlreichen selbstgekochten, selbst eingemachten Suppen mussten fast vollständig dran glauben. In der vierten Fastenwoche begann ich ernsthaft zu rationieren. Dann fiel mir ein, daß es eine kleinere Essenrettung auch in der nahen baptistischen Gemeinde gibt: den „Fairteiler“, wo Essenspenden (von Essenrettern dorthin gebracht) in öffentlich zugänglichen Kühlschränken liegen. Dort fand ich nur Brot, aber das langt ja. Ich hatte damit eindeutig genug, um Einkäufe zu vermeiden.

Fasten, um das Ersparte denen zu geben, die es nötiger haben als ich. Das war der Plan, und immerhin gab ich sehr wenig für mich aus (und bis auf das Öl nichts für Essen) und konnte ein bißchen spenden. Darüberhinaus lernte ich wieder einmal, daß man sich durchaus beschränken kann, auch hinsichtlich Essen. Dummerweise geht Beschränkung nicht in allem – wenn man auf sein Fahrrad angewiesen ist und es geht kaputt, muss man schon wieder Geld ausgeben. Sonst blieb aber alles im Rahmen, Fahrrad konnte repariert werden (nur eben nicht von mir).

Ich werde auch weiter die Essenrettung in Anspruch nehmen. Hinsichtlich Brot, Obst und Gemüse kommt ein Mensch damit beinah über die Woche, schont Geldbeutel und Ressourcen und verhindert sinnlosen Verderb. Brot werde ich aber auch wieder selber backen. Da könnte ich versuchen, eine Balance zu finden zwischen Selbermachen und Retten – was ich beides wichtig finde.

Zudem möchte ich noch mehr als bisher darauf achten, nicht unnötig weit transportierte Lebensmittel zu kaufen und möglichst nicht solche aus Ländern, in denen die Mißachtung der Menschenrechte zum guten Ton gehört. Zwar haben z.B. chinesische Christen und Uiguren vermutlich nichts davon, wenn ich keinen chinesischen Reis kaufe. Aber – würden Sie einem Menschen den Gebrauchtwagen abkaufen, wenn sie wissen, daß dieser Mensch seine Frau verprügelt? Wohl nicht, obwohl das gar nichts mit seinem Gebrauchtwagen zu tun hätte. Es ist schlimm genug, daß ich derzeit Gas von einem Kriegstreiber beziehe.

Am Gründonnerstag kaufte ich ein – nicht nur für die Ostertage, sondern auch wieder für die Vorratshaltung. Ich nahm mir vor, nichts von den Einkäufen vor Ostern anzurühren. Das gelang. Nun ist Osterwoche, da wird nicht gespart… aber danach möchte ich mich wieder beschränken, wenn auch nicht so radikal wie während der Fastenzeit.

Sich beschränken macht dankbar. Nach der Fastenzeit wieder festlich Mahl halten ist doppelt schön. Und danach weiterhin maßvoll essen und Ressourcen schonen, ist immerhin ein gutes Vorhaben, für das ich in der Fastenzeit trainiert habe. Es kann gelingen. Und wenn nicht, ist es auf jeden Fall den Versuch wert. Denn jeder Tag zählt.

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