Einladung zum Mittwochsklub

Das dritte „Dinner mit Gott“ des Mittwochsklubs wird am

Mittwoch, dem 3. Mai,
von 19.00 bis 22.00 Uhr

stattfinden, wie immer im Pfarrsaal der Gemeinde Herz Jesu Tegel, Brunowstraße 37, 13507 Berlin. Diesmal wird es Bolognese geben (wird gemeinsam zubereitet) und zum Nachtisch Obstsalat (von mir morgens hergestellt).

Über das erste Treffen hatte ich hier berichtet. Tobias hat neulich ein erstes hoffnungsvolles Resumée des jungen Klubs geschrieben. Auf der facebook-Seite heißt es:

Wir sind von Gott zu Priestern, Propheten und Königen berufen… und was MACHEN wir nun mit dieser Berufung?
Wir wollen:
– im Alltag Raum für den Glauben schaffen
– neue Formen des Laienapostolats entwickeln und erproben
– bestehende Initiativen miteinander vernetzen und Synergieeffekte ermöglichen
– Ungetaufte und kirchenferne Menschen für Jesus Christus begeistern.
Dafür brauchen wir Euch — mit Euren Begabungen und Euren Ideen!

Das „Dinner mit Gott“ findet jeden ersten Mittwoch im Monat statt und ist offen für alle, die an gemeinsamem Kochen und Essen Freude haben und das gesellige Zusammensein mit Christen nicht gerade fürchten. Weitere Veranstaltungen des Mittwochsklubs – Erlebnisberichte, Vorträge, Dichterlesungen, was auch immer – hat es bereits gegeben und soll es weiter geben. Ich hätte da auch schon ein paar Ideen.

Ich freue mich, mit den Gründern Tobias und Suse gemeinsame Sache machen zu können. Ich hoffe sehr, daß der Mittwochsklub wächst und gedeiht. Und ich verrate mal gleich: Das Essen ist jedenfalls grandios. Der Rest auch, werdet Ihr schon sehen.

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Österliches auf Radio Horeb

Am Donnerstag, 27. April, 16.30-17.15 Uhr, bin ich auf Radio Horeb zu hören zum Thema „Auferstehung des Leibes“.
Wie immer kann man die Sendung auch später nachhören, ich gebe den Link dann bekannt.

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Esoterisches Geschwafel im Bistum Münster

Die Facebookseite des Bistums Münster glänzt nicht eben durch im christlichen Sinne aufbauende Worte. Sie ist tatsächlich eine Sammlung von Platitüden, teils lustig sein sollend, teils esoterisch angehaucht.
Für gewöhnlich ist mir meine Zeit zu kostbar, mich mit doofen Bistumsseiten auseinanderzusetzen. Heute aber ist der esoterische Schmarren des Bistums Münster so grauenvoll unchristlich, daß ich es nicht lassen kann.

Zitiert wird Oriah Mountain Dreamer. Oriah stammt aus einer Ortschaft in Northern Ontario und wuchs in einem irgendwie christlichen Umfeld auf. Sie begeisterte sich dann für schamanische Kulte und Riten und später auch für Yoga und studierte an der Universität von Toronto Philosophie. Den Namen Oriah will sie im Traum erhalten haben; Mountain Dreamer wurde sie später von einem Medizinmann genannt. Dies alles kann man auf ihren Seiten im Internet finden; ich verlinke nicht dorthin und lasse hier auch keine derartigen Links im Kommentarbereich zu.

Das Zitat wurde vom Bistum Münster etwas gekürzt; ich bringe es vollständig und setze die vom Bistum abgedruckten Teile kursiv.

Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst, und ob du es wagst davon zu träumen, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast, ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist, oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.

Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst, meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun, um ihn zu verstecken, ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude sein kannst, meiner oder deiner eigenen,
ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen, ohne uns zu ermahnen, vorsichtiger zu sein, realistischer zu sein, oder an die Beschränkungen des Menschseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählt hast, wahr ist.
Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,
und ob du dein Leben aus SEINER Gegenwart entspringen lassen kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem und meinem, und trotzdem am Ende eines Sees stehen kannst, um zum silbernen Vollmond zu rufen, „Ja“.

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst, und wieviel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, müde und zerschlagen, um dich um die Kinder zu kümmern.

Es interessiert mich nicht wissen, wer du bist, und wie es kommt, wie es kommt, dass du hier bist.
Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst, ohne zurückzuweichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegfällt.
Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst, und ob du deine Gesellschaft in den leeren Momenten wirklich magst
.

Mir ist klar, daß viele Leser das ganz unglaublich weise und stark finden. Ich finde: Es ist gefährliches, unbarmherziges, sich als Weisheit darstellendes Geschwurbel und hat auf einer Bistumsseite absolut nichts zu suchen.

Denn in Wahrheit heißt es:

Hast du einen Beruf, der dich erfüllt, oder malochst du, um zu überleben? Hast du existenzielle Sorgen, bist du von Arbeitslosigkeit bedroht, lebst du von Stütze?
Das ist mir egal.
Und wenn du dich danach sehnst, in deinem Beruf etwas mehr Anerkennung zu erfahren oder überhaupt wieder bezahlte Arbeit zu haben, wenn die Sehnsucht deines Herzens einfach ein Leben in Würde ist – dann glaube ich dir nicht.

Bist du jung und lebensvoll und neugierig, oder bist du alt und schon etwas gebrechlich und nicht mehr so schnell mit Gedanken und Taten wie früher?
Das ist mir egal.
Wenn du mir nicht deine tiefsten und brennendsten Sehnsüchte gestehst, nehme ich dich nicht ernst.

Bist du in gefährlichem Aberglauben gefangen, der deine Seele schädigt?
Das ist mir egal.
Ich will, daß es dir schon mal so richtig dreckig gegangen ist, und ich will auf keinen Fall, daß du Leiden zu vermeiden oder zu lindern suchst. Das finde ich nämlich feige, und mit Feiglingen will ich nichts zu tun haben.

Bist du fähig zu überschäumender Freude von genau der Art, die ich verstehe?
Wenn nicht, bleib mir vom Leibe.

Bist du ein Lügner oder Aufschneider?
Das ist mir egal.
Hauptsache, du bist vollkommen unfähig, deine eigenen Wünsche dem Wohl eines anderen zu opfern.

Ich will, daß du deinen grundsätzlichen Optimismus schon für Reife im Glauben hältst und daß du die Gestirne anbetest in der Überzeugung, das sei Gottesdienst.

Lebst du in einer heruntergekommenen Sozialwohnung, in einem Slum, auf der Straße oder im Gefängnis? Oder lebst du in erdrückendem Reichtum?
Das ist mir egal.
Hauptsache, du kümmerst dich um die Kinder – aber ich biete dir keine Hilfe an.

Hast du schon von Jesus gehört?
Das ist mir egal.
Hauptsache, du stehst mir in der Gefahr bei.

Hast du etwas gelernt, was dich begeistert?
Das ist mir egal.
Sollte etwas davon dir Halt geben auch in schwersten Tagen, werde ich dir das nicht glauben.
Ich will dein Innerstes kennen, obwohl du mich einen Dreck interessierst.

Ich habe jetzt ein neues Tag: wir brauchen mehr Exorzisten.

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Josef Bordat zum Geburtstag

In klaren Worten voller Witz und Geist
Die Wahrheit Jesu tapfer zu verfechten,
Die Lüge zu benennen und zu ächten,
Ist Josefs Sache, wie sein Blog beweist.

Und wo beim Bruch von ersten Menschenrechten
Der guten Sitte dünne Decke reißt,
Erklärst Du, bis die Tastatur zerschleißt:
Es gibt nicht gute Gründe in den schlechten.

In Demut, Glauben und Gelehrsamkeit
Sophias Freund, Roxanas treuer Mann,
Dazu Marias nüchternster Verehrer –

Vielleicht hat unsre wilde Stadt und Zeit
In Dir, was kein Jahrhundert noch ersann –
Den ersten Ehemann und Kirchenlehrer.

© Claudia Sperlich

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Tulpenfieber

Ganz kurze Zeit war heute das Licht gut und ich mit meiner Kamera draußen, und die Tulipanen sahen mich herausfordernd an. Was für schöne Blumen – selbst dann noch, wenn einige schon ein wenig zerrupft aussehen!

Tulpen
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Tulpen
TulpenTulpen
Tulpen
TulpenTulpe
Tulpen
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TulpeTulpe
Tulpen

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Emmaustag

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Caravaggio: Emmaus

Gleiche ich jenem Jünger, der ganz plötzlich
an wohlvertrauter segnender Gebärde,
den sanften Fremden kennt, die Arme breitet –
halb lachend und halb weinend, unentschieden,
ob er umarmen, ob er knien solle?

Gleiche ich jenem, der die Lehnen klammert,
sich vorbeugt und mit aufgerissnen Augen
das junge Antlitz absucht nach Vertrautem –
kann dieses Haupt ganz ohne Blut und Wunden
der Freund sein, den zu Tode man gefoltert?

Gleiche ich jenem Wirt, der leicht verlegen
und schwankend zwischen Sorge und Bewundrung
und Wißbegier – was ist mit diesen Fremden? –
die Kanne hält, doch ohne einzuschenken –
die dienende Gewohnheit weicht Verblüffung?

Nur eines weiß ich wohl: Nicht gleich ich jenem,
der völlig sicher, ruhig und ohne Bangen
dankt für das Brot in liebender Vertrautheit,
der oft nur karg gelebt und doch nicht sorgte,
ob morgen Brot und Leben noch zu haben.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte

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Osterhasen? Ja bitte, in Christi Namen!

Auf kath.net ist mein Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Wenn also jemand den albernen Ausdruck „Hasenfest“ benutzt, nehmen Sie es nicht zu schwer. Sagen Sie ihm einfach, über Hasen steht schon etwas im Physiologus und bei Hrabanus Maurus. Und dann schlagen Sie die Brücke von fabelhafter Naturauffassung über die Ikonographie zu unserem Glauben an den auferstandenen Herrn.

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Christus ist erstanden, Halleluja!

Was war das für eine schöne Osternacht!
Der Beginn war diesmal schon um 21.00 Uhr, was ich eigentlich zu früh finde. Aber das soll die letzte Kritik daran sein.

Osterfeuer, Einzug in die dunkle Kirche, Lumen-Christi-Ruf und das langsame Hellwerden durch die Weitergabe des Kerzenlichts ist immer wieder ergreifend schön.

Lektoren und Kantor und Organist und Sänger machten ihre Sache ganz ausgezeichnet, Priester und Kaplan natürlich sowieso. Teil der Predigt war diese Geschichte:

Ein Junge und ein älterer Mann stehen an der Schaufensterscheibe eines Buchladens. Dort ist die Reproduktion eines Kreuzigungsbildes ausgestellt. Der Alte fragt den Jungen: „Was ist da eigentlich genau dargestellt?“ Der Junge sagt: „Am Kreuz ist Jesus, der ist für unsere Sünden gekreuzigt und gestorben. Die Frau da ist seine Mutter Maria, und die andere ist Maria aus Magdala, die war eine Jüngerin. Der Mann dort ist Johannes, der war auch ein Jünger und hat die Geschichte Jesu aufgeschrieben. Der da ist ein römischer Soldat. Da hinten sind Schaulustige.“ Der Alte bedankt sich und geht weiter. Plötzlich hört er hastige Schritte. Er dreht sich um, da steht der Junge atemlos vor ihm und ruft: „Das ist noch ganz wichtig: Er ist auferstanden!“

Machen wir es auch so. Sagen wir es weiter – es ist ganz wichtig!

Drei junge Frauen wurden getauft und gefirmt, und zwei junge Männer wurden gefirmt – mit anderen Worten: Fünf Erwachsene entschieden sich für den Herrn und die katholische Kirche. Gott segne sie!

Halleluja!

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Gesegnete Osterspeisen

Zu unserer Gemeinde gehören viele Polen. Die haben den hierzulande schon fast vergessenen Brauch der Speisensegnung zu Ostern wieder eingeführt. Heute war ich zum ersten Mal dabei und fand es sehr schön.

Warum segnet man die Speisen gerade am Tag der Grabesruhe?
Jesus ist ja nicht einfach weg – Er ist auferstanden, und auch, als Sein Leib noch im Grab lag, hat der Vater Ihn nicht alleingelassen. „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ beten wir im Glaubensbekenntnis – und dürfen daher vertrauen, daß Jesus niemals einfach „weg“ war.

Traditionell segnet man Brot, Wein, Eier, Salz, Lammfleisch und Meerrettich. Eier werden als Fruchtbarkeitssymbol auch des Glaubens gesehen; im Mittelalter verglich man die am Jüngsten Tag aus den Gräbern auferstehenden Leiber mit dem Vogelküken, das die Eierschale zerbricht. Salz ist immer auch ein Zeichen der Gemeinschaft und Gastfreundschaft, ebenso Brot und Wein – die zudem durch die Eucharistie noch eine besondere Bedeutung bekommen, auch wenn sie nicht gewandelt sind. Daß Ostern traditionell Lamm gegessen wird, bezieht sich auf die Bezeichnung Jesu als Wahres Paschalamm und Lamm Gottes. Der frisch geriebene Meerrettich treibt einem Tränen in die Augen und soll daher an das Leiden Christi erinnern.

Nun bin ich erstens ein Schussel und habe zweitens kein richtig hübsches Körbchen. Also hatte ich meinen heute morgen gebackenen Osterzopf nur in Papier eingeschlagen. Das wäre nicht schlimm gewesen, aber alle anderen hatten so sehr niedlich geschmückte Körbchen! Ich fragte also eine Polin, ob ich bitte das Brot in ihren Korb legen dürfe. Daraufhin gab sie mir ein weißes Deckchen, auf dem mein Brot dann doch recht anmutig aussah, und steckte einen winzigen Buxuszweig in das Brot. Und zum Schluß schenkte sie mir nicht nur das Deckchen, sondern auch noch ein Osterei.

Das ist so lieb! Und nun warten Brot und Ei und noch mancherlei andere gute Sachen, bis ich von der Osternacht wiederkomme.

Osterbrot
Osterbrot
Osterei

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Für mich gestorben

„Der ist für mich gestorben“ heißt in der Sprache unserer Zeit: „Den will ich nicht mehr sehen, mit dem will ich nichts mehr zu tun haben“.

In der Sprache der nach Jesu Wort überzeitlichen Kirche heißt dieser Satz etwas ganz Anderes.

Jesus ist für mich gestorben, Er hat sich für mich zu Tode foltern lassen – damit ich mit Ihm ewig leben kann. Er hat für mich einen schrecklichen Tod erlitten, weil Er mich so sehr liebt.

Er ist für mich gestorben – und ich darf Ihn in der verhüllten Gestalt der Eucharistie jeden Tag sehen (nur heute nicht), und werde Ihn einst unverhüllt sehen. Und das ist kein Privileg, weil ich so großartig bin (ich bin es nicht), sondern eine Gnade für jeden, der sie nicht ablehnt.

Das Leben ist für uns gestorben, damit wir das Leben haben.

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