Wenn Dichter sich einen freien Vormittag nehmen

… arbeiten sie am Ende doch, aber sie frühstücken dabei.

Urlaubstag

In ruhevollen, sonnenwarmen Stunden,
In stillem Viertel ohne Werktagshast,
Von keiner Not und Sorge angefasst,
Von keiner Pflicht zur Tätigkeit gebunden,

Am Tisch, auf den genau ein Frühstück passt,
Hab Urlaub und Erholung ich gefunden,
Und keine Angst dreht in mir ihre Runden,
Und unbedeutend ist die Lebenslast.

Auch dies schenkt Gott. In Ihm bin ich geborgen.
An diesem sommerlichen Samstagmorgen
Gewährt Er mir, genußvoll aufzuleben.

Ich danke Ihm, der diesen Tag bereitet,
Und der mein Tun und Ruhen treu begleitet.
Viel größre Freude wird Er einst mir geben.

© Claudia Sperlich

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Ein Sonett für die Kirche

extra ecclesiam nulla salus

Du Mutter aller Christen, Braut des Herrn,
Durch Dich hab ich an Gnadenmitteln teil,
Du Gottesstadt, in Dir allein ist Heil,
Du weise Führerin, Du Gottesstern!

Mir bietet überall die Welt sich feil,
Will mich betören und ist Gott so fern.
In Dir ist Liebe, ist des Lebens Kern,
An Deiner Hand ist mir kein Weg zu steil.

Die gleisnerische Welt verspricht mir viel,
Doch Du bist Friedensort im Weltdebakel,
Du bist mein Ruheplatz auf allen Wegen.

In Dir find ich die Heimat im Exil,
In Dir thront Christus in dem Tabernakel,
In Dir allein ist leiblich Er zugegen.

© Claudia Sperlich

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Die dämlichste Presseerklärung aller Zeiten

… und ich habe mir dennoch die Mühe gemacht, sie zu kommentieren: Die Presseerklärung des Bündnisses „Welcome to Hell“ – also der Verantwortlichen dafür, daß am vergangenen Wochenende in Hamburg über zweihundert Polizisten verletzt und noch viel mehr an den Rand des Zusammenbruchs getrieben wurden, dutzendweise Kleinwagen verbrannt, Geschäfte und Straßen verwüstet wurden.

Presseerklärung des Bündnisses „Welcome to Hell“, Samstag 8.7.2017

Ziel des Protestes gegen den G20 war es, seine planmäßige Durchführung zu be- oder sogar zu verhindern, ihn empfindlich in seinem Ablauf zu stören oder wenigstens die Glitzershow mit ihren scheinheiligen „Familienfotos“ zu beschmutzen und den Teilnehmer*innen die ideologische Soße eines politisch substanziellen Kaffeeklatschs zu versalzen. Diese Ziel haben wir erreicht.

Und zwar in Hamburg-Schanzenviertel, das ja für Glitzershow berühmt ist.

Der Kapitalismus ist ein gesellschaftliches Herrschafts- und Gewaltverhältnis, das eine Schneise der Verwüstung hinter sich herzieht: ökologisch, ökonomisch, gesellschaftlich. Eine Schneise der Verwüstung, die Menschen, besonders, aber nicht nur jenseits der Metropolen, allerorten die Lebensgrundlage entzieht. Der ausgerufene Siegeszug des Kapitalismus ist für viele Menschen nicht weniger als die Hölle auf Erden. Wenn wir unser Bündnis „Welcome to Hell“ genannt haben, dann meinten wir genau das: Den Herrschenden ihr G20-Treffen in Hamburg ansatzweise zu der Hölle zu machen, die sie zu verantworten haben und für die sie stehen.

Das mit der Schneise der Verwüstung habt Ihr jedenfalls gut hinbekommen. Gebrüllt habt Ihr u.a.: „No justice, no peace – fight the police“ (Keine Gerechtigkeit, kein Frieden, bekämpft die Polizei). Ach? Ich dachte immer, es ginge Euch um Gerechtigkeit und Frieden? Und um den Kampf gegen das Kapital? Ja klar, die Polizei, die u.a. Vergewaltiger und Mörder dingfest macht oder auch, weniger dramatisch, verhindert, daß ich Euch einfach im Zorn eine reindresche, ist aus Eurer Sicht ja „Büttel des Kapitals“ oder so. Plündernd und brandschatzend seid Ihr durch die Gegend gezogen und habt von Eurem Lieblingsanwalt nur die sanfte Mahnung gehört „Aber doch nicht bei uns; nächstes Mal geht Ihr für sowas nach Pöseldorf“.

Unser Rückblick auf den Freitag und Samstag steht noch unter dem ermutigenden Eindruck, nach der brutalen Zerschlagung unserer Demonstration am Donnerstag ein hohes Maß an spektrenübergreifender Solidarität erfahren zu haben. Es hat sich am Freitag gezeigt, wie wichtig und wirkungsvoll es war, zu einem entscheidenden Zeitpunkt – unmittelbar vor Beginn des Gipfels – alle Spaltungsversuche von außen entschieden zurück zu weisen und auch die differierenden Einschätzungen über Formen und Inhalte des Protestes soweit zurückzustellen, dass die Tage gestern und heute insgesamt zu einem Erfolg werden konnten. Es hat sich gezeigt, wie vielfältige und unterschiedliche Formen des Widerstands sich zu einer erfolgreichen Gesamtdynamik entwickeln können.

Leute, die meisten finden Euch Scheiße. Fragt mal die Leute vom Pflegedienst, deren Auto ihr verbrannt habt. Oder die Pflegebedürftigen, zu denen diese mit Verspätung kamen. Oder die kleinen Selbständigen, deren Läden ihr zertrümmert und geplündert habt. Oder die unzähligen Angestellten und Ehrenamtlichen, die Euren Dreck weggemacht haben. Oder die Kinder, die verängstigt zu Hause blieben statt spielen zu gehen. Oder die Polizisten, die Ihr mit Stahlkugelgeschossen und Metallstangen und Pflastersteinen verletzt habt. Oder die Radfahrer, die ihre Drahtesel bestenfalls zwar heile, aber mit einer dicken Schicht Dreck verschmiert vorfanden und wegen der Glasscherben überall erstmal nicht benutzen konnten. Oder einfach irgendwelche Leute, die im Schanzenviertel wohnen und mit Euch nicht ganz dicke sind.

Aus unserer Sicht haben wir das von allen Spektren und Organisationen gemeinsam formulierte Ziel erreicht: Der Gipfel konnte am Freitag nicht ungestört und reibungslos ablaufen. Schon gar nicht, ohne dass die massive und vielschichtige Kritik daran und ihr praktischer Ausdruck in Aktionen auf der Straße die Berichterstattung über das Gipfelgeschehen nicht zeitweise sogar überlagert hätte. Die politische und polizeiliche Strategie, den Protest auf ein zahnloses, harmloses, als Demonstration der Meinungsvielfalt und -freiheit zu vereinnahmendes Maß zurück zu stutzen, ist ins Leere gelaufen.

Wenn Ihr außer entfesselten Gewaltorgien nichts wisst, was Biss hat, seid Ihr dumm und phantasielos. Wenn die Schlacht im Schanzenviertel euer gemeinsam formuliertes Ziel ist, seid ihr brutale Machos. Und wenn ihr glaubt, mit solchen Aktionen die Politiker der G20 ernsthaft zu stören, seid ihr realitätsferne Spinner.

Wir verstehen uns und unseren Protest als Teil eines vielfältigen Spektrums von linken Gruppen, Positionen, Organisationsansätzen und politischen Ausdrucksformen. Innerhalb dieses Spektrums stehen wir dafür, dass wir uns nicht auf den viel zitierten „friedlichen“ Protest reduzieren lassen wollen. Zielgerichtete Militanz ist für uns eine Option und ein Mittel, um über eine rein symbolische Protestform hinauszukommen und direkt und wirksam in Ereignisse, Prozesse und Entwicklungen verändernd einzugreifen. Zielgerichtet heißt zum einen, dass sie einen Zweck verfolgt, der mit den gewählten militanten Mitteln auch erreichbar ist. Zum anderen, dass Folgen und Risiken einschätz- und verantwortbar sind. Ein kleiner gemeinsamer Nenner ist in unserer Szene in der Regel auch immer wieder dort gefunden worden, wo es darum ging, die körperliche Unversehrtheit Dritter zu achten.

Ja, organisiert wart Ihr, das muss man Euch lassen. Deshalb ist jedes Geschwafel von Provokation durch die Polizei verlogen, denn Ihr habt die Pyrotechnik und die Stahlkugeln nicht mitgenommen, weil die Taschen sonst so leer wären, sondern weil Ihr sie von Anfang an einsetzen wolltet. Die Abfackelaktionen waren, wie man auf zahlreichen Videos sieht, in der Durchführung klar strukturiert; Ihr wußtet vorher genau, was Ihr machen wolltet. Der Punkt für die Organisation geht an Euch. Das mit der körperlichen Unversehrtheit ist bei über zweihundert verletzten Polizisten eine unsägliche Dreistigkeit und lässt darauf schließen, daß ihr den Polizisten das Menschsein absprecht.

Mit Blick auf die Dynamik, die sich gestern Abend im Schanzenviertel entwickelte, sind wir noch nicht zu einer gemeinsamen abschließenden Einschätzung gekommen. Ein paar Punkte wollen wir dennoch bereits jetzt anmerken:

Es lässt uns – bei allen Unterschieden in Nuancen der Wahrnehmung und Bewertung – natürlich nicht unberührt, wenn am gestrigen Abend in der Schanze eine Dynamik entstand, die von dort anwesenden oder wohnenden Menschen als Bedrohung wahrgenommen wurde und offenbar auch bedrohliche Situationen produziert hat. Der Gipfel ist nun vorbei und es ist Zeit genug, eine genaue Rekonstruktion und Auswertung aller Einzelaktionen auch des Freitagabends vorzunehmen und das auch über unsere Szene hinaus zu diskutieren.

Dann diskutiert mal schön. Andere Leute haben derweil das Schanzenviertel aufgeräumt und saubergemacht.

Klar ist, dass wir diese Diskussion nicht im Rahmen aufgeheizter medialer Berichterstattung führen wollen und werden, und uns auch nicht in Debatten darüber verstricken wollen, wie „das Viertel“ die ganzen Ereignisse bewertet. „Das“ Viertel gab es noch nie. Und so haben wir auch gestern und heute Stimmen gehört, die genervt oder wütend waren, oder alles und uns einfach nur Scheiße fanden. Aber ebenso wurde auch reichlich Sympathie und Solidarität zum Ausdruck gebracht.

Also, ihr habt auch Stimmen gehört, die Eure Scheißaktion als solche sehen. Sicher habt Ihr denen in Ruhe zugehört und schon eine Solidaritätskasse eingerichtet für die Leute, deren Läden und Autos Ihr kaputtgemacht habt – oder etwa nicht?

Ein weiterer Punkt ist die Polizeipropaganda. Dass die Polizei lügt wie gedruckt, um die öffentliche Meinung und die Geschehnisse in einer Weise zu beeinflussen, die ihnen möglichst weite Handlungsspielräume und eine Legitimation verschafft, ist in den Tagen des Widerstands gegen den G20 mehrfach offenkundig geworden. Dass sich dies nun noch verschärft in einer Situation, in der der Druck auf Politik und Polizei zunimmt und von Scholz über Grote und Steffen bis hin zu Dudde, Ferk und Zill alle um ihren Job fürchten müssen, ist klar.

Wenn die Polizei erst ihre Zögerlichkeit und anschließend den Einsatz von schwer bewaffneten Sondereinsatztruppen damit erklärt, sie habe „Hinweise“ gehabt, dass auf den Dächern Gehwegplatten gestapelt und massenhaft Molotow-Cocktails vorbereitet worden seien, dann darf dies ernsthaft bezweifelt werden. Bislang hat die Polizei keine ihren Behauptungen entsprechende Belege präsentiert. (Die werden sie aber bei Nachfrage sicher irgendwo ausgraben können.)

Klar, und die unzähligen Videos, die Euch beim Randalieren und Plündern zeigen, sind alle gefälscht – oder welchen Bären versucht Ihr mir gerade aufzubinden?

Diese Taktik, Einsätze durch vorher gestreute Gerüchte zu rechtfertigen, die sich dann im Laufe der Medienberichterstattung zu vermeintlichen Tatsachen verfestigen, hat sich bereits während der „Welcome to Hell“-Demo gezeigt und zuletzt bei der Razzia der B5, die wieder mit „Hinweisen“ gerechtfertigt wurde, es würden dort Brandsätze vorbereitet. Eine Behauptung, die sich im Zuge der Durchsuchung in Luft auflöste.

Am Freitagabend war die Polizei offenbar tatsächlich von der Vehemenz der Auseinandersetzung überrascht und damit überfordert. Es drängte sich aber auch der Gedanke auf, dass die Gelegenheit für taktisches Agieren mehr als dankbar aufgegriffen wurde. Im martialischen Ausdruck des mit Maschinenpistolen bewaffneten SEK im Wohnviertel und inmitten teils angetrunkener Schaulustiger und in den verwendeten Bürgerkriegsmetaphern sehen wir auch Kalkül. Es könnte darum gehen, rückwirkend alle gelaufene Härte und Brutalität zu rechtfertigen und sich öffentlichkeitswirksam Rückendeckung zu holen für das, was von Politik und Sicherheitsapparat gegebenenfalls als repressive Antwort noch kommen wird.

„Bürgerkriegsmetaphern“? Seid nicht albern. Massenhafte Brandstiftung, johlende Horden, die alles kaputthauen, was zufällig im Weg steht, Geschäftsleute, die sich nur mit dem eilig aufgehängten Bekenntnis zu Eurer Meinung und „spare our store“ vor der existenziellen Vernichtung retten können – und Ihr äußert ein empfindliches Mimimi, wenn man das „Bürgerkrieg“ oder so ähnlich nennt?

Es könnte auch darum gehen, einen letzten präventiven Versuch der Spaltung der Bündnisse zu unternehmen und die spektrenübergreifenden Solidarität zu untergraben. Nach der großen und ausdrucksstarken Demonstration am heutigen Samstag, wagen wir jedoch weiterhin zu bezweifeln, dass das funktionieren wird.

Das waren erfolgreiche Tage!
Liebe und Kraft für alle Verhafteten und Verletzten!
Auf zur Anti-Knast-Demo „Nobody forgotten, nothing forgiven!“ morgen um 12.00h!
G20 to Hell!

Ja, das war ein Erfolg für Euch. Weil Ihr „alles kaputtmachen“ als Erfolg verbucht, sofern es von Euch ausgeht. Dann demonstriert mal schön weiter – aber fühlt Euch nicht allzu sicher. Guckt Euch einfach die Geschichte aller Revoluzzertruppen Eures Kalibers an – es ist noch immer schief gegangen.

Ich wünsche Euch nicht zur Hölle, auch da unterscheiden wir uns. Ich hoffe und bete, daß der Herr die noch nicht weggekifften Teile Eures Gripses reaktiviert. Nur Er kann das.

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Hörnchen speist heute auf dem Balkon

… und ich muss es durch die geschlossene Balkontür hindurch ablichten, denn wenn ich die aufmache, läuft es weg, ehe ich knipsen kann.

Guten Appetit, Hörnchen!

Eichhörnchen

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Niemand ist Menschenmüll.

Im Zusammenhang mit einem unfassbar scheußlichen Verbrechen an Kindern las ich eine Art Verteidigung des Wortes „Menschenmüll“. Meine Entgegnung, dass auch solche Verbrecher nicht so bezeichnet werden dürfen, wurde energisch und zugleich sentimental („Haben Sie Kinder?“) erwidert.
Ich möchte einerseits nicht erklären, warum ich gegen die Bezeichnung von Menschen als Müll bin. Andererseits scheint es nötig.

1. Wenn ich Menschen als „Menschenmüll“ bezeichne, dann spreche ich ihnen das Menschsein ab. Müll ist nicht jemand, sondern etwas. Müll kommt in die Tonne, den Müllschlucker, wird geschreddert, verbrannt. Wer Menschen Müll nennt, billigt ihre Vernichtung nicht nur, er empfiehlt sie – zumindest legt der Sprachgebrauch das sehr nahe.

2. Wenn die Scheußlichkeit eines Verbrechens eine Rolle spielt dabei, ob man den Täter als Müll bezeichen darf, dann stellt sich die Frage: Ab wie scheußlich darf man?
Ist Müll bereits, wer die Kinder anderer Leute abtreibt, oder erst, wer sie in einem Konzentrationslager vergast, oder ist vom Vergasen bis zum Vergewaltigen und zu weiterer Vergewaltigung vermieten (um diesen Fall geht es) noch ein wesentlicher Abstand in Sachen Scheußlichkeit? Darf man auch in geringeren Fällen von Menschenmüll reden? Langt ein einziger Mord, oder ein einziger erledigter Killerauftrag? Wenn ja – geht es auch noch billiger? Wäre ein Bankräuber am Ende auch Menschenmüll, oder geht das nur mit Geiselnahme?
Sie sehen – die Frage ist absurd. Wenn man das Wort „Menschenmüll“ gebrauchen will, dann muss man sich auch fragen lassen: Warum in diesem Fall, und in jenem nicht?

3. Was tut man den Opfern jener Verbrecher an? Sie wurden (laut Ermittlungen in mindestens einem Fall von ihrem eigenen Vater) zum Mißbrauch herumgereicht und dabei gefilmt. Das ist grauenhaft. Da müssen Kinder damit leben, daß sie ihrem Vater nicht vertrauen können, und daß er im Gefängnis sitzt (wo er unbedingt auf lange Zeit hingehört, aber dennoch ist es für ein Kind alles andere als leicht, einen Vater im Gefängnis zu haben). Sie müssen damit leben, einen bösen Vater zu haben. Wenn man jetzt auch noch sagt „Dein Vater ist Menschenmüll“, erklärt man sie damit nicht zu Monstern, halb Mensch und halb Müll?

4. Wenn wir Menschen als Menschenmüll bezeichnen, können wir nicht zugleich sagen, daß Gott jeden Menschen von vornherein gewollt hat – oder wir werfen Ihm Pfuscherei vor, die Produktion von Ausschuss. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Eine böse Tat ist niemals gottgewollt. Aber der Täter ist immer ein Mensch, der durch Gottes Willen lebt. Warum Gott extreme Übel zuläßt, warum Er dem freien Willen so wenige Schranken gesetzt hat, weiß ich nicht. Aber irgendjemanden Menschenmüll zu nennen, und zwar nicht nur im ersten Entsetzen über diese Tat, sondern in einer wohlerwogenen Erklärung, warum diese Bezeichnung völlig richtig sein soll, ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar.

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fiat, fiat! Amen!

Kann man hierzu jedenfalls sagen.

fiat, fiat, amen!

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Wertstoffe für die Alba

Die Alba hat die Aufgabe, Plastikmüll zu entsorgen. Gelbe Tonnen leeren, gelbe Säcke mitnehmen. Dafür bekommt die Alba Geld von der Hausverwaltung, die das Geld ihrerseits von den Mietern oder Eigentümern bekommt.
Die Alba wehrt sich auch nicht gegen das Geld.

Aber die Alba hat bei uns viele Wochen lang keine Wertstoffe abgeholt. Ich habe dann gelbe Säcke geholt, gemeinsam mit einer Nachbarin den Inhalt der überquellenden Mülltonnen in die Säcke getan und auf die Straße gestellt. Die Nachbarin hatte außerdem schon längere Zeit mit der Alba korrespondiert. Die Alba hat mehrere Termine platzen lassen und endlich auch den Kragen der Nachbarin.

Nachdem die Alba wieder einmal nicht geschafft hatte, die kleinen Knöpfe neben der Tür zu betätigen (damit löst man akustische Signale in den zugeordneten Wohnungen aus, liebe Alba) und also weder die Nachbarin noch ich (beide anwesend) die Tür öffnen konnten, hat die Hausverwaltung der Alba sogar einen Schlüssel gegeben.

Die Alba hat Leute, die können einen Schlüssel benutzen. Also sind die Tonnen jetzt leer. Die gelben Säcke vorm Haus aber lagen immer noch da. Und nun haben wir, die Nachbarin und ich, die Säcke zur Alba gebracht. Und zwar vor die Geschäftsstelle in der vornehmen Knesebeckstraße, mit Fanshop und so.

Es kann sein, daß auch ein paar Maden dabei sind, die Säcke liegen ja schon eine Weile da, und es ist Sommer. Aber bei der Alba arbeiten ja nicht nur Veganer.

Gelbe Säcke für die Alba
Gelbe Säcke für die Alba

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Beim Frühstück sonettiert

Trüber Morgen

Die Rosen blühen und der Regen fällt,
Und etwas Trübes schleicht in meine Seele.
Ich weiß nicht, wo ich mich grad so verfehle,
Und welcher Dämon mir den Blick verstellt.

Gleich nach der Messe, die doch segensreich,
Und noch von Christi Wort und Leib durchdrungen,
Hat irgendwas zum Mißmut mich gezwungen,
Das macht mein Denken unscharf, blöd und weich.

Ich frage Gott: Wie kann das sein? Du gibst
Dich selbst, weil Du mich ohne Schranken liebst,
Und ich spür nichts als dumpfe Seelennot?

Beim Frühstück stell ich fest: Die Seele lacht
Zuweilen erst, wenn man ihr Kaffee macht
Und gänzlich säkulares Butterbrot.

© Claudia Sperlich

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Ein Sonett zum Evangelium vom Tage

Liebe
Mt. 10,37-39

„Wer Vater, Mutter, Tochter oder Sohn
Mehr liebt als Mich, der ist nicht Meiner wert.“
Dies Herrenwort drang in mich wie ein Schwert,
Es schien der ersten Liebe selbst zum Hohn.

Doch wo man Eltern wie die Götter ehrt,
Wo man die Kinder hebt auf Gottes Thron,
Ist Tyrannei und Menschenfurcht der Lohn,
Und das Gebot der Liebe wird verkehrt.

Vergöttert nicht, die Gott euch anvertraut!
Gehorcht und dient und liebt einander gern,
Doch immer bleibe Gott an erster Stelle.

Wo Liebe fordernd Seinen Weg verbaut,
Bleibt diesem falschen Fordern liebend fern.
Mehr als das Leben liebt des Lebens Quelle.

© Claudia Sperlich

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Ein Sonett zur Reformation

Am 2. Juli 1519 schrieb Johannes Eck einen Brief an Georg Hauer. Ich habe den Brief ein wenig kürzer gefasst.

Eck an Hauer, Leipzig 1519

Hier gibts nur ungenießbar bittre Biere,
Es regnet auf dem Wege ohne Ende.
Bewaffnete erfüllen das Gelände,
Häretiker und Spalter die Reviere.

Auf Leipzigs Märkten ist der Tratsch behende,
Daß ich, der Römling, den Disput verliere.
Der Karlstadt, gegen den ich opponiere,
Begreift so viel wie dieses Raumes Wände.

Der Karlstadt spickt, notiert, kann sich nichts merken.
Den freien Willen nennt er unerheblich,
Und seiner ists! Doch Luther macht mir Grauen.

Der Glaube lebt zwar auf in guten Werken,
Doch diesen Irrenden lehr ich vergeblich.
Das einzig Schöne hier sind Leipzigs Frauen.

© Claudia Sperlich

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