Frühlingsblüten

Nach einem wundervollen Gottesdienst konnte ich auch noch Blumen bewundern. Es ist zwar noch nicht ganz die von Paul Gerhardt besungene schöne Sommerzeit, aber „Narzissus und die Tulipan“ sind jedenfalls schon dabei!

Ysander
Ysander
Ysander

Forsythie
Forsythie

Prunus
Baumblüte

Narzissen
Narzissen

Tulpen
Tulpen

Rosen… die brauchen aber noch eine Weile bis zur Blüte.
Rosenlaub

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Hübsche Dinge

Ein nettes, kleines Auto.
Auto
Auto
Auto

Ein nettes, mittelgroßes Rathaus. (Daneben, zum Kontrast, ein hässliches Kaufhaus.)
Rathaus Steglitz
Rathaus Steglitz
Rathaus Steglitz

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Betreffen bioethische Fragen auch mich?

So hieß eine Veranstaltung in der Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Tegel. Dr. Walter Ramm, der Vorsitzende der Aktion Leben, informierte am vergangenen Dienstag über die Themenkreise Abtreibung, in-vitro-Fertilisation, Genschere, Euthanasie bzw. „Sterbehilfe“, Umgang mit Tod und Sterben, Patientenverfügung und -vorsorge – also über die „Machbarkeit“ von Leben und Tod aus christlicher Sicht und darüber, wie man sich am Ende vor dem Machbarkeitswahn schützen kann.

Es war nicht geradezu übervoll, und ich bin etwas bekümmert, daß ich wieder einmal den Altersdurchschnitt senkte. Schüler und Studenten hätten auch sehr gut dort hingepasst.
Es wurden viele Fragen gestellt, und Herr Ramm nahm sich für alle Zeit. Seine guten Kenntnisse sowie seine freundliche und humorvolle Art ließen die Veranstaltung an keiner Stelle langweilig werden.

Lebensschützer oder Lebensrechtler?

Herr Ramm begann mit einem sprachlichen Hinweis: Das Wort „Lebensschützer“ (gern in Zusammenhang mit „selbsternannt“) ist eine Schöpfung der Gegenseite, um Lebensrechtler verächtlich zu machen. Es geht ja zuerst um das Recht auf Leben, das jedem Menschen von Anfang bis Ende immanent ist. Daraus ergibt sich notwendig, daß dies Leben schützenswert ist. Jedoch ist der Schutz damit sekundär, primär das Recht. Auch spricht man von Tierschutz, Naturschutz, Denkmalschutz usw., sprachlich wird dadurch mit dem Wort „Lebensschutz“ das menschliche Leben anderen irgendwie auch schützenswerten Sachen gleichgestellt, also in seinem Rang und seiner Würde vermindert. Deshalb sollten Lebensschützer sich vielmehr Lebensrechtler nennen.

Abtreibung

Häufig hört man die Aussage: „Ja, ich bin gegen Abtreibung“ – beim Nachhaken ist aber der Anfang der Schwangerschaft später angesetzt als bei der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle, nämlich erst bei der Nidation oder noch später. Das ist nur möglich, wenn man völlig willkürlich die früheste Lebensphase als „noch kein Leben“ definiert. Dann aber wird die Bestimmung, wann das Leben nun anfängt, diskutabel. Daß Pille und Spirale zuweilen nicht die Befruchtung, sondern die Nidation verhindern, scheint bei dieser Betrachtungsweise gleichgültig. Jedoch ist ein Lebewesen mit menschlichem doppeltem Chromosomensatz ein Mensch – bereits vor der Einnistung. Verwehrt man ihm die Einnistung, bringt man ihn damit um.

Die nachgeborenen Geschwisterkinder Abgetriebener haben, so Ramm, überdurchschnittlich häufig ernste seelische Probleme und fühlen sich nur bedingt geliebt.

Es wird oft behauptet, daß es in Ländern mit liberaler Regelung immer weniger Abtreibungen gibt. Diese Behauptung übersieht aber, daß z.B. in Holland Abtreibungen bis zur 8. Schwangerschaftswoche gar nicht als solche firmieren – sondern als „Menstruationsregulierung“.

Kind nach Wunsch?

Bei der in-vitro-Fertilisation werden überzählige Embryonen vernichtet oder „für später“ eingefroren. In Amerika hat es bereits Sorgerechtskämpfe um eingefrorene Embryonen gegeben. Das Embryonenschutzgesetz in Deutschland verbietet die Forschung an menschlichen Embryonen und auch das Einfrieren. Jedoch gilt der Mensch in den ersten zwölf Stunden nach Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, im „Vorkernstadium“, nach deutschem Recht noch nicht als Embryo. Man kann ihn dann einfrieren und zum Forschungsobjekt machen, wenn man nur schnell genug ist.

Leihmutterschaft bedeutet das Mieten einer Frau als Gebärmutter. Ramm spricht von Leihmutterkliniken auf den Philippinen (wo pro Jahr etwa 30.000 Kinder von Leihmüttern ausgetragen werden) und in Kiew (wo es 20 solcher „Kinderschmieden“, wie Ramm sie zutreffend nennt, gibt).

Die Crispr/Cas-Methode, bei der die DNA durch eine Genschere so verändert wird, daß diese Veränderung vererbbar und nicht als Manipulation nachweisbar ist, galt zunächst als medizinischer Fortschritt, durch den perfekte, die Welt ernährende Pflanzen gezüchtet und schreckliche Erbkrankheiten besiegt werden können. Was die perfekten Pflanzen angeht: Es gibt bereits Champignons, die durch Genmanipulation nicht mehr braun werden. Man kann das olle Zeug also wochenlang als frisch verkaufen. Es gibt bereits hunderte, wenn nicht tausende von Patenten auf Lebensformen.

An Embryonen wird derzeit in China und Großbritannien die Crispr/Cas-Methode erprobt – und das bedeutet: Entweder die Manipulation ergibt die gewünschten Resultate, oder das Embryo wird weggeworfen. Und selbstverständlich wird, sobald der Weg dahin gefunden ist, nicht nur der erbgesunde, ästhetisch perfekte und immune Mensch hergestellt. Es gibt mit Sicherheit genug Interesse und Geld, dann auch den Menschen zu machen, der äußerst gehorsam und gerade intelligent genug ist, einfache Befehle zu befolgen – Huxleys Gamma minus.

Transplantation

Das schwierige Thema der Organtransplantation wurde nur gestreift. Das große Problem ist dabei, daß dem Spender im Grunde der eigene Tod vorenthalten wird; er wird lebend in einen sterilen Vorraum vom Operationssaal gebracht, künstlich am Leben erhalten und am Ende frisch ausgeweidet. Ein Abschied in Würde vom Sterbenden ist nicht möglich. Eltern sterbender Kinder werden oft bedrängt, der Organspende zuzustimmen – dann darf das Kind nicht in den Armen der Mutter sterben. Auch bringt der Empfänger einer Organspende sich selbst in die Situation, den Unfalltod eines vitalen Menschen zu erhoffen.
Xenotransplantationen scheinen ein Ausweg, aber dafür werden Schweine in vollkommen steriler Umgebung ausschließlich zur Produktion von Spenderorganen gezüchtet. Vielleicht ist die Idee, sein eigenes Schicksal anzunehmen, appetitlicher. Ich jedenfalls möchte Organe weder spenden noch gespendet bekommen. Es ist sinnvoll, einen diesbezüglichen Ausweis bei sich zu tragen.

Lebensende

Seit Ende der 70er Jahre werden Mediziner immer häufiger dazu gebracht, lebensverlängernde Maßnahmen zu unterlassen und lebensbeendende Maßnahmen einzuleiten. Daß Menschen nicht mehr mit Gewalt am Leben gehalten werden, wenn dadurch der bevorstehende Tod nur qualvoll hinausgezögert wird, ist selbstverständlich gut, ebenso wie die Palliativmedizin. Jedoch werden, so Ramm, immer häufiger sinnvolle Therapien unterlassen und Patienten praktisch stattdessen zu Tode sediert. In Holland, wo Euthanasie legal ist, geht derzeit die aktive Euthanasie zurück, gleichzeitig steigt die terminale Sedierung. Das wirkt in der Statistik besser, ist aber Jacke wie Hose.

Die Patientenverfügung, in der man z.B. niederlegen kann, daß man nicht euthanasiert werden möchte und im Falle einer Demenz immer noch als Mensch mit unveräußerlicher Würde behandelt werden will, ist rechtlich nicht mehr als ein Regelungswunsch. Eine Vorsorgevollmacht, in der klar bestimmt wird, wer die Entscheidungen über Behandlung und Nichtbehandlung zu treffen hat, ist sicherer.

Beistand

Als Christ und Lebensrechtler scheint man heute auf ziemlich verlorenem Posten zu stehen, auch wenn die Lebensrechtsbewegung wächst – denn auf der anderen Seite ist viel Macht und viel Geld im Spiel. Aber als Christen dürfen wir nicht verzweifeln. Dr. Walter Ramm sprach auch immer wieder von der Notwendigkeit zu beten und beschloss die Veranstaltung mit einem Gebet. Zuletzt gab er den Zuhörern noch ein kurzes Gebet des Heiligen Antonius Maria Claret mit auf den Weg:

Herr, es ist aussichtslos.
Aber Du bist allmächtig.

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Frühling

Der Regen ist zwar für mich etwas unangenehm, aber was er vorbringt, ist gar prächtig!

Narzissen
Narzissen

Krokus
Krokus

Akelei (die noch lange nicht blüht, aber das junge Grün ist so hübsch!)
Akeleigrün

Milchstern
Milchstern

und Buchsbaumgrün, das ja in wenigen Wochen zu Palmarum dringend gebraucht wird.
Buchsbaum

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Meine Namenspatronin

Meine Eltern hatten gewiß keine Heilige im Sinn, als sie mir meinen Namen gaben. Daß ich mich mit 22 Jahren für den Taufnamen Johanna, nach der kämpferischen Heiligen Jeanne d’Arc, entschied, geschah zum Teil aus einer Protesthaltung – und im Bewußtsein, daß ich den Beistand einer Kämpferin gut brauchen konnte. Aber trotz meiner Verehrung der Heiligen Jeanne habe ich meinen Rufnamen aus Gewohnheit beibehalten.

Die Heilige Claudia aus Amisium in Kleinasien, derer wir heute gedenken, war wie ich gegen den Willen ihrer Eltern Christin geworden. Anders als meine Eltern reagierten die ihren nicht nur knurrig und verständnislos, sondern denunzierten ihre Tochter, die um 300 gemeinsam mit anderen jungen Frauen der Christenverfolgung unter Diokletians Mitregenten Maximinian zum Opfer fiel.

Sie und ihre Gefährtinnen wurden zu Tode gefoltert, weil sie ihrem Glauben treu blieben. Dargestellt wird sie mit den Märtyrersymbolen Palmzweig und Schwert sowie einem Buch oder einer Schriftrolle für ihr Bekenntnis zur Heiligen Schrift. Auf dieser Darstellung hält sie in der erhobenen Rechten einen Rosenstrauß, der in der christlichen Ikonographie ein Hinweis auf die Jungfräulichkeit oder ein Christussymbol sein kann.

Heilige Claudia

Heilige Claudia, bitte für uns!

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Träumer und Pragmatiker

Joseph war beides. Er handelte nie überstürzt, er überschlief Entscheidungen erst einmal. Er hörte zu, wenn Gott zu ihm sprach. Und er war Handwerker, war ein Mann der Tat. Er war bescheiden, blieb im Hintergrund – und war der Ernährer des Herrn.

Joseph

Er wurde nie von seinem Herrn gefragt,
ob er den sonderbaren Ziehsohn wollte.
Er lernte träumend, wie er handeln sollte –
und blieb bei ihr und hat sich nicht beklagt.

Schon möglich, daß er trauerte und schmollte,
vielleicht von Zorn und Zweifel angenagt.
Doch hat das Ungewohnte er gewagt,
als das verheißne Wort ihn überrollte.

Er richtete, so gut es ging, die Hütte
und legte seinen Mantel auf die Schütte,
damit Maria weich lag und der Knabe.

Er brachte beide durch als Gastarbeiter.
Die Träume blieben seine Wegbereiter.
Vielleicht sah er den Sohn als Gottesgabe.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. Gedichte, tredition 2015

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Zwei Brüder

… und der brave von beiden wird bis heute zu wenig beachtet. Dabei finde ich ihn, den beleidigten Rechthaber, genauso wichtig wie seinen leichtsinnigen und verschwenderischen jüngeren Bruder.

Der eifersüchtige Bruder
Lk. 15,11-32

Die harte Arbeit hab ich gern gemacht.
Hab froh und gut gepflügt, gesät, geschnitten.
Ließ mich um keine Hilfe zweimal bitten,
Hab neues Land und Vieh uns eingebracht.

Ich liebe unsre alten Bauernsitten,
Dies Land, das grün in goldner Sonne lacht.
Ich hab mich mit dem Wildfang nie verkracht!
Er war doch immer bei uns wohlgelitten!

Es hat dem Vater fast das Herz gebrochen,
Als er mit seinem Erbe fortgegangen.
Nun hat ers durchgebracht, kommt angekrochen!

Er wird gefeiert. Ich bin nur Getriebe.
Darf ich, der Immertreue, nichts verlangen?
Und ich verlang doch nichts – nur Vaters Liebe.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. Gedichte, tredition 2015

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Das Recht auf Selbstverletzung

Die Forderung nach einem Recht auf Abtreibung ist der Kampf darum, legal einen in engstem Abhängigkeitsverhältnis stehenden Menschen töten zu können. Man muss nicht Christ sein, um das zu verstehen, sondern nur im Biologieunterricht aufgepasst haben.

Aber aus irgendeinem Grund ist dies Argument, so schlüssig es ist, sehr unbeliebt. Vielleicht klingt es zu krass? Gut, ich versuche, es weniger krass zu sagen. Ich lasse das Kind einmal außen vor, so unlogisch das ist. Frauen, die für ein Recht auf Abtreibung kämpfen, versuchen ein Recht auf schwere Selbstverletzung zu erstreiten.

Es wird ja im Zusammenhang mit Abtreibung immer wieder von Frauenrechten gesprochen. Was aber hat es mit meinem Recht als Frau zu tun, wenn mir gestattet wird, meinen Körper auf höchst gesundheitsschädliche Weise so zu manipulieren, daß ein bereits empfangenes Kind nicht oder nicht lebend geboren wird? Ich sehe darin das genaue Gegenteil von Frauenrechten.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Abtreibung, medikamentös oder operativ. Das heißt, entweder schluckt die Frau Gift (das Wort „medikamentös“, von medicamen, Heilmittel, ist irreführend, da eine Schwangerschaft keine Krankheit ist), wodurch das Kind getötet und sie selbst verletzt wird, und muss das tote Kind gebären. Oder sie läßt sich in Narkose versetzen, und jemand popelt mit medizintechnischem Gerät in ihrem Unterleib herum, bis alle Teile des Kindes entfernt sind.

Es ist kein emanzipatorischer Akt, sich krank machen oder verletzen zu lassen.

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1400 Jahre Kloster Weltenburg

Ob die Gründung der Benediktinerabtei St. Georg in Kelheim an der Donau wirklich 617 durch zwei iroschottische Mönche geschah, ist nach heutigem Forschungsstand nicht sicher. Aber die Gegend war damals schon christlich, und die Zeit der Klostergründung mag wenigstens so ungefähr stimmen. Die Benediktinische Regel ist seit etwa 740 für Weltenburg verbindlich.

Während der Ungarnstürme im 10. Jh. mussten die Mönche fliehen – aber Weltenburg wurde nicht aufgegeben. 1123 bis 1328 lebten dort Augustiner-Chorherren. Die Klosterbrauerei ist 1050 zum ersten Mal erwähnt (sie besteht bis heute und produziert ausgezeichnetes Dunkelbier). 1191 wurde eine neue Klosterkirche errichtet.

Plünderungen im Schmalkaldischen Krieg und im Dreißigjährigen Krieg überlebte das Kloster Dank umsichtiger Führung. Leider mußten dazu Teile der Bibliothek verkauft werden.

Im Spätbarock erhielt das Kloster seine heutige Gestalt. Wer mich kennt, versteht, daß ich darüber etwas bekümmert bin, Romanik gefällt mir einfach besser – andererseits muss man sagen: Wenn Barock, dann bitte so! Die Architektur ist so wundervoll klar!

1821 fiel das Kloster der Säkularisation zum Opfer, wurde aber 29 Jahre später wieder, was es war – ein Benediktinerkloster.

Das Kloster Weltenburg betreibt neben der Brauerei ein Gästehaus, Feldwirtschaft und Schweinemast, einen Klosterladen und ein breites Kursangebot. Aber das Wichtigste ist, wie in jedem Benediktinerkloster, das Gebet – und selbst wenn ich nie nach Weltenburg komme und keinen der Mönche persönlich kenne, darf ich davon ausgehen, daß dort auch für mich gebetet wird.

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Theologie für Anfänger

… heißt ein Buch des katholischen Laientheologen Frank Sheed. Ich empfehle es von Herzen.

In 19 Kapiteln erklärt Frank Sheed die Grundsätze der katholischen Glaubenslehre so, daß ein aufmerksamer Leser sie verstehen kann, auch wenn er nicht Theologie studiert hat. Er trivialisiert dabei nie, mutet dem Leser viel zu. So ist die Lehre von der Dreifaltigkeit oder die von der Sündenvergebung in der Beichte durch den Priester nicht leicht zu begreifen, und der Autor tut auch nicht so, als sei sie es, sondern er legt das Schwierige so einfach wie möglich dar.
Er geht auf alle möglichen Teilprobleme ein, auch auf das große Problem unserer Tage, daß Menschen sich im guten Glauben, katholisch zu sein, eine Privatreligion zurechtbasteln.

In den Augen von Nichtkatholiken und manchmal auch von Katholiken, die das Gewicht oder die Zahl ihrer Sünden nicht berührt, kann es so aussehen, als habe der Priester keine Berechtigung, in eine Angelegenheit sich einzumischen, die ihn nicht betrifft. Gottes Gebot, so argumentieren sie, ist verletzt worden, Gottes Vergebung erwarten wir; warum nicht ihm allein unsere Bekümmerung unterbreiten? Wie können wir göttliche Vergebung von irgendjemand anderem als von Gott erwarten?
Für den Katholiken, mag er auch gelegentlich wünschen, es möchte anders sein, ist die Frage entschieden durch die Worte Christi: „Wem immer ihr die Sünden nachlasset, dem sind sie nachgelassen.“ Es liegt nicht beim Sünder zu entscheiden, wie ihm seine Sünden vergeben werden sollen.

Der lakonische Schlußsatz dieses Absatzes ist keineswegs der Schlußsatz des Kapitels über die Sündenvergebung; Sheed beleuchtet jedes Thema von allen Seiten. Der Grundtenor des Buches ist: Der katholische Glaube ist vernünftig, und er ist herrlich. Die Herrlichkeit Gottes ist dem menschlichen Verstand zugänglich, und es ist gut, den Verstand zu benutzen, um Gott zu erkennen – denn genau dazu haben wir den Verstand.

Frank Sheed, Theologie für Anfänger. Lepanto Verlag, 244 S.

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