Demonstrieren gegen nazihafte „Helden“verehrung

Am kommenden Samstag, dem 19. August, um 11.00 Uhr am S-Bahnhof Spandau, beginnt die Demonstration Spandau wehrt sich – eine Gegendemonstration gegen eine von Neonazis geplante Kundgebung zum ehrenden Andenken an Rudolf Heß.
Ich bin keine Spandauerin, aber ich finde es wichtig genug, dieser Nazi-Heldenverehrung entgegenzutreten – und zwar auch dann, wenn ich mich dabei zu Menschen geselle, die die katholische Kirche nicht mögen. Tobias Klein hat darüber schon sehr ausführlich unter einem hinreißend schönen Titel gebloggt, und ich schließe mich ihm in aller Kürze an:

Kommt und zeigt Präsenz gegen Nazis!

Heiliger Maximilian Kolbe, Heilige Teresia Benedicta a Cruce, bittet für uns.

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Wenn es kein Beichtgeheimnis gäbe

Wenn, wie die australische Regierung anstrebt, das Beichtgeheimnis im Falle von Kindesmißbrauch nicht mehr gilt, wird Kindesmißbrauch nicht mehr gebeichtet. Der Schuldige wird nicht mehr die Möglichkeit eines guten Neuanfangs erfahren, nicht mehr ermahnt werden, sich zu stellen und so gut es geht, Sühne zu leisten, nicht mehr hören, daß er sich mit Gottes Hilfe bessern kann und das daher auch muß.
Das mißbrauchte Kind, das sich selbst schuldig fühlt, weil der Täter – ein naher Verwandter – ihm das eingeredet hat, wird nicht mehr zur Beichte gehen und also nicht vom Priester hören, daß dies nicht seine, sondern des Verwandten Schuld ist, und es wird nicht erfahren, wo es Schutzräume gibt.

Wenn das Beichtgeheimnis im Falle von Kindesmißbrauch aufgehoben wird, werden bald Vorschläge und dann Forderungen folgen, es auch in anderen Fällen aufzuheben. In der Folge wird nicht mehr gebeichtet, zumindest nicht, wo es um nach säkularem Recht strafbewehrte Dinge geht.

Wenn sich dann doch Priester finden, die das Kirchenrecht ernst genug nehmen, lieber die staatsrechtlichen Konsequenzen für ihr Schweigen zu tragen als die kirchenrechtlichen Konsequenzen für ihr Reden, gibt es zwei Möglichkeiten, daß dies überhaupt bekannt wird: Entweder das Beichtkind verrät den Priester (also einen, dem es im Vertrauen auf sein Schweigen gebeichtet hat – sehr unwahrscheinlich) oder es werden von staatlichen Behörden Schritte unternommen, Beichten abzuhören, also ein Lauschangriff auf den Beichtstuhl.

Ich vermute nach Kenntnisnahme einiger Diskussionen zu diesem Thema, daß die Mehrheit der Deutschen (und vermutlich auch vieler anderer) einen solchen Lauschangriff wünscht (auch wenn es bisher gar nicht um deutsches, sondern um australisches Recht geht). Die Säkularisierung hat meiner Beobachtung nach ein starkes Bedürfnis nach Bespitzelung und anderen diktatorischen Maßnahmen zur Folge – ich merke das nicht zum ersten Mal.

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Hinweis für Radiohörer

Am Donnerstag, dem 17. August, um 20.30 Uhr, bin ich in der Sendereihe Credo auf Radio Horeb zu hören mit einem Vortrag über Bischof Ambrosius.

Ab Freitag ist der Vortrag dann auch als Podcast zu haben.

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Mariä Himmelfahrt

Am vergangenen Sonntag haben wir das Fest vorgezogen gefeiert, heute noch einmal zum eigentlichen Termin – diesmal mit einem Gedicht.

Mariä Vollendung

Sie hat das Wort das Sprechen gelehrt.
Er, das fleischgewordene Wort,
Er, der lehrt in bildhaftem Wort,
lernte die ersten Menschenworte,
Imma, Abba,
von Seiner Mutter Maria.

Sie hat den Weg das Gehen gelehrt.
Er, der Weg, der zum Vater führt,
Er, der vorangeht auf steilem Weg,
lernte die ersten Menschenschritte,
tappend, stolpernd,
von Seiner Mutter Maria.

Sie hat die Wahrheit den Glauben gelehrt.
Er, der die Wahrheit kennt wie sich selbst,
Er, der die Wahrheit tut und lehrt,
lernte die übermenschliche Wahrheit,
Gott ist einzig,
von Seiner Mutter Maria.

Sie hat das Leben ins Leben gebracht.
Er, der das Leben für alle gab,
Er, der für unser Leben lebt,
suchte das Leben in ihrem Leib,
ihren Brüsten,
aus Seiner Mutter Maria.

Sie war ganz Magd. Sie gehorchte dem Wort,
sie ging den Weg, den ihr Gott hat bestimmt,
sie gab der Wahrheit in sich ein Zuhaus,
Sie trug das Leben und ging mit Ihm,
bis zum Kreuze,
sie wurde Mutter der Kirche.

Sie war ganz frei von ererbter Schuld.
Sie war durch nichts je getrennt von Gott.
Wie sie ihr schlafendes Kind einst trug,
trug nun die Liebe sie aus dem Tod
in den Himmel,
Mutter des Lebens, Maria.

© Claudia Sperlich

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Mariä Vollendung

Damit recht viele an diesem schönen Fest teilnehmen können, wurde es in unserer Gemeinde am heutigen Sonntag vorgezogen gefeiert. Zu Mariä Himmelfahrt gibt es die Tradition der Kräuterweihe – duftende Kräuter werden zu Sträußen gebunden, in der Kirche gesegnet und zu Hause an einem Marienbild aufgestellt oder aufgehängt.

Ich habe Kräuter vom Balkon genommen. Der Salbei ist leider nicht mehr schön und fehlt daher. Drin sind: Rosmarin, Basilikum, Minze, Estragon, Thymian. Fünf ist zwar keine typische Kräuterbuschenzahl, aber ich finde, das ist nicht so wichtig.

Kräuterbuschen

Auch Rosen stehen ja für die Gottesmutter, und vor der Marienkirche in Friedenau blühen sie zum zweiten Mal in diesem Jahr. Maria sieht sie zwar auch ohne meine Hilfe, aber ihr zu Ehren und meinen Lesern zur Freude will ich Rosen und Kirche auch hier vorzeigen.
Rose
St Marien - Friedenau
Rose
St Marien - Friedenau
Rose
St Marien - Friedenau
Rose
St Marien - Friedenau
Rose

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Verklärung des Herrn

Taborlicht

Moses

Vor Jesus lebt, der in der Wüste starb,
der mit dem Vater sprach und von Ihm strahlte.
Nun spricht er mit dem Sohn, ist auferstanden
vor dem, der auferstehen wird für alle.

Elias

Vor Jesus steht, der zu Ihm war entrückt,
lang eh Er kam vom Vater auf die Erde.
Der einst den Sohn der Witwe auferweckte,
spricht mit dem Sohn, der sterben wird und leben.

Petrus

Auf Jesus schaut er und sieht bei Ihm stehen
Gesetz und Lehre, Treue und Erfüllung.
Voll Hoffnung auf die Zeitenfülle spricht er:
„Hier ist es gut, hier lass uns Hütten bauen.“

Jakobus

Er sieht den Herrn und Moses und Elias,
die Ihm zur Seite stehn, und schweigt voll Demut.
Viel lieber will er tun nach Jesu Worten,
als über Seine Göttlichkeit zu sprechen.

Johannes

Er sieht das Licht und denkt an jenen Tag,
da jener Wüstenmann den Meister taufte.
Er sieht den Herrn der Ernte. Sukkot naht,
Das Erntefest, das sich hier vorbereitet.

Jesus

Im Licht des Vaters steht das Licht der Welt.
Dem Alten Bund erklärt sich nun der Neue,
der Alte Bund erkennt den Sohn des Vaters.
Das Licht bescheint schon Tod und Auferstehung.

© Claudia Sperlich

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Hörnchen in der Sommerfrische

Erst einmal bildet es sich (nur das Buch fehlt noch, aber die Haltung ist schon sehr gut).
Hörnchen am Lesepult

Und dann wandelt es ungestraft unter Hortensien.
Hörnchen im Hofgarten

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Alfonso de Liguori und die Eucharistie

Vor 230 Jahren starb der Heilige Alfonso Maria de Liguori. Ihm verdanken wir einen eucharistischen Hymnus von spätbarocker Süße:

O Pane del Cielo,
Che tutto il mio Dio nascond’in quelo velo,
Io t’amo, t’adoro,
Mio caro Tesoro.
O Amante Gesù,
Per darti a chi t’ama, qual pan ti dai Tu.

O cibo vitale,
Che ‚l pegno ne doni di vita immortale;
Io vivo, non io,
Ma vive in meDio,
Che vita mi dà:
Mi pasce, mi regge, beato mi fa.

O laccio d’Amore,
Che unisci col servo l’Amato Signore:
S’io vivo e non t’amo,
Più viver non bramo,
Né viver più so,
Se non per amare Chi tanto m’amò.

O Fuoco potente,
Che accender aneli ogni core, ogni mente,
Ti cerca il mio core:
Deh vieni, o Signore,
E accendi me ancor;
S’è grande il mio ardire, più grand’è’l tuo Amor.

O amabil Saetta,
Se offesi il mio Dio, Tu fa la vendetta:
Ferisci su via
Quest’anima mia,
Che muoia per Chi
Un dì per mio amore la vita finì.

Diletto mio Bene,
Che teco m’hai stretto con tante catene,
Ti dono il mio core,
O dolce mio Amore,
Tuo sempre sarò;
Te stesso m’hai dato, me stesso ti dò.

Già dunque, mio Amato,
Là in Cielo m’aspetti ad amarti svelato;
S’ì certo sper’io,
Mia vita, mio Dio.
E come mai può
Il Cielo negarmi chi Sé mi donò?

Edmund Vaughan (1827-1908)übersetzte den Hymnus ins Englische und brachte ihn in ein anderes Metrum; Henri Frederick Hemy (1818-1888) fand eine ebenso süße und liebliche Melodie dazu.

O bread of heaven, beneath this veil,
Thou dost my very God conceal;
My Jesus dearest treasure hail;
I love thee and adoring kneel
Each loving soul by thee is fed
With thy own self in form of bread.

O food of life, thou who dost give
The pledge of immortality
I live no, ‘tis not I that live;
God gives life, God lives in me
He feeds my soul he guides my ways
And every grief with joy repays.

O bond of love, that dost unite
The servant to his living Lord
Could I dare live and not requite
Such love then death were meet reward
I cannot live unless to prove
Some love for such unmeasured love.

Beloved Lord in heaven above,
Where Jesus thou awaitest me;
To gaze on thee with changeless love;
Yes thus I hope thus shall it be
For how can he deny me heaven,
Who here on earth himself hath given.

Dieses Lied ist das Lieblingslied unseres Pfarrers, und so bat er mich vor einigen Jahren, es nach der gleichen Melodie singbar ins Deutsche zu bringen. Das habe ich gerne getan!

In diesem Schleier, Himmelsbrot,
Verbirgst du meinen wahren Gott;
mein teurer Hort, ich liebe dich,
Mein liebster Jesus, du gibst dich
All jenen, die dich lieben, Gott,
In der Gestalt von schlichtem Brot.

O Lebensnahrung, du gibst mir
Das Pfand des ewgen Lebens hier;
Ich lebe nicht aus eigner Kraft,
Gott lebt in mir, der Leben schafft,
Ihm dank ich Nahrung und Geleit,
Er führt mich in die Seligkeit.

O Liebesband, vereine recht
Den lieben Herrn mit seinem Knecht:
Wenn ich nur lebe liebesleer,
Begehr ich nicht zu leben mehr,
Weil es für mich kein Leben gibt,
Lieb ich nicht den, der mich so liebt.

Du zündest, mächtger Feuerbrand,
Das Herz voll Sehnsucht, den Verstand,
Dich sucht mein Herz: Ach komm, o Herr,
Komm und entzünde mich noch mehr;
Brennt schon mein Feuer heiß und hoch,
Ist deine Liebe stärker noch.

O holder Blitz, wenn meinen Gott
Ich kränkte, tut Vergeltung not:
Auf, schlage meine Seele wund,
Sie sterbe für des Lebens Grund.
Du selber gabst dein Leben hin,
Weil du mich liebst mit Herz und Sinn.

Geliebtes Gut, du bandest mich
Mit vielen Ketten fest an dich.
O süße Liebe, dir allein
schenk ich mein Herz, dein will ich sein
Für immer, denn du gabst dich mir,
Nun will ich selbst mich geben dir.

Geliebter, du erwartest mich
Im Himmel, daß ich liebe dich
Ganz unverstellt. So wird es sein,
Das hoff‘ ich, Gott und Leben mein!
Verwehren kann der Himmel nicht,
Was er mir gibt und was er spricht.

aus: Hymnarium, tredition 2016

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Meine Autorenseite

Ich habe nun endlich eine Autorenseite erstellt – Werbung ist ja so wichtig für arme Dichter! Seht, hier!

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Keinesfalls wollte ich Martin kränken

… so der Titel meiner neuen Kolumne auf kath.net. Viel Freude beim Lesen!

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