Neun fromme Hutzelbrote

Gestern habe ich den Teig vorbereitet – Hutzeln (das sind Dörrbirnen) eingeweicht, in Apfelsaft gekocht, kleingeschnitten, weitere Trockenfrüchte kleingeschnitten, Walnüsse und Haselnüsse gehackt, Mandeln abgezogen und halbiert, eine riesige Menge Teig geknetet. Heute habe ich gebacken!

Das Hutzelbrot ist nicht etwa verbrannt (abgesehen von der Unterseite, da musste ich etwas kratzen, und wenn es in Scheiben geschnitten wird, wird wohl die Unterseite noch mal ein bißchen beschnitten: Schade, aber irgendwie passiert mir das öfter). Aber daß es oben dunkel aussieht, kommt daher, daß Rosinen, Backpflaumen und getrocknete Feigen einen wesentlichen Anteil des Hutzelbrotes ausmachen. Mehl ist deutlich in der Minderheit.

Hutzelbrot

Es ist ein altes Winterrezept – aus Zeiten, wo im Winter die Hühner nicht legten und die Kühe keine oder kaum Milch gaben, und wo es kein frisches Obst gab und die Bauern dennoch zu Weihnachten etwas Feines haben wollten. Hutzelbrot enthält in Varianten vieles, was einst sehr edel war: Zimt, Anis, Feigen, Rosinen, Zitronat und Orangeat, Nüsse und Mandeln. Das hatte der Krämer, vielleicht musste man dafür in die Stadt fahren – und in den ältesten Rezepten hat es Zitronat und Orangeat wohl kaum gegeben. Aber Pflaumen und Birnen hatte man selbst gedörrt, wenn es genug davon gab, einen Wintervorrat anzulegen.

Das Kreuz aus Mandeln gehört dazu – ohne Kreuz ist es kein richtiges Hutzelbrot. Dem Herrgott Dank sagen dafür, daß man den Winter überlebt und meistens nicht hungern muss, ist in unseren Breiten aus der Mode gekommen. Vielleicht kann man sich beim Genuss eines Hutzelbrotes mal wieder daran erinnern.

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χ451 – die Dezemberausgabe ist da!

Vorgestellt habe ich diese Zeitschrift schon neulich. Und in der Dezemberausgabe habe ich auch geschrieben.

Näheres steht auf meinem Autorenblog.

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Samstag der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
XII

 
Er hat Maria mit dem Geist betaut,
Hat sie beschirmt vor aller Menschenschuld,
Hat sie bedacht mit Freude und mit Huld,
Und Gottes Tochter wurde Gottes Braut.
 
Ein Traum ermahnte Joseph zur Geduld.
Der hat auf Gottes Wahrheit fest gebaut,
Hat auf das Unwahrscheinliche vertraut
War nicht von der Gewohnheit eingelullt.
 
Der Vater aller ist Marias Sohn,
Der Diener aller auf dem Himmelsthron,
Im Stall der Schöpfer, der die Welt erbaut.
 
Er hat im Geist zum Menschsein sich gezeugt,
Er hat als Gott sich Menschenlos gebeugt,
Er hat aus Kinderaugen uns geschaut.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Freitag der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
XI

 
Er wurde Mensch, um Menschen anzurühren,
Der Angst und Schmerzen so wie diese kannte.
Der für das Reich des Vaters lodernd brannte,
Half andern, ihre müde Glut zu schüren.
 
Er selbst ist Gott und ist der, den Er sandte.
Er ließ sich nie zu übler Macht verführen.
Er lehrt uns, Gottes Worte aufzuspüren,
Weist keinen ab, der je an Ihn sich wandte.
 
Er hat Sein Wort Maria anvertraut
Und sich in ihr in diese Welt gegeben,
Er kam wie jeder Mensch im Leib zum Leben.
 
Der Geist war über ihr als Lebenskraft
Und als der Schwung, der die Gemeinde schafft.
Er hat Maria mit dem Geist betaut.
 
aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Donnerstag der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
X

 
Der alles weiß und voraus hat bedacht,
Kam ohne Wissen in die Weltenzeit,
Zunächst zum nackten Leben nur bereit,
Von Eltern aufgezogen und bewacht.
 
Er lernte schnell. Er blickte klar und weit,
Als Knabe glühte Er für Gottes Macht.
Er sah die Welt bedrückt von Schuldenfracht
Und aufgestört von Sklaverei und Streit.
 
Er lernte, wer Er war. Er wollte lehren,
Um alle Welt zum Vater zu bekehren,
Und zahlte diese Liebe mit dem Leben,
 
Hat sich uns ausgeliefert, hergegeben.
Er will, dass alle Seine Liebe spüren.
Er wurde Mensch, um Menschen anzurühren.
 
aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Mittwoch der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
IX

 
Der ewig große Gott in hoher Macht
Wird wiederkommen und wird Frieden schaffen,
Vernichten wird Er die Vernichtungswaffen,
Entlarven wird Er jede falsche Pracht.
 
Dann wird kein Mensch mehr Güter an sich raffen,
Auf Friedenswege leitet froh und sacht
Der Herr, der über unsre Schritte wacht;
Kein Stolz, kein Neid wird andre mehr begaffen.
 
Wieviel muss armen Menschen noch geschehen?
Wieviele Sünden müssen wir begehen,
Bis Er der Finsternis ein Ende macht?
 
Kein Ende der Gewalt ist abzusehen,
Und doch wird dessen Reich allein bestehen,
Der alles weiß und voraus hat bedacht.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Josef Bordat bloggt auf der Tagespost!

Nach zehn Jahren Bloggen über Existenzphilosophie, Lebensrecht, Kirchengeschichte, Apologetik und Fußball auf jobo72 hat Josef Bordat nun einen neuen Blog auf der Tagespost.

Herzlichen Glückwunsch, Josef Bordat! Ich freue mich auf weitere Blogartikel und hege die Hoffnung, daß die Blogoezese dadurch wieder Auftrieb bekommt und an Vernetzung gewinnt.

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Glaubenswege IV – Credo

Die Theologin Petra Lorleberg hat im Rahmen von kath.net ein neues Buch in der Reihe „Glaubenswege“ herausgebracht: Dem Credo auf der Spur heißt der 184 Seiten starke Band mit einem Vorwort von Paul Badde und Beiträgen von Geistlichen und Laien – auch von mir. Wie die ersten drei Bände der Reihe, besteht auch dieser aus persönlichen Zeugnissen ganz unterschiedlicher Menschen.
Meine Schriftstellerkollegin Veronika Grohsebner ist ebenfalls dort vertreten, was mich besonders freut – ich mit ihr in einem Buch!

Glaubenswege IV: Dem Credo auf der Spur
Von Petra Lorleberg (Hrsg.)
Vorwort Paul Badde
Mit Beiträgen von Paul Josef Kardinal Cordes, Sigrid Grabner, Martin Lohmann, Rudolf Gehrig, P. Johannes Paul Chavanne OCist, Bernhard Meuser, Peter Winnemöller, Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, Michael Schneider-Flagmeyer
184 Seiten, Taschenburg
2016 Dip3 Bildungsservice Gmbh
ISBN 978-3903028500
9,80 Euro

Hier noch ein Überblick über die ersten drei Bände:

Glaubenswege I – Mein Weg ins Ordensleben
ISBN 978-3902686855

Glaubenswege II – Gott – strahlend gegenwärtig in der Hl. Eucharistie
ISBN 978-3903028388

Glaubenswege III – Beichte konkret – Positive Erfahrungen mit dem Bußsakrament (in diesem Band bin ich auch vertreten)
ISBN 978-3903028432

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Dienstag der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
VIII

 
Kein Wahrheitssucher, der dem Licht entrinnt!
Wer ehrlich sucht, dem wirst Du, Heilger Geist,
Auch wenn er jahrelang im Dunkel reist,
Den Weg erleuchten, der Dein Heil gewinnt.
 
Mein Gott, da Du um Menschenschwäche weißt,
Zerreiße doch das Netz, das uns umspinnt,
Und wo das Blut um Deinetwillen rinnt,
Gedenke, dass Du Friedensbringer heißt!
 
Komm wieder, Jesus, Friede aller Zeiten!
Beende Krieg und Folter und Schafott,
Führ Du die enge Welt in Deine Weiten.
 
Komm wieder, Jesus, komm in unsre Nacht,
Dass alle sehen: Einer nur ist Gott –
Der ewig große Gott in hoher Macht.
 
aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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Montag der zweiten Adventswoche

Advent – Sonettenkranz
VII

 
Dies Licht von Osten leuchtet uns im Norden,
Von Seinen Jüngern in die Welt getragen,
Es strahlt als Hoffnung in ein Meer von Plagen,
Ist vielen Leitstern, Trost und Halt geworden.
 
Befreit aus einer Welt voll düstren Sagen
Von Donnergöttern und von Vatermorden,
Sind wir Gefährten in dem frohen Orden
Der Jünger, die das Zeugnis Jesu wagen.
 
Auf Welt und Geld kann keiner lang sich stützen,
Und keine Menschenmacht hält lang genug,
Denn Macht wird Gier und knüpft sich an Betrug.
 
Die Wahrheit schützt uns, wenn wir sie beschützen.
Das Licht, die Wahrheit, liegt vor uns als Kind.
Kein Wahrheitssucher, der dem Licht entrinnt!

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

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